weather-image
28°

Bayerischer Filmemacher auf Nostalgie-Tour

Berchtesgaden - Ein alter Bekannter machte am Wochenende einen Ausflug in »eine der schönsten Gegenden, die er kenne«, so der Münchner Filmregisseur und Kameramann Joseph Vilsmaier über Berchtesgaden. In der Zeit der Berchtesgadener Olympiabewerbung entstanden Freundschaften mit Berchtesgadenern, erinnerte Vilsmaier bei einem Besuch im Gasthaus »Goldener Bär« bei Peppi Haslinger, den er als guten Freund bezeichnet. Auch wenn man sich fast 25 Jahre nicht mehr gesehen habe. Schließlich hat er bei seinen Aufenthalten in Berchtesgaden immer im »Hotel Post« gewohnt.

In einem gemütlichen bayerischen Wirtshaus fühlt sich der Filmemacher und Regisseur Joseph Vilsmaier am wohlsten. Am letzten Wochenende besuchte er das Gasthaus »Goldener Bär«, wo er seinen alten Freund Peppi Haslinger traf. Foto: Anzeiger/cw

In den 1980er-Jahren entstand neben einem Olympiabewerbungsfilm auch ein Werbefilm über Berchtesgaden. »Ich habe damals viel mit dem ehemaligen Kurdirektor Michael Dyckerhoff zusammengearbeitet«, sagte Vilsmaier, der sich dieses Mal auf eine Einladung von der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH in Berchtesgaden aufhielt. »Ich habe ja beim Film »Bavaria - Traumreise durch Bayern« auch viel mit Karin Mergner zusammengearbeitet, die uns hervorragend unterstützte. Und ein Großteil des Films entstand ja in Berchtesgaden, weil es dort einfach am schönsten sei, lobte der Filmemacher, der sich noch an eine sehr schöne Episode in Berchtesgaden erinnerte.

Als der Bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß anlässlich der 175-jährigen Zugehörigkeit von Berchtesgaden zu Bayern nach Berchtesgaden kam, durfte Vilsmaier im Konvoi mitfahren. »Wir holten Strauß in der Strub vom Hubschrauber ab. Dann ging es unter Polizeischutz zum Triftplatz, wo Strauß feierlich empfangen wurde und ich den Festakt drehen durfte. Im Festzelt war es dann noch so richtig bayerisch zünftig.« Offensichtlich erinnert sich Vilsmaier auch 27 Jahre später noch gern daran.

Als nächstes großes Ziel steht für den in München lebenden Regisseur ein Bergfilm in Österreich mit dem Titel »Oben und unten« an. Der Regisseur und Kameramann erlernte das Filmgeschäft von der Pieke auf. Als junger Mann studierte er am Konservatorium München Musik mit Schwerpunkt Klavier. Nachdem er einige Jahre als Techniker tätig war, stieg Vilsmaier 1961 zunächst als Materialassistent und Kameramann in die Filmbranche ein, in der er sich schnell einen guten Namen verschaffte.

Der Filmemacher drehte in ernsten Tatortfolgen ebenso wie mit Komiker Didi Hallervorden. Seinen wohl größten Erfolg hatte Vilsmaier gleich mit seinem Regiedebüt. Der Heimatfilm »Herbstmilch« lockte nicht nur in Süddeutschland die Leute in die Kinos.

Danach war Vilsmaier unter anderem mit »Stalingrad«, »Schlafes Bruder« sowie mit »Comedian Harmonists« erfolgreich. Im Jahr 2009 erhielt der Münchner den Ehren-Kamerapreis für sein Lebenswerk. Die Jury begründete die Entscheidung mit Joseph Vilsmaiers starker Intuition für Lichtstimmungen und Räume sowie der emotionalen Kraft seiner Bilder. Seine Liebe zu Bayern zeigte er zuletzt in »Bavaria - Traumreise durch Bayern«. Dabei präsentierte Vilsmaier seine Heimat mit allen schönen Klischees.

Auf die Frage, ob der studierte Musiker noch manchmal Klavier spiele, erwiderte Vilsmaier, dass er schon noch ab und zu spiele, schließlich war sein Berufswunsch einmal Musiker zu werden. »Doch da machen inzwischen die Finger nicht mehr so richtig mit.« cw