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Atemberaubender Auftakt mit glücklichem Ende

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Gut, dass beim TSV Berchtesgaden die Gebrüder Sebastian, Andreas und Korbinian Hillebrand ringen. Das Trio holte beim 16:14-Erfolg in Oberölsbach zehn von 16 Punkten und trug dadurch maßgeblich zum Erfolg des TSV Berchtesgaden bei. Das Archivbild zeigt Andreas Hillebrandt im Kampf gegen einen Bamberger Ringer im vergangenen Jahr. (Archivbild: Waßmuth)

Die Ringsportkenner Abteilungsleiter Hans Labacher und Nachwuchstrainer Wolfgang Küpper hatten einen Sieg ihrer Staffel in Oberölsbach vorhergesagt. Dass es jedoch trotz drei unglücklich vergeigter Kämpfe am Ende zum Mannschaftssieg reichte, darf man als Überraschung werten. Denn vor den beiden letzten Kämpfen lag der TSV Berchtesgaden noch mit 8:14 Punkten zurück und schaffte nur durch die überlegenen Siege von Andreas Hillebrand und Alexander Petersen das scheinbar zu diesem Zeitpunkt Unmögliche – nämlich mit 16:14 zu gewinnen.


Durch diesen Erfolg sollte am kommenden Samstag beim Heimkampf gegen den Favoriten SC Isaria Unterföhring trotz des Fehlens des gesperrten Andreas Andris Rühle und der Verletzung von Hans Preinfalk alles möglich sein.

Der Youngster Tobias Küpper (F 57) stand im Auftaktkampf gegen den im letzten Jahr nicht geschlagenen Nikolay Dobrev auf verlorenem Posten und unterlag wegen der technischen Überlegenheit seines Gegners.

Mit der Nummer 19 der Weltrangliste, dem Honduraner Kevin Mejia (G 130) bot der SC Oberölsbach ein weiteres »Schwergewicht« gegen den TSV Berchtesgaden auf. Doch nach Richard Dajka konnte sich Berchtesgaden durch Peter Fodor mit einem weiteren starken Ungarn verstärken, der einen tollen Einstand im TSV-Dress feierte. Zwar geriet der Neu-Berchtesgadener durch eine Verwarnung in Rückstand. Weil Fodor jedoch den nächsten Punkt machte, schrieb Berchtesgaden einen Zähler und verkürzte auf 4:1.

Der dritte Kampf fand zwischen Sebastian Hillebrand und Christian Gregor statt. Hillebrand führte bereits mit 8:0 nach Punkten, ehe dem Gegner eine Unachtsamkeit des Berchtesgadeners eine Dreierwertung einbrachte. Der Punktsieg Hillebrands brachte Berchtesgaden jedoch wieder auf 4:3 heran.

Dann war der selbst ernannte »Stärkste Mann der Alpen« Hans Preinfalk (F 98) dran, der sich in Traunstein gewissenhaft auf die Saison vorbereitet hatte. Doch bereits bei der ersten Aktion verletzte sich der Berchtesgadener und biss sich mit großem Einsatz durch. Dennoch konnte er die technische Überlegenheit von Patrik Fanderl nicht stoppen und so geriet der Gast mit 3:8 ins Hintertreffen. Im letzten Kampf vor der Ringpause zog Lukas Laue (F 66 A) alle Register seines großen Könnens.

Knisternde Spannung

Nach einem 0:2 Punkterückstand gegen Martin Kölbl spielte Laue Kraft und Technik aus. Am Ende stand es 5:3 für den Berchtesgadener, der damit seine Staffel wieder auf 8:4 heranbrachte. Im ersten Kampf nach der Pause standen sich Serdar Biyikoglu und Marius Mackamul (G 86 B) gegenüber. Der Berchtesgadener hielt nach einem guten Gefecht Sekunden vor dem Gong bei 2:2 und hätte aufgrund der letzten Wertung auch gewonnen. Doch in den letzten Sekunden verspielte der noch unerfahrene junge Berchtesgadener alles, verlor nach Punkten mit 2:6 und Oberölsbach führte zu diesem Zeitpunkt wieder mit 10:4.

Gut, dass beim TSV Berchtesgaden die drei Hillebrandbrüder dabei sind. Denn Korbinian Hillebrand schulterte seinen Widersacher Daniel Sittel nach einer 10:2-Punkteführung in 2:10 Minuten und brachte sein Team auf 10:8 heran.

Jetzt hätte Andreas Andris Rühle (F 86 B) gegen Peter Engelhardt für die erstmalige Führung es TSV Berchtesgaden sorgen sollen. Doch Rühle ließ sich auf die unfaire Kampfart seines erfahrenen Gegners ein, teilte auch aus und wurde vom Mattenleiter disqualifiziert. Damit führte der Gastgeber vor den letzten beiden Kämpfen mit 14:8. Alles schien verloren, bevor die beiden letzten Berchtesgadener auf die Matte gingen. Zunächst versuchte Andreas Hillebrand (F 75 A) gegen Robin Himmler, das Unmögliche noch möglich zu machen. Und Hillebrand sorgte für den ersten von zwei Schritten, da er mit Technischer Überlegenheit gewonnen hat. Oberölsbach führte jetzt nurmehr 14:12, da Alexander Petersen (G 75) ins letzte Gefecht des Abends zog. Auch Petersen ließ nichts mehr anbrennen und punktete, ohne seinem Gegner eine Chance zu lassen. Am Ende stand es 16:14 für den TSV Berchtesgaden, der trotz gewaltiger Probleme seinen ersten Kampf in der Bayernliga knapp gewonnen hat. »Das war nichts für schwache Nerven und ein ganz heißer Mattentanz. Ohne einige unglückliche Niederlagen hätten wir die Aufgabe auch leichter lösen können«, erklärte Abteilungsleiter Hans Labacher nach dem aufregenden Ringsportabend.

Ergebnisse 1. Kampftag Bayernliga

TSC Mering – AC Penzberg 22:12, SC Oberölsbach – TSV Berchtesgaden 14:16, SC Isaria Unterföhring – ASV Neumarkt 29:8, TV Traunstein – AC Lichtenfels 4:24. Christian Wechslinger