weather-image
19°

Bachblütengedichte und »95 Thesen zur Gegenwart«

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Armena Kühne (von links) moderierte das Treffen, auf dem Detlef Jost, Sabine Rosenberg und Manfred Ebeling Texte lasen. (Foto: Schneider)

Beim Literaturtreffen der Chiemgau-Autoren im Traunsteiner Studio 16 hat Armena Kühne, die Moderatorin des Abends, eine kurze Rückschau auf das Kennenlern-Festival der Facebook-Gruppe »Chiemgau – do bin I dahoam« mit über 7200 Mitgliedern gehalten, in das die Chiemgau Autoren mehrfach eingebunden waren: Mit Lesungen mehrerer Mitglieder, dem monatlichen Autorenstammtisch, der in das Festival integriert war, einem Büchertisch und durch den Organisator des Festes, Michael Inneberger, der Facebook-Gruppengründer und 2. Vorsitzender der Chiemgau-Autoren ist.


Beim »Lesen nach Los« wurden zwei neue Gäste, Detlef Jost und Manfred Ebeling gezogen, die angemeldete Lesung hielt Sabine Rosenberg. Ihrem Gedicht »Larch« aus dem Band »Blütengedichte« über die wohltuend-sanfte Heilwirkung der Bachblüte folgte mit »Tantal« ein aufrüttelnder Text über Ausbeutung und Kinderarbeit bei dem Gewinn dieser sogenannten Seltenen Erden. Zuletzt versetzte sie ihr Publikum in eine frühlingsbunte Wiese, aus der »die gelben Augen des Löwenzahns zurückstrahlen zur Sonne« und entließ es mit einem Liebesgedicht aus ihren Bann.

Detlef Jost las aus seinem Lyrikband »Wege des Lebens« Gedichte, die Mut machen zur Entfaltung der eigenen Möglichkeiten und zur Unterstützung der Kinder, »denen man Wurzel ist und hilft, die Flügel zu entfalten«. Den Weg zum Schreiben fand er durch die Auseinandersetzung mit seiner Veranlagung zur Hochsensibilität, was ihn mit Sabine Rosenberg und dem vorgestellten Geburtstagskind des Tages, dem Lyriker Paul Verlaine, verbindet.

Manfred Ebeling hatte nicht nur bei der Losziehung Glück, er ist auch der Gewinner einer Ballonfahrt, die auf dem Festival verlost worden war. Er las aus seinem Gedichtband »Höhen und Tiefen« über den Abschied eines Philosophen, für den er lebenskluge, humorvolle Worte fand, »ein reich gefülltes Leben unterm Arm« und stellte sein kritisches Werk »95 Thesen zur Gegenwart« vor.Tagesaktuell fand sich noch ein vierter Lyriker mit einem Spottgedicht über »Strache, Saubermann« ein: Sepp Obermüller streute mit den Zeilen »vorbei ist’s mit dem Kanzlererbe, denn die Russin war vom G’werbe« noch ein wenig Salz in die frische Wunde der österreichischen Politik. Das nächste Literaturtreffen findet am Montag, 24. Juni, bei freiem Eintritt statt. fb