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Barockmusik auf einem besonderen Instrument

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Christian Pauschke am Pantaleon. (Foto: Hogger)

Der Teisendorfer Kulturverein konnte anlässlich seiner letzten Veranstaltung vor den Sommerferien ein ganz besonders Programm präsentieren. Auf einem, originalgetreu vor wenigen Jahren von Werner Fuchs nachgebauten, Pantaleon spielte der Musiker Christian Bauschke beim Konzert in der Teisendorfer Schule zahlreiche Werke des 18. Jahrhunderts.


Dieses Pantaleon, benannt nach dem Musikus, Tanzlehrer und Komponisten Pantaleon Hebenstreit (geboren 1668 in Kleinheringen, gestorben 1750 in Dresden), wurde vor allem durch seinen Beitrag zur Entwicklung des Hammerklaviers bekannt. Es wurde vom Cembalo weiterentwickelt, sodass Anfang des 18. Jahrhunderts dynamischere, revolutionäre Spielweisen entstanden. Das von Christian Bauschke gespielte Instrument mit dreieinhalb Oktaven Umfang (sogenannte »verkürzte Oktave«) klingt nahezu wie eine Harfe und stellt den originalgetreuen Nachbau eines in schlechtem Zustand gefundenen Originals aus Vorarlberg dar.

Es wurde in dieser Form vor drei Jahrhunderten von Lehrern und Schülern im Salzburger Kapellhaus gespielt, die auch zahlreiche Notenbücher erstellt haben. Christian Bauschke trug einen Querschnitt dieser nicht so sehr bekannten Werke meisterhaft vor. Dabei wurde die Entwicklung von der Barockmusik zur Klassik sehr deutlich.

Der musikalische Reigen wurde mit Werken aus Salzburger Notenbüchern um 1761 und der Interpretation eines Werkes von Leopold Mozart (1719 bis 1787) mit sechs Variationen über einen alten Salzburger Choral eröffnet. Es folgte nach einem einleitendem Präludium von Christian Bauschke eine Fuge in F-Dur von Anton Ferdinand Paris (1744 bis 1809). A. F. Paris war Klavierspieler und in erster Linie Salzburger Domorganist, der am Kapellhaus unterrichtete. Bekannt sind von ihm elf kleine Orgelfugen als barocke Königsdisziplin und komplexes Gefüge zu Unterrichtszwecken.

Wunderbar dargebracht hat Christian Bauschke sodann ein Werk von Johann Michael Haydn (1739 bis 1806), dem Bruder des berühmten Komponisten, das Allegretto F-Dur, MH 471. Es folgte die Aria d-Moll des ungemein fleißigen Komponisten Domenico Scarlatti (1685 bis 1757), der über 500 kleinere, revolutionäre Stücke hinterlassen hat. Franz Xaver Neumüller (1702 bis 1726) war Salzburger Hoforganist und schrieb typische Salzburger Werke: Von ihm erklang die und Parthia B-Dur. der gebürtige Inzeller Anton Cajetan Adlgasser (1729 bis 1777) hinterließ ein großes musikalisches Werk für Klavier; aus seinem Repertoire wählte Christian Bauschke das Divertimento per il Clavicembalo C-Dur, WV 17.03 aus. Nach einer kleinen Pause wechselte der wunderbar aufspielende Christian Bauschke zum wohlbekannten Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767), von dem er die Fantasia d-Moll interpretierte. Telemann komponierte im Laufe seines, für seine Zeit ungewöhnlich langen, Lebens über 3600 Werke, viele moderner als viele seiner Kollegen. Werke von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) weckten das besondere Erstaunen des Teisendorfer Publikums, gehören sie doch zu den ersten bekannten Werken des Meisters: Bei der Komposition der mehr als 40 Stücke aus dem »Londoner Skizzenbuch«, KV 15, war Mozart gerade mal neun Jahre alt.

Abschließend erklang noch ein Hauptvertreter des Salzburger Barock, von dem bis heute viele Werke in Salzburg gespielt werden: Es sind kleine, filigrane Kostbarkeiten, welche Johann Ernst Eberlin (1702 bis 1762) hinterlassen hat, und unter Christian Bauschke erklang die Aria in A-Dur, bevor der musikalische Abend offiziell mit einem weiteren Werk von Anton Ferdinand Paris, einer Sonate in C-Dur endete.

Freilich ließ sich der Künstler vom Kulturvereinsvorsitzenden Bernhard Glück nicht lange bitten und spielte als Zugabe eine österreichische Volksweise. Das Publikum spendete reichen Applaus Johannes Hogger