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Baurecht an der Schierghoferstraße in Sicht

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Traunstein Schierghoferstraße
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Auf diesen Grundstücken an der Schierghoferstraße/Ecke Wolkersdorfer Straße darf der Bauherr nach dem Willen des Planungsausschusses demnächst mehrere Wohnhäuser bauen. Links sind drei Mehrfamilienhäuser, rechts von der Straße (das Haus rechts im Bild wird abgerissen) zwei Wohnblöcke geplant. Das letzte Wort hat der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung. (Foto: T. Reiter)

Traunstein – Einstimmig machte der Planungsausschuss den Weg frei für eine Bebauung an der Ecke Schierghofer-/Wolkersdorfer Straße. Stimmt auch der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag kommender Woche zu, wird der Bebauungsplan als Satzung beschlossen. Damit ist der Weg frei zum Bau von zwei größeren Wohnblöcken und drei Mehrfamilienhäusern.


Der Bauherr muss allerdings den Schallschutz zur Wolkersdorfer Straße hin sicherstellen, um den Verkehrslärm von den künftigen Bewohnern abzuhalten. Die schräg gegenüber liegenden Gewerbeflächen würden nur zu Lagerzwecken genutzt, so die Verwaltung. Zudem dürfe der Betrieb wegen der umgebenden Wohnbebauung bereits jetzt nur eingeschränkt Lärm verursachen, sodass die Bebauung auch davor geschützt sei.

Stadel dient nur im Sommer als Weidehütte

Der landwirtschaftliche Stadel an der Wolkersdorfer Straße diene nur im Sommer vorübergehend als Schutzhütte für Weidevieh. Eine relevante Lärm- oder Geruchsbelästigung sei daher nicht zu erwarten, so die Verwaltung.

Tiefgaragen wurden im Bebauungsplan nicht explizit festgesetzt, weil das aus städtebaulicher Sicht auch nicht erforderlich sei, so die Verwaltung weiter. Dementsprechend sei auch eine schalltechnische Untersuchung der Zufahrten nicht möglich. In der Regel seien aber Lärmbelastungen von Tiefgaragen und deren Zufahrten hinzunehmen. Im Einzelfall habe der Bauherr die Zulässigkeit im Rahmen der Baugenehmigungsverfahren gutachterlich nachzuweisen.

»Das bedeutet aber nicht, dass Tiefgaragen nicht vorgesehen sind«, stellt Pressesprecherin Carole Westermeier auf Nachfrage klar. »Es bedeutet lediglich, dass die Lage und der Umfang in der Planung nicht schon detailliert geregelt sind. Selbstverständlich müssen ausreichend Parkplätze geschaffen werden und dies kann nur in einer Tiefgarage erfolgen.«

Eine längere Debatte gab es zu der erstmals angewandten Regelung, nach der sich der Bauherr dazu verpflichtet, von dem zusätzlich eingeräumten Baurecht – auf den Flächen der inzwischen abgerissenen, früheren Gebäude bestand ja bereits ein Baurecht – 30 Prozent der Fläche als »vergünstigten Wohnraum« anzubieten. Das entspricht etwa vier der zahlreichen, geplanten Eigentumswohnungen, für die die Stadt Käufer benennen darf, die ähnlich dem Ansiedelungsmodell für Baugrundstücke unter bestimmten sozialen Gesichtspunkten ausgewählt wurden.

Vier Drei-Zimmer-Wohnungen

Auf die Frage von Burgi Mörtl-Körner (Grüne): »Wie groß sind denn die Wohnungen?«, antwortete Bernhard Glaßl, Leiter des Baurechtsamts der Stadt: »Wir reden hier von vier Drei-Zimmer-Wohnungen mit 75 bis 80 Quadratmeter.« Das sei für eine Familie mit zwei Kindern zu klein, gab Mörtl-Körner zu bedenken und fragte, ob die Stadt auf die Aufteilung noch Einfluss nehmen könne. Außerdem wollte sie wissen, wie viel denn der Quadratmeter für den sozialen Wohnungsbau kosten dürfe, »vielleicht sieben/acht Euro?«

Dazu stellte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) klar, dass es hier nicht um sozialen (Miet-)Wohnungsbau gehe, sondern um vergünstigte Eigentumswohnungen. »Wir werden hier nicht alle erwischen, die nur sechs oder sieben Euro pro Quadratmeter zahlen können. Das machen wir im Haidforst. Die soziale Komponente ist ein Puzzle aus ganz vielen Teilen.«

Dr. Christian Hümmer (CSU) bat darum, die Verwaltung möge mal einen Vertrag mit in die Stadtrats-Unterlagen legen, »damit wir ein Gespür dafür kriegen, von was wir hier reden«. Auch bei Eigentumswohnungen müsse die Auswahl der Berechtigten ähnlich erfolgen wie im Ansiedlungsmodell. »Wir brauchen auch hier ein Punktesystem mit bestimmten Kriterien.«

Außerdem wollte er wissen: »Was ist denn vergünstigt?« Beim Baugrund gehe es ja um etwa 50 Prozent der regulären Preise. Wichtig sei auch der Ausbaustandard: »Es hat ja keinen Sinn, wenn alles in Luxusstandard ausgeführt wird, der am Ende den ganzen Vorteil wieder auffrisst.«

»Niedriglohnsektor werden wir hier nie erreichen«

Karl Schulz (CSU) verwies nochmals darauf, dass es hier nicht um Sozialwohnungen gehe: »Den Niedriglohnsektor werden wir hier nie erreichen, bissl an finanziellen Background braucht der Käufer schon.« Der Ausbaustandard liege aber nicht in der Verfügungsgewalt der Stadt. »Das wird ja jetzt hier zum ersten Mal probiert, und ich find' es toll, dass der Bauherr willens ist, da mitzumachen.«

Und auf Dr. Hümmers Einwand, man müsse doch schon wissen, was der Quadratmeter kostet, sagte Kegel, »das schon, aber da bitte ich um Verständnis, das ist derzeit noch nichtöffentlich«. coho