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Bayern nutzen BVB-Patzer nicht - Remis in Nürnberg

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1. FC Nürnberg - Bayern München
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Nürnbergs Hanno Behrens (r) im Kopfballduell gegegn Bayerns Thiago. Foto: Timm Schamberger Foto: dpa

Nach dem Dortmunder 2:4 im Derby verpasst der FC Bayern im Titelrennen eine Vorentscheidung. In einer dramatischen Schlussphase in Nürnberg vergeben beide Mannschaften den möglichen Sieg. Der Meisterschaftskampf bleibt spannend - auch Nürnberg hofft noch.


Nürnberg (dpa) - Das war nicht meisterlich. Mit ernster Miene mühte sich Niko Kovac, die verschenkte Vorentscheidung des FC Bayern im Meisterschaftskampf der Fußball-Bundesliga möglichst schnell hinter sich zu lassen.

»Abhaken, weiter geht's. Wir haben jetzt noch drei Endspiele«, sagte der Münchner Trainer nach einem verrückten 31. Spieltag. Mit viel Glück wendete der deutsche Rekordchampion eine drohende Derby-Pleite beim 1:1 (0:0) gegen den Fast-Absteiger 1. FC Nürnberg ab. Doch der siebte Meistertitel in Serie bleibt ein hartes Stück Arbeit. Die Münchner vergrößerten den Vorsprung in der Tabelle auf zwei Punkte auf den BVB, vier hätten es sein können.

»Das ist total ärgerlich. Wir hätten hier und heute einen Matchball erspielen können«, sagte Kovac. Man habe die »Steilvorlage« nach der Dortmunder Derby-Pleite nicht nutzen können, ärgerte sich Hasan Salihamidzic. Den Sportdirektor irritierte die gezeigte Leistung.

Die Münchner Spieler verließen das Max-Morlock-Stadion ebenfalls verstimmt. »Wir haben uns mit der Ausgangsposition mehr erhofft«, sagte Thomas Müller angesichts der Dortmunder Niederlagen-Vorlage. Trotzdem habe sich tabellarisch »die Ausgangsposition verbessert«, hielt der Kapitän fest. Ein Münchner Zittern im Titelkampf wies Außenverteidiger David Alaba zurück. »Nervosität würde ich jetzt nicht sagen. Sicherlich ist irgendwo die Anspannung da.«

Die verspürte auch Nürnbergs Tim Leibold, als er in der Nachspielzeit einen Elfmeter an den Pfosten setzte und die große Siegchance für die tapfer kämpfenden Franken vergab. So rettete Nationalspieler Serge Gnabry dem Tabellenführer mit dem 1:1 in der 75. Minute einen Punkt.

In letzter Sekunde vergab Münchens Kingsley Coman frei vor dem Tor den Sieg, als er alleine am herausstürzenden »Club«-Torhüter Christian Mathenia scheiterte. »Wir haben definitiv nicht gut gespielt, das war kein guter Auftitt von uns«, gab Mats Hummels zu.

Der »Club« um Torschütze Matheus Pereira (48.) ließ sich für einen starken Auftritt von 50.000 Zuschauern feiern. Aber die Chancen auf den Klassenverbleib sind gering. Der VfB Stuttgart auf dem Relegationsrang ist fünf Punkte entfernt. »Wir haben sehr mutig gespielt. Es ist schade, dass wir uns einfach nicht belohnen«, sagte Mathenia. »Wir sind weiter im Rennen. Wir werden bis zum allerletzten Spieltag nicht aufgeben.«

Den Bayern fehlten am Tag nach dem Dortmunder 2:4 gegen Schalke offensiv Lösungen. Am nächsten waren sie der Führung nach einem Freistoß von Alaba (23.). Mathenia lenkte den Ball an die Latte.

Mit etwas Verspätung pfiff Schiedsrichter Tobias Stieler die zweite Hälfte an, nachdem im Gästeblock Pyrotechnik und Raketen gezündet worden waren. Mit mehr Schwung startete aber der FCN nach der Wartezeit. Sebastian Kerk setzte sich auf dem Flügel gegen Joshua Kimmich durch. Der Schuss von Löwen war nicht platziert genug. Sven Ulreich wehrte ihn ab. Pereira zielte beim Nachschuss aus der Distanz besser. Nur drei Minuten später rettete Nationalspieler Niklas Süle bei einem schlecht ausgespielten Nürnberger Konter, den die Franken in Überzahl zum 2:0 hätten nutzen können (52.).

Die euphorisierten Nürnberger wehrten sich mit aller Kraft - und mit einem starken Mathenia im Tor. Der Keeper lenkte auch einen James-Freistoß an die Latte (69.). Der Kolumbianer musste nur eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung wieder verletzt raus.

Nach Vorarbeit von Coman war es Gnabry, der zum zehnten Mal traf. In der Nachspielzeit wurde es turbulent. Leibold vergab den Strafstoß nach einem Ellbogenschlag von Alphonso Davies. »Der Elfmeter in der 90 Minute wäre der absolute Big Point gewesen«, haderte FCN-Coach Boris Schommers. Er versprach: »Wir werden weiterkämpfen.«

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