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Bach fordert gesunden Patriotismus

London (dpa) - DOSB-Präsident Thomas Bach hat sich knapp eine Woche vor den Olympischen Spielen in London eine angemessene Form von Patriotismus gewünscht.

DOSB-Chef
Thomas Bach plädiert für einen gesunden Patriotismus. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa

«Wir betrachten in Deutschland Leistung argwöhnisch. Die Sportler, die Leistung bringen, werden in unserer Gesellschaft nicht so gefeiert, wie es in anderen Ländern wie den USA oder Australien und Großbritannien der Fall ist», sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) der «Bild»-Zeitung. Deshalb plädiere er für einen «gesunden Patriotismus» und dass die Gesellschaft die Leistung unserer Spitze in Sport, aber auch Kunst und Wissenschaft mehr anerkenne.

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Um besondere Anerkennung will die Fechterin Claudia Bokel im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) kämpfen. Nach dpa-Informationen will die Ex-Weltmeisterin, die seit 2008 IOC-Mitglied ist, für den Vorsitz in der Athletenkommission kandidieren. Bei einem Wahlerfolg würde Bokel automatisch in das IOC-Exekutivkomitee einziehen. Hauptrivale der 38-jährigen Deutschen ist der frühere Schwimm-Olympiasieger Alexander Popow (Russland). Der Vorsitzende Frankie Fredericks (Namibia) scheidet aus der Kommission aus, steht aber vor der Aufnahme als reguläres IOC-Mitglied. Bokel ist seit 2010 Vizepräsidentin der Athletenkommission.

Entschieden hat das IOC-Exekutivkomitee, dass vier Athleten bei den XXX. Sommerspielen unter der olympischen Flagge starten dürfen. Guor Marial, ein staatenloser Bürgerkriegsflüchtling aus dem Südsudan, sowie drei Athleten von den ehemaligen Niederländischen Antillen erhalten in London diese Chance. 1992 in Barcelona durften Sportler aus dem ehemaligen Jugoslawien, 2000 in Sydney Athleten aus Osttimor unter der olympischen Flagge zu den Wettkämpfen antreten.

Eine Initialzündung für mehr Olympia-Enthusiasmus in der britischen Hauptstadt versprechen sich die Organisatoren vom Zug des Fackellaufs durch die Londoner Straßen. Bis zur Eröffnungsfeier am Freitag werden die Läufer mit dem olympischen Feuer durch die Stadtteile eilen. Zu den prominenten Fackelträgern zählten am Samstag die ehemalige Weltklasse-Turnerin Nadia Comaneci (Rumänien) und der britische Dreispringer Phillips Idowu.

Mit der Ankunft des Feuers in der Olympia-Stadt sind auch die Spekulationen über den Schlussläufer des Fackellaufes ins Kraut geschossen. Die Buchmacher haben inzwischen Wetten darauf geschlossen, wer am 27. Juli das Feuer im Olympiastadion von Stratford entzünden wird. Favorit bei den Wettern ist der zweimalige Zehnkampf-Olympiasieger Daley Thompson.

In britischen Medien wurde indes spekuliert, dass das Feuer eher von einer Gruppe von Menschen entzündet werden könnte. Der britische Chef de Mission, Andy Hunt, gab keine Namen preis, sagte aber: «Das wird ein Wow-Moment sein.»