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Bayern sehen Mainz als guten Test für ManU

Mainz (dpa) - Matthias Sammer war glücklich. Der Münchner Sportdirektor strahlte, als habe der FC Bayern die früheste deutsche Meisterschaft in der Geschichte der Fußball-Bundesliga bereits unter Dach und Fach gebracht.

Glücklich
Sportvorstand Matthias Sammer freute sich über einen starken Gegner. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Dabei hatte das 2:0 (0:0) beim FSV Mainz 05 noch nicht dazu gereicht, den ersten Titel der Saison zu sichern. Starcoach Pep Guardiola kam um seine erste Bierdusche in Deutschland noch einmal herum, weil die weit zurückliegende Konkurrenz aus Dortmund und Schalke immerhin an diesem Spieltag ihre Partien ebenfalls gewann.

Und trotzdem sah man bei den Bayern nur zufriedene Gesichter. «Die Meisterschaft kommt sowieso», sagte Sammer gelassen nach dem 51. Bundesliga-Spiel ohne Niederlage nacheinander. Wahrscheinlich werden die Bayern die letzten rechnerischen Zweifel schon am Dienstag in Berlin bei Hertha BSC beseitigen.

Was den stets kritischen Sportdirektor so froh stimmte, war die Tatsache, dass das Starensemble von der Isar in Mainz seit langer Zeit endlich einmal wieder in der Bundesliga gefordert wurde. «Genau so ein Spiel haben wir gebraucht», sagte Sammer, «das war ein sehr guter Test gegen eine sehr gute Mannschaft - auch mit Blick auf Manchester United.»

In Ermangelung an Gegnern in der Heimat sind es längst die Auseinandersetzungen mit der europäischen Spitze in der Champions League, auf die sie in München ihren Fokus gelegt haben. «Für uns geht es nur um die beiden Duelle gegen Manchester und dafür müssen wir solche Spiele nutzen», gab auch Arjen Robben zu Protokoll.

Der niederländische Flügelflitzer biss sich mit seinen Teamkollegen an den laufstarken und pausenlos attackierenden Mainzern rund eine Stunde lang die Zähne aus. «Ich hatte das Gefühl, dass wir manchmal dachten, huch, das kennen wir ja gar nicht mehr», meinte Sammer. «Und das war gut so, weil so wird es auch in den wichtigen K.o.-Spielen sein.»

Dem Sportdirektor hat es nicht gefallen, dass die Bayern in den vergangenen Spielen hin und wieder den Schlendrian einkehren ließen. Deshalb wird er in diesen Tagen seiner Rolle als Münchner Mega-Mahner wieder gerecht. «In den Spielen, die jetzt kommen, in denen es um die sogenannte Wurst geht, musst du auf das, was wir können, noch ein, zwei Prozent drauflegen», forderte der 46-Jährige. «Es geht mir nur um den Rhythmus für die K.o.-Spiele, um nichts anderes», sagte Sammer nach dem 2:0 durch die späten Tore von Bastian Schweinsteiger (82. Minute) und Mario Götze (87.).

Doch bevor sie Anfang April gegen das durch den Ausfall von Robin van Persie weiter gebeutelte ManU beweisen müssen, dass sie ihr Niveau für das internationale Kräftemessen nicht verloren haben, wollen die Bayern die deutsche Meisterschaft perfekt machen. «Jetzt fehlt uns nur noch ein Sieg. Wir haben es selbst in der Hand in Berlin, in der Hauptstadt, Meister zu werden», sagte Guardiola. Dass er dann nicht um eine Bierdusche herum kommen wird, ist klar. Auch wenn Thomas Müller einräumte: «Noch haben wir uns keinen Plan dafür skizziert.»

Für die Mainzer geht es nach ihrem persönlichen Highlight der Saison nun darum, ihre tolle Spielzeit mit dem Einzug in die Europa League zu krönen. Die Stimmung im Lager der 05er schwankte nach der Partie zwischen Stolz auf die eigene Leistung und Frust, dass der extrem hohe Aufwand nicht einmal für einen Punkt gereicht hatte. «Wir haben versucht, das Unmögliche, die Bayern zu schlagen, möglich zu machen», sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel. «Es gibt wenig, was wir uns vorwerfen können.»

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