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Ausgesuchte konzertante Musik für Blaskapellen

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Das Sinfonische Blasorchester des Chiem- und Rupertigaues mit Harfenspielerin Veronika Hasenöhrl unter Leitung von Andreas Resch sorgte für einen wunderbaren Konzertabend. (Foto: Albrecht)

Einen Eindruck von der hohen Qualität der heimischen Musikkapellen konnten die Zuhörer beim Konzert des »Sinfonischen Blasorchesters Chiem-Rupertigau« in der Salzachhalle in Laufen bekommen.


Mit dem hochkarätigen Musikgenuss verbunden war auch ein gutes Werk, kam doch der Reinerlös wieder dem Netzwerk Hospiz, Verein für Hospizarbeit und Palliativbetreuung Südostbayern e.V. zugute. Dieses Konzert gibt zugleich den Musikanten die Gelegenheit, konzertante Musik zu spielen, wie sie nicht oft im geläufigen Repertoire der Musikkapellen vorkommt. Dies galt auch für das Auftaktstück »Großer Festmarsch« von Richard Wagner im Arrangement von John G. Mortimer. Unter der Leitung des Bezirksmusikdirigenten Andreas Resch, ansonsten Kapellmeister der Musikkapelle Ringham/Petting, ließen die 56, aus vielen der 61 Kapellen des Bezirks stammenden Musikanten, ihre großen Fähigkeiten hören.

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Nach diesem ersten »Paukenschlag« und der Begrüßung durch den Bezirksleiter für den Chiem- und Rupertigau, des Musikbundes Ober- und Niederbayern e.V. Thomas Egger, führte Teresa Schwärz charmant und informativ durch den Abend. Das Orchester machte weiter mit der »First Suite in Eb«, einem Stück in drei Sätzen von Gustav Holst, adaptiert von Robert Longfield. Diese Suite hat den Zusatz »For Military Bands« und ist wahrscheinlich die erste, die spezifisch nur für Blasmusikinstrumente und damit ohne Saiteninstrumente und zum Marschieren komponiert wurde.

Die nächste Komposition hatte ebenfalls militärischen Einfluss. Sie wurde nämlich seinerzeit vom Dirigenten der »United States Army Field Band« in Auftrag gegeben. Komponist Philip Starke nahm allerdings nicht das Militär als Inspiration dafür, sondern den Sonnenaufgang beim am »Engelstor« genannten Eingang zum Grand Canyon und nannte das Stück folgerichtig »Sunrise at Angel´s Gate«.

Der Schirmherr des Hospiz-Netzwerks, Stefan Bierschneider, würdigte die großartige Unterstützung, die dem Netzwerk durch die Konzerte zuteil werde. In den weiteren Stücken vor der Pause standen Jubiläen im Vordergrund, Als »temperamentvolle Klangwolke«, bezeichnete Moderatorin Schwärz das erste Stück nach der Pause. Jan van der Roost hat es im Auftrag des »Westflämischen Musikverbandes« komponiert und dem Jugendorchester »Arlequino« gewidmet. Wie alle Stücke im Programm meisterten die Musiker auch dieses mit Bravour. Wenn auch nicht göttliche Geschwindigkeit, so doch viel jugendlichen Elan und Energie hatte das Werk »Godspeed« von Stephen Melillo. Melillo ist, mit seinen über 900 Kompositionen einer der bedeutendsten amerikanischen Komponisten der Gegenwart. Vom japanischen Komponisten Koji Kondo, wenn sich der Titel auch nicht danach anhört, stammte »Super Mario Bros«, arrangiert von Takashi Hoshide. Geschrieben wurde die Melodie als Hintergrundmusik für eines der erfolgreichsten Videospiele, eben Super Mario Bros. Die lustige Western Stil Musik ist dabei im Hintergrund unterlegt mit durchaus auch düsteren Elementen.

Für die »Latino Mallets« von Stefan Schwalgin wurde ein Xylophon, das mit »Mallets« genannten Stäben traktiert und deshalb auch als Mallet bezeichnet wird, auf der Bühne platziert. In dem Solostück »Latino Mallets«, agierte Angelika Engraf als Mallet-Schwingerin und zwar so schnell, dass Moderatorin Schwärz meinte, Engraf müsse eigentlich acht Hände dafür haben.

Bezirksleiter Thomas Egger lobte die gute Zusammenarbeit aller Kapellen innerhalb des Bezirks und dass sie die 56 Musiker zur Verfügung gestellt haben. Im letzten offiziellen Stück wurden die Zuhörer von Komponist Otto M. Schwarz eingeladen, analog zum Roman von Jules Verne in 80 Tagen die Welt zu umrunden. Die im Filmstil komponierte Musik beschreibt dabei die Abenteuer während der Reise, etwa einen Elefantenritt und einen Indianerangriff im Wilden Westen. Das Sinfonische Blasorchester des Chiem- und Rupertigaus riss dabei seine Zuhörer einmal mehr von der Bühne der Salzachhalle aus mit. Kompetent unterstützt wurde das Orchester bei passenden Passagen von der Harfenistin Veronika Hasenöhrl aus Weildorf. Als Zugaben spielte das Orchester noch »Jazzimut« und den allseits bekannten »Florentiner Marsch«.

Alois Albrecht