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Bataillon vor dem Einsatz

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MdB Dr. Bärbel Kofler und Hans Metzenleitner bei der Einweisung in die moderne Scharfschützenausrüstung durch Oberfeldwebel Bastian Metzenleitner (l.), den Sohn von Hans Metzenleitner. Foto: privat

Bischofswiesen (spd) – Die Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler (SPD) informierte sich zusammen mit dem Sprecher der SPD im Bischofswieser Gemeinderat und im Kreistag, Hans Metzenleitner, sowie dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden der SPD, Klaus Gerlach, über den Stand der Einsatzvorbereitungen des Gebirgsjägerbataillons 232 in Bischofswiesen. Das Bataillon wird sich am Abend des 28. Juni auf dem Schlossplatz in Berchtesgaden wieder einmal im Rahmen eines feierlichen Appells mit rund 350 Soldaten für ein halbes Jahr in den Einsatz nach Afghanistan verabschieden.


Die Besucher wurden vom S3- Stabsoffizier des Bataillons, Major Eike Gudat, empfangen, der zusammen mit Offizieren und Unteroffizieren des Bataillonsstabes den Lagevortrag hielt. Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Peter Küpper, ist zur Zeit bereits zusammen mit seinem Stellvertreter zur Erkundung im Einsatzland. Major Eike Gudat, wird auch während des Einsatzes des Bataillons mit der Führung der im Standort verbleibenden Kräfte beauftragt sein.

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Der Dienst im Bataillon ist voll auf den bevorstehenden Einsatz ausgerichtet. Dabei sind die Rahmenbedingungen für das Bataillon nicht in jeder Hinsicht günstig. Denn nach wie vor gibt es in Folge der Umstellung von der Allgemeinen Wehrpflicht zu einer Freiwilligenarmee insbesondere Probleme bei der Nachwuchsgewinnung vor allem bei Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee.

Der Einsatz wird sich von den vorherigen wesentlich unterscheiden, denn das Bataillon wird im Norden Afghanistans mit Stationierung im Feldlager Masar e Sharif als so genannte »Northern Reaction Unit« (NRU) als bewegliche Einsatzreserve Verantwortung im Raum übernehmen. Dazu wird es mit Transportpanzern vom Typ »Boxer« ausgestattet sein und als erster in Afghanistan eingesetzter deutscher Verband die modernste Ausstattung nach dem Bundswehrkonzept »Infanterist der Zukunft« erhalten.

Diese moderne Ausrüstung ist natürlich auch eine Herausforderung für jeden Soldaten und vor allem das Führerpersonal. Nur wenn jeder mit seinen Waffen und Geräten voll vertraut ist und diese auch bei Nacht und unter hoher Belastung problemlos bedienen kann, wird auch die Zusammenarbeit in der kleinen Kampfgemeinschaft erfolgreich sein können. Dies verlangt ständige Übung.

Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz wird auch sein, dass alle Soldaten mit dem Gefühl abrücken, zu Hause ist für alles bestens vorgesorgt. Dazu wird zum Beispiel ab 1. Juni auch wieder eine Familienbetreuungsstelle unter der Führung von Stabsfeldwebel Christian Merwald und Oberfeldwebel Marion Anger eingerichtet.

Abschließend im Lagevortrag gab es eine Einweisung in den aktuellen Stand der Baumaßnahmen in der Kaserne durch den Leiter Unterstützungspersonal Standortältester, Stabsfeldwebel Alfred Ecker. Die Kaserne war in den letzten Jahren Dauerbaustelle. Dies wird auch noch einige Zeit anhalten und wenn dann noch der ab 2015 beginnende Umbau der Standortschießanlage am Böcklweiher beendet sein wird, werden endgültig 81 Millionen Euro in Bischofswiesen investiert worden sein.

Eine abschließende Frage von Dr. Kofler zum Wohnungsbedarf von Soldatenfamilien zeigte rasch einen Problembereich auf. Es fehlt am heimischen Wohnungsmarkt an bezahlbaren, vorwiegend kleineren Wohnungen.

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