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Auftakt zum Kammermusikfestival »Traunsteiner Musikfrühling«

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Die beiden Leiter des »Chiemgauer Musikfrühlings«, Diana Ketler und Razvan Popovici, haben wieder ein überaus interessantes Programm zusammengestellt.

Das Kammermusikfestival »Chiemgauer Musikfrühling« beginnt am morgigen Freitag mit dem Eröffnungskonzert in der Klosterkirche in Traunstein. Am Samstag und Sonntag finden Konzerte in der Kirche St. Walburg, Kloster Seeon und im Musiksaal des Klosters Seeon statt.


Diana Ketler, künstlerische Leiterin des Chiemgauer Musikfrühlings, eröffnet das diesjährige Festival mit der Fantasie in C-Dur von Schubert. »Schubertiade« ist denn auch der Titel des Eröffnungskonzertes vom 8. Mai 2015 in der Klosterkirche in Traunstein. Die »Schubertiade« wurde innerhalb von Schuberts Freundeskreis seit 1821 als Begriff für dessen charakteristische Zusammenkünfte mit Musik, Lesung, Spiel und Tanz gebräuchlich und wirft ein bezeichnendes Licht auf die zentrale Rolle, die Schubert innerhalb seines Freundeskreises gespielt hat.

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Wie gute Freunde treffen sich auch am Chiemgauer Musikfrühling international renommierte Kammermusiker und Solisten immer wieder. Dieses Jahr neben Diana Ketler am Klavier spielen Sergey Malov und Daniel Rowalnd, Violinen, Festivalleiter Razvan Popovici, Viola, und die beiden Violoncellisten Anja Lechner und Maximilian Hornung.

Schuberts Instrumentalkompositionen wurden zu dessen Lebzeiten sehr selten zur Aufführung gebracht. Eine der Ausnahmen ist die Fantasie in C-Dur für Violine und Klavier, die am 28. Januar 1828 uraufgeführt wurde. Neben weiteren kammermusikalischen Werken des romantischen Komponisten wird das Klavierquartett »November 19, 1828« des Amerikaners John Harbison in Anspielung auf Schuberts Tod gespielt.

Sergey Malov, als kleiner Junge gleichermaßen mit Violine wie mit Fußball beschäftigt, hat sich nach seinem ersten Internationalen Wettbewerbserfolg beim Louis-Spohr-Wettbewerb 1998 für das erstere entschieden und wird das zweite Konzert des Festivals am Samstag in der Kirche St. Walburg auf der Klosterhalbinsel Seeon als Solist bestreiten.

Er wird Sonaten für Violine solo von Eugène Ysaïe sowie Sonaten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach auf der Viola da Spalla spielen. Die Viola da Spalla ist ein Instrument, das seit der Barockzeit etwas in Vergessenheit geraten ist und seit Anfang des 21. Jahrhunderts wieder vermehrt gespielt wird. Sergey Malov ist einer der Pioniere dieser Wiederentdeckung des Streichinstruments. Man darf sich also auf ein besonderes Erlebnis freuen. Allein schon der wunderschönen Stimmung wegen lohnt es sich, zum Matinéekonzert ins Kloster Seeon zu kommen. Rund um den großen Tschaikowsky wird mit Arensky und Debussy der Sonntagmorgen russisch geprägt sein. Anton Arenskys Streichquartett in der besonderen Besetzung mit zwei Celli klingt nach Sehnsucht und russischer Melancholie. Mit wunderschönen Melodien ist es ein romantisch geprägtes Stück, das Arenskys Bewunderung für Tschaikowsky ausdrückt.

Die beiden Violoncello-Größen aus München, Anja Lechner und Maximilian Hornung, werden den Anfang des Festivals bereichern. Aber auch der Violinist Daniel Rowland, der als Solist in New York, der Royal Albert Hall in London, in St.  Petersburg, Kapstadt und Lissabon auftritt.

Karten gibt es für das Konzert in Traunstein bei der Tourist-Information, Telefon 0861/65500, und in der Buchhandlung Stifel, Telefon 0861/6435, sowie für die Konzerte in Seeon im Klosterladen, Telefon 08624/89701.

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