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Bayer siegt 2:0 gegen Fürth - Sams Doppelpack

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Bayer Leverkusen - Greuther Fürth
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Die Leverkusener bedanken sich beim Doppeltorschützen Sidney Sam (3.v.l.), der den Sieg gegen Fürth sicherstellte. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa

Leverkusen (dpa) - Erst musste Sidney Sam zum Rapport, dann schoss er Bayer Leverkusen mit seinen beiden Toren zum Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth. «Die Reaktion war richtig gut», sagte Bayer-Trainer Sascha Lewandowski über seinen in die Bredouille geratenen Fußball-Profi.


Einen Tag vor der Bundesliga-Begegnung gegen den Aufsteiger aus Franken hatte eine Amtsrichterin aus Düsseldorf Sam wegen Alkohol am Steuer zu einer Geldbuße und einem Monat Führerscheinentzug verurteilt. Sein Verein wusste von nichts.

Wenige Stunden vor dem Anpfiff war noch unklar, ob der 24-jährige offensive Mittelfeldakteur nach seiner Verfehlung überhaupt in den Kader genommen werden sollte. Als er dann in der zweiten Halbzeit für Karim Bellarabi eingewechselt wurde, sorgte er jedenfalls sportlich schnell für Wiedergutmachung. Mit seinem Doppelpack in der 50. und 62. Minute machte er das 2:0 (0:0) und den dritten Saisonsieg vor 25 798 Zuschauern perfekt. «Ich freue mich nur», sagte Sam und ging nicht weiter auf Nachfragen zu seiner Affäre ein.

Während die Werkself aus den drei Pflichtpartien der englischen Woche sieben Punkte holte, musste der Aufsteiger aus Franken mit der ersten Auswärtsniederlage in Liga eins nach Hause fahren. «Es wäre heute mehr drin gewesen», urteilte Fürths Chefcoach Mike Büskens. Dies galt aber nur bis zur 50. Minute. Bis dahin ließen die kompakt stehenden Gäste nicht viel zu.

Der Europa-League-Teilnehmer vom Rhein bot zunächst nicht viel spielerischen Glanz. Ohne Spielwitz und Ideen, ohne Laufbereitschaft und Offensivdruck beschränkte sich die biedere Werkself in der ersten Halbzeit meistens darauf, den Ball im Mittelfeld hin und her zu schieben. «Es war nicht einfach gegen die Fürther, aber wir haben einfach auch zu langsam und behäbig agiert», kritisierte Lewandowski.

Auch bei den wenigen Torchancen in der ersten Hälfte ließen die Bayer-Profis Konsequenz und Konzentration vermissen. Ein 18-Meter-Schuss von André Schürrle (2.) und ein Kopfball von Stefan Kießling (24.) waren zu lasch und bereiteten Fürths Schlussmann Max Grün keine Mühe.

In den letzten fünf Minuten vor der Pause hatten sogar die Gäste, die bisher nur zwei Saisontreffer schafften, die besten Möglichkeiten der ersten Hälfte. So musste in der 42. Minute Bayer-Keeper Bernd Leno bei einem Schuss des agilen Bernd Nehrig aus 14 Metern sein Können zeigen. Drei Minuten später luchste wiederum Nehrig Leverkusens Linksverteidiger Michal Kadlec den Ball ab und schoss nur knapp am Tor vorbei. «Wir hatten unsere Chancen und haben in der ersten Halbzeit ordentlich gespielt - stehen aber ohne Punkte da. Das ist enttäuschend», resümierte Büskens.

Bei Bayer muss es in der Halbzeit wohl etwas lauter geworden sein. Plötzlich gingen die Leverkusener mit sichtlich mehr Biss in die Zweikämpfe und machten Druck nach vorn. Schnell zahlte sich auch die Einwechslung von Sam für Bellarabi aus. Nach einem Pass von Schürrle erzielte er fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff das Führungstor.

Danach hätte es binnen kurzer Zeit auch 3:0 stehen können: In der 53. Minute war Bayer-Stürmer Kießling jedoch zu eigensinnig und ignorierte den freistehenden Schürrle, kurz danach verstolperte er eine präzise Flanke von Ramos Carvajal. Der Spanier zeichnete sich wenig später erneut und diesmal erfolgreicher als starker Passgeber aus: Sein Zuspiel in der 62. Minute nutzte erneut Sam zum 2:0.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 55,3 - 44,7

Torschüsse: 13 - 7

gew. Zweikämpfe in %: 45,9 - 54,1

Fouls: 15 - 14

Ecken: 7 - 2

Quelle: optasports.com