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Auf dem Chopper durch Zombieschwärme jagen

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«Days Gone» im Test
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Deacons Motorrad ist das wichtigste Fortbewegungsmittel im Zombie-verseuchten Oregon. Screenshot: Sony Interactive Entertainment/dpa-tmn Foto: Sony Interactive Entertainment Foto: dpa
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Immer wieder tauchen «Horde» genannte Zombie-Schwärme auf. Ein Frontalangriff ist hier eine richtig schlechte Idee. Screenshot: Sony Interactive Entertainment/dpa-tmn Foto: Sony Interactive Entertainment Foto: dpa
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Nicht nur fiese Zombie-Mutanten machen Deacon das Leben schwer. Auch vom rechten Pfad abgekommene Menschen gehören zu seinen Gegnern. Screenshot: Sony Interactive Entertainment/dpa-tmn Foto: Sony Interactive Entertainment Foto: dpa
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Schleichen ist in «Days Gone» meistens die bessere Alternative zum Angriff mit Dauerfeuer. Screenshot: Sony Interactive Entertainment/dpa-tmn Foto: Sony Interactive Entertainment Foto: dpa

»Die Hölle ist leer, und alle Teufel sind hier.« Dieses Shakespeare-Zitat passt aktuell wohl auf kein Spiel so sehr, wie auf das Open-World-Abenteuer »Days Gone«. Spieler bekommen es hier mit Zombie-Horden, kriminellen Gangs und irren Kultisten zu tun.


Berlin (dpa/tmn). Ein Virus hat die meisten Menschen getötet oder zu Bestien mutieren lassen. Diese »Freaker« hausen wie Tiere in den Städten und Wäldern und machen Jagd auf Menschen. »Willkommen in der Welt von Days Gone«.

Die wenigen überlebenden Menschen, die sich nicht in Freaker verwandelt haben, bekämpfen sich gegenseitig in verfeindeten Gangs.
In dieser grausamen Umgebung müssen die Biker Deacon und sein Kumpel Boozer um ihr tägliches Überleben kämpfen. Deacons Frau Sarah wurde während der Freaker-Epidemie getötet. Die ganze traurige Geschichte wird in filmreifen Rückblenden erzählt.

Zwei Jahre nach diesen Ereignissen verdienen sich Deacon und Boozer ihre knappen Lebensmittel durch Kopfgeldjagden für verschiedene Gangs oder fahren auf ihren Bikes plündernd durch die postapokalyptischen USA.

Ein guter Ruf erleichtert das Überleben

In Aufträgen, die sie von den Bewohnern der verbliebenden menschlichen Siedlungen erhalten, müssen abtrünnige Gangmitglieder gefangen, Gegenstände besorgt oder Gebiete von Freakern befreit werden. Für jeden erfolgreichen Einsatz gibt es Punkte, eine Art Währung, mit der Waffen, Lebensmittel usw. eingekauft werden können. Außerdem steigt das Ansehen bei den Bewohnern der Siedlungen. Dadurch werden unter anderem bessere Waffen freigeschaltet.

Die Spielwelt von »Days Gone« ist der US-Bundesstaat Oregon und der ist ein wahrer Hingucker. Hier hat das Entwicklerteam von Bend Studio ganze Arbeit geleistet. Genügend Zeit, die prächtig animierte Natur aus Gebirge, Wüsten, Flussläufen und Wald zu genießen, bleibt aber kaum: Der Tod lauert sprichwörtlich hinter jedem Stein.

Außer den widerlichen Freakern springen urplötzlich auch Wölfe oder Grizzly-Bären aus dem Nichts – keine leichten Gegner. Bedrohung geht auch von den durchgedrehten Mitgliedern des RIP-Kultes aus. Diese gewalttätigen Irren beten die Freaker wie Götter an und haben es darüber hinaus auf die Helden abgesehen.

Zombie-Horden groß wie Vogelschwärme

Und als sei das alles nicht schon schlimm genug, müssen Spieler immer wieder gegen so genannten Horden kämpfen. Das sind hunderte Freaker, die sich wie ein Vogelschwarm gleichzeitig durch die Landschaft bewegen. Ein gruseliger Anblick. Wer hier überleben will, muss klug sein. Zu Beginn des Spieles hat man gegen diese Horden noch keine Chance. Da sollte man sich besser verstecken oder davonschleichen.

Generell ist »Days Gone« keine leichte Ballerspiel-Kost, in diesem Spiel muss man gut überlegt vorgehen. Feuert man beispielsweise auf Feinde, lockt dies umgehend alle Freaker aus der nahen Umgebung an. Besser also den Gegner leise mit einem Messer ausschalten. Das Spiel geizt im Übrigen nicht mit sehr deutlichen Gewaltdarstellungen und ist daher nichts für Kinder und Jugendliche.

Wichtigstes Fortbewegungsmittel von Rocker Deacon ist natürlich sein aufgemotztes Motorrad. Das müssen Spieler gut in Schuss halten, denn ohne die Maschine ist man schnell aufgeschmissen. Zu Fuß entkommt man einer Freaker-Horde halt eher schlecht. Das Fahren mit der schweren Maschine macht einen Riesenspaß und sollte ein wenig trainiert werden. Der dicke Chopper ist nicht einfach zu steuern. Knallt man etwa mit Vollgas gegen einen Baum, ist man schneller tot, als man »Aufprallschutz« sagen kann.

Umständliche Crafting-Steuerung

Während man die Steuerung des Motorrads lernen kann, lassen sich andere Elemente der Steuerung schwerer meistern. Das Inventar etwa wird, wie bei vergleichbaren Spielen üblich, über ein Technikrad gesteuert. Dieses wirkt bei »Days Gone« jedoch ein wenig unübersichtlich. Wenn man etwa einen Molotowcocktail bauen will, muss man auf dem Controller bestimmte Tasten festhalten, um die Utensilien im Technikrad miteinander zu kombinieren. Das ist umständlich.

Fazit: Auch wenn alles in »Days Gone« bereits irgendwie in anderen Spielen oder Filmen aufgegriffen wurde, ist der Titel eine Empfehlung für Fans von kniffligen Abenteuerspielen oder TV-Serien wie »The Walking Dead«. Bedrohliche Freaker-Horden vom Bock eines knatternden Bikes aus zu bekämpfen, macht Spaß und hebt »Days Gone« aus der Masse von Horror-Spielen hervor. Darüber hinaus gibt es eine komplette Sprachausgabe auf Deutsch - sehr gut. »Days Gone« (ab 18 Jahren, rund 70 Euro) gibt es für die Playstation 4.

Website "Days Gone"