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Auch mit Schmerztabletten: Dürr im Schatten von Höfl-Riesch top

Aspen (dpa) - Um das technische Vermögen von Lena Dürr zu beschreiben, braucht Alpin-Direktor Wolfgang Maier nicht viele Worte. «Sie ist einfach eine gute Skifahrerin.»

Abschied
Der Finne Kalle Palander verabschiedet sich aus dem aktiven Wintersport. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa

Nach kurzer Pause verweist er auf die Gesetzmäßigkeit des Spitzensports: «Aber ohne Ergebnisse nutzt leider auch alles Talent und Können nichts.» Nach einem missglückten Saisonauftakt erzielte die 21 Jahre alte Technik-Spezialistin dieses ersehnte Top-Resultat mit Rang sechs beim Slalom von Aspen - und egalisierte dabei trotz einer schmerzhaften Schuhrandprellung die beste Platzierung ihrer Weltcup-Karriere. «Ich habe gewusst, ich kann schnell sein, wenn alles zusammenpasst», meinte die Europacup-Gesamtsiegerin 2010 erleichtert. «Ich habe letztes Jahr mit Tina Maze und der Maria trainiert, und das sind ja gerade die schnellsten.»

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Die Maria, Gesamtweltcupsiegerin Höfl-Riesch, führte das geschlossen-gute deutsche Teamresultat im US-Bundesstaat Colorado beim Sieg der Österreicherin Kathrin Zettel auf Rang vier an. Dahinter sorgten Dürr und Christina Geiger auf Rang zehn dafür, dass erstmals seit mehr als einem Jahr wieder drei DSV-Slalomasse unter den Top-10 standen und bereits ein Trio im Torlauf für die Weltmeisterschaft in Schladming qualifiziert ist.

Da der WM-Winter für Dürr mit zwei Ausfällen «nicht so prickelnd» (Maier) begonnen hatte, war die couragierte Fahrt in die erweiterte Weltspitze vor allem «von psychologischer Seite sehr wichtig». «Ich kann jetzt mit einer größeren Sicherheit nach Hause gehen und dann wieder angreifen», meinte die Athletin des SV Germering, die im Anschluss an das bevorstehende Übersee-Training auch ihre Schienbeinverletzung auskurieren will. «Ich bin mit Schmerztabletten gefahren, weil man das dann viel besser ausblenden kann. Und im Lauf selber kriegt man es Gott sei Dank selber nicht so mit, weil man so fokussiert ist.»

Ihr sportliches Augenmerk will die passionierte Fotografin mittelfristig auch auf den Super-G richten: «Ich weiß, dass ich schnell sein kann im Speed, wenn ich es trainiere.» Während Dürr in dieser Woche bereits in die Heimat zurückfliegt, will Höfl-Riesch den Schwung des ordentlichen Slaloms beim kommenden Speed-Wochenende im kanadischen Lake Louise nutzen.

Nach dem Verzicht im Torlauf will zudem die Amerikanerin Lindsey Vonn nach überstandener Magenerkrankung die Aufholjagd im Gesamtweltcup starten und die derzeit führende Slowenin Tina Maze angreifen. Aufgrund der Trainingseindrücke rechnen Beobachter bereits schon mit einer ähnlichen Dominanz wie im vergangenen Winter, als die Abfahrts-Olympiasiegerin alle drei Rennen in «Lake Lindsey» gewann.

Deutlich unkonstanter präsentierten sich die deutschen Speed-Herren vor der Reise nach Beaver Creek. Einen Tag nach dem überraschenden fünften Abfahrtsplatz von Tobias Stechert im Super-G holte alleine der Oberstdorfer als 30. noch einen Weltcup-Punkt. «Es wird immer wieder Ausreißer in beide Richtungen geben», erklärte Alpin-Direktor Maier, «aber wir sind dran, dass wir mehr Ausreißer in die eine Richtung bekommen.»