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Armeechef Ri Yong Ho: Mentor von Nordkoreas Machthaber

Seoul (dpa) - Der nordkoreanische Armeechef Ri Yong Ho galt als Mentor des jungen Diktators Kim Jong Un. Er sollte nach dem Tod von Kims Vater und Vorgänger Kim Jong Il neben anderen «Hütern» für einen störungsfreien Machttransfer sorgen und Kim vor allem in militärische Dinge einweisen, sagen Beobachter.

Nordkoreas Armeechef
Rund ein halbes Jahr nach dem Machtwechsel in Nordkorea hat das Regime Landes überraschend Armeechef Ri Yong Ho entlassen. Foto: Made Nagi Foto: dpa

Nach nur knapp einem halben Jahr an der Macht lässt Kim den 69-jährigen Armeechef nun aus allen Ämtern entfernen - angeblich aus Gesundheitsgründen.

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Ri, der den Titel eines Vize-Marschalls trägt, galt selbst unter Nordkorea-Spezialisten lange Zeit als relativ unbekannt. Doch sein Aufstieg in der Armee- und Parteihierarchie fiel nach Einschätzung von Beobachtern mit der Entscheidung des gesundheitlich angeschlagenen Kim Jong Il zusammen, den Machttransfer auf Kim Jong Un schrittweise vorzubereiten.

Ri wurde 2009 zum Generalstabschef der rund 1,2 Millionen Mann starken Volksarmee gemacht. Im darauffolgenden Jahr machte ihn Kim Jong Il zum Vize-Vorsitzenden der zentralen Militärkommission der herrschenden Arbeiterpartei. Außerdem wurde er Mitglied des Präsidiums des Politbüros der Partei. Er rückte dadurch immer weiter ins Machtzentrum vor.

Bei einer großen Militärparade zum 65. Gründungstag der Partei im Oktober 2011 hielt Ri die zentrale Ansprache. Nach dem Tod Kim Jong Ils im Dezember begleitete er Kim Jong Un neben anderen Offizieren regelmäßig bei Inspektionsreisen oder Veranstaltungen. Ri wurde im Oktober 1942 in der Provinz Kangwon geboren. Er trat im August 1959, sechs Jahre nach dem Ende des Korea-Kriegs, in die nordkoreanische Volksarmee ein.