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Auf dem Weg zur perfekten Welle

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Einen entscheidenden Schritt weiter in der Planung   der »Surfwelle«   an der   Brunner Anlage ist der Verein »Chiemgau Welle«. Jetzt gab es des Leader-Zuwendungsbescheids für die Bauplanung über 19 300 Euro. Darüber freuen sich (von links): Hannes Weininger (Vorsitzender Chiemgau-Welle), Kolja Zimmermann (LEADER Chiemgau), LAG-Vorsitzender Thomas   Kamm, Benjamin   Di-Qual (Vorstandsmitglied Chiemgau Welle), Traunsteins Oberbürgermeister   Christian   Kegel und Lisa Springer (zweite Vorsitzende Chiemgau Welle). (Foto: Wannisch)

Traunstein – Wenn die beiden Vorsitzenden des Vereins Chiemgau Welle, Hannes Weininger und Lisa Springer, über die geplante stehende Welle an der Brunner Anlage sprechen, leuchten ihre Augen. »Wir wollen das Wasser erlebbar machen«, sagt Weininger. Und wo ginge das besser als in der wunderbaren Flusslandschaft der Traun, besser gesagt am Mühlbach, fragt Springer.


Ihrem Traum von einer stehenden Welle sind die beiden leidenschaftlichen Wellenreiter nun ein gutes Stück näher gekommen. Der Leader-Zuwendungsbescheid über 19.396 Euro für die Planung der Chiemgau-Welle wurde genehmigt und nun an der Brunner Anlage offiziell übergeben.

Es ist nur ein Schritt in der Finanzierung der Planung, die rund 45.500 Euro brutto kosten wird, aber für den ehrenamtlich tätigen Verein ist es »ein großer Schritt«, so Lisa Springer. »Jetzt können wir ins Genehmigungsverfahren einsteigen, das hoffentlich im Frühjahr abgeschlossen ist«, ergänzt Benjamin Di-Qual, Vorstandsmitglied und als Bauingenieur mit der Planung der Welle betraut.

Das Vorhaben kann an der geplanten Stelle – etwas auf Höhe der kleinen Brücke, kurz bevor der Mühlbach wieder in die Traun fließt – realisiert werden. Das hat eine Untersuchung der Uni Innsbruck ergeben, wie Di-Qual betont. Doch bis zum Baubeginn – Wunschtermin ist nach der Bachauskehr im Herbst 2020 – müssen noch viele Hürden genommen werden.

»Die Kosten von 45.000 Euro für die Planung ergeben sich aus den vielen, oft kostenintensiven Aspekten, die berücksichtigt werden müssen«, sagt der Bauingenieur. Neben Hochwasser- und Artenschutz sind es ökologische Aspekte ebenso wie die hydraulische Konzeption der Welle und die damit verbundenen Vermessungsarbeiten, aber auch juristische Fragen und das Betriebskonzept, das noch erarbeitet werden muss. Finanziell stehe das Projekt aber schon auf sehr trockenen Füßen, jetzt könne die konkrete Planung angegangen werden.

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So könnte laut des aktuellen Entwurfplans die Chiemgau Welle am Mühlbach aussehen. (Grafik: concon Di-Qual & Huber)

Betrieben wird die Welle, so der aktuelle Planungsstand, vom Verein Chiemgau Welle auf städtischem Grund. Die Konstruktion für die stehende Welle kann an- und abgeschaltet werden. So wird sichergestellt, dass nur zu offiziellen »Öffnungszeiten« Wellenreiten möglich ist. Die Welle soll grundsätzlich allen Wellenreitern offen stehen, geplant sei aber für Nichtmitglieder eine geringe Tagesgebühr. »Dies ist aus Haftungsgründen nötig«, sagt Di-Qual.

Das genaue Betriebskonzept werde derzeit erarbeitet. Dem Verein ist daran gelegen, das wird deutlich, die Gefahren so weit es geht zu minimieren, ohne den Spaßfaktor am Wellenreiten einzuschränken. Aber, so die Vorstandschaft, »es ist und bleibt Wassersport auf eigenes Risiko«.

Eine eigene Welle im Chiemgau zu haben, sei auch aus Gründen der Nachhaltigkeit sinnvoll. »Wir wollen hier in der Region Wellenreiten und nicht immer gleich in ein Flugzeug steigen«, sagt Lisa Springer. Um dem Nachwuchs den Sport nahezubringen, bietet der Verein daher auch jetzt schon regelmäßig Kurse im Almkanal bei Salzburg an.

Noch ein ganz anderer Aspekt spricht laut Di-Qual für eine Chiemgau Welle: »Wir könnten das Fluss-Surfen in seine Heimat zurückholen«. Denn einige der Pioniere des Fluss-Surfens stammen aus Trostberg. Es waren die Brüder Pauli, die in den 1960er Jahren auf der Alz die ersten »Stehversuche«, und zu Beginn der 70er Jahre das Wellenreiten in München an der Flosslände und dann am Eisbach bekannt und populär machten. vew