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Bayern in Feierlaune - BVB rätselt über Abwehrprobleme

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Stark
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Die Bayern-Spieler Franck Ribéry (l) und Xherdan Shaqiri machten gegen Wolfsburg ein starkes Spiel. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa
Überlegen
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Die Spieler des FC Bayern München jubeln über das 2:0 durch Mario Mandzukic (l). Foto: Andreas Gebert Foto: dpa
Torgefährlich
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Mario Mandzukic dreht nach dem 2:0 für die Münchner vor dem Wolfsburger Tor ab. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa
Torschuss
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Dortmunds Mario Götze (l) schießt gegen die Frankfurter Anderson (M) und Sebastian Jung aufs Tor. Foto: Arne Dedert Foto: dpa
Unentschieden
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Hinter Dortmunds Mario Götze (l) jubeln Frankfurts Spieler über den 3:3-Ausgleich. Foto: Arne Dedert Foto: dpa
Auftakttor
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Schalkes Torschütze Jefferson Farfan (r) feiert das 1:0 mit Klaas-Jan Huntelaar (l). Foto: Friso Gentsch Foto: dpa
Treffer
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Düsseldorfs Oliver Fink (r) jubelt über seinen Treffer. Foto: Daniel Karmann Foto: dpa

Düsseldorf (dpa) - Feierlaune in München, Frust in Dortmund - die Branchenführer des deutschen Fußballs haben die Rollen getauscht. Anders als in den beiden vorigen Spielzeiten lassen nicht die Dortmunder, sondern die Münchner die Herzen der Ästheten höherschlagen.


Der Tabellenführer bot beim 3:0 über Wolfsburg ein sehenswertes Offensivspektakel, der Titelverteidiger offenbarte beim 3:3 in Frankfurt erneut bedenkliche Schwächen. BVB-Coach Jürgen Klopp wirkte nachdenklich wie selten: »Ich habe bei der Borussia schon viele Phasen erlebt, aber noch keine mit solchen Abwehrproblemen. Sechs Gegentore in zwei Spielen, das ist kein Spaß.«

Wie schon beim 2:3 in Hamburg musste die Borussia auch beim bärenstarken Aufsteiger aus Frankfurt drei Gegentore hinnehmen. In der Saison 2010/11 hatte sie im Schnitt 0,64 und ein Jahr später im Schnitt nur 0,73 Gegentore pro Partie kassiert. Selbst die komfortable 2:0-Pausenführung verlieh keine Sicherheit. Binnen zwei Minuten ließen sich die Gäste kurz nach der Pause wenig meisterlich zweimal auskontern. »Ganz oben ist derzeit nicht unsere Blickrichtung«, bekannte Sportdirektor Michael Zorc angesichts des bereits auf sieben Punkte angewachsen Vorsprungs der Bayern. Zorc: »Wir müssen schnell die alte Stabilität wieder reinbekommen.«

Dagegen sind die Münchner auf gutem Weg zurück zur Alleinherrschaft vergangener Tage - und nebenher dabei, ihren Ruf als kühle Ergebnisfußballer abzuschütteln. Beim Sieg über Wolfsburg war die Stimmung im Stadion so ausgelassen wie im Bierzelt auf dem Oktoberfest. »Wir haben alle Spaß zusammen. Ich genieße jeden Tag in dieser Mannschaft«, schwärmte der zweifache Torschütze Mario Mandzukic bei »Liga total«. Mit drei Toren war das chancenlose Team des ehemaligen Bayern-Trainers Felix Magath noch gut bedient.

Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte an seinem 57. Ehrentag mächtig Spaß. Erstmals in dieser Saison führt der FC Bayern die Tabelle ohne punktgleiche Konkurrenz an - mit beachtlichen 17:2-Toren. Dennoch warnte das Geburtstagskind vor verfrühter Euphorie und erinnerte an die vorige Saison, als die Bayern sogar einen Acht-Punkte-Vorsprung auf den BVB verspielten: »Wir sollten uns nicht wieder einlullen lassen.«

Eine neue Bundesliga-Attraktion kommt aus Düsseldorf. Die Fortuna überzeugt - im Gegensatz zum wankenden Meister aus Dortmund - mit Defensivstärke. Beim 2:0 (2:0) im Aufsteiger-Duell bei der SpVgg Greuther Fürth blieb das Team von Trainer Norbert Meier zum fünften Mal in Serie ohne Gegentor. Der Startrekord des VfB Stuttgart aus der Saison 2003/2004 mit acht Zu-Null-Spielen rückt immer näher. »Fabi macht jetzt Schlagzeilen - Fortuna generell macht jetzt Schlagzeilen«, kommentierte Manager Wolf Werner den abermals sicheren Auftritt von Torhüter Fabian Giefer.

Nach dem glanzlosen 3:0 (1:0) über Mainz 05 wurde beim FC Schalke mehr über die Pfiffe einiger Zuschauer als über das Spiel geredet. »Es war nur ein kleiner Teil der Fans. Aber ich weiß nicht, ob die viel Ahnung von Fußball haben«, kommentierte der verärgerte Trainer Huub Stevens in der ARD. Der niederländische Fußball-Lehrer erinnerte an das 0:2 der Schalker drei Tage zuvor gegen den FC Bayern und warb um Verständnis für sein Team. »Das Spiel steckte noch in den Köpfen, das ist doch klar. Junge Burschen dürfen auch mal Fehler machen.«