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Traunsteinerin (15) setzt sich gegen 20 Mitbewerber aus der ganzen Welt durch

Antonia Hadulla gewinnt Rubinstein-Wettbewerb

Antonia Hadulla (15) aus Traunstein gewann als jüngste Teilnehmerin nun in Düsseldorf den ersten Preis beim »Internationalen Anton Rubinstein Wettbewerb« für Kontrabass.

Der Kontrabass ist ihre Leidenschaft: Antonia Hadulla. (Foto: Wolfgang Stadler)

Die Internationale Musikakademie Anton Rubinstein wendet sich mit ihren internationalen Wettbewerben an junge, hochbegabte Musiker, Musikstudenten, Solisten und angehende Orchestermusiker. Mit dem Wettbewerb für Kontrabass, der 2018 erstmals stattfand, gibt es nun für alle Streichinstrumente ein solches Angebot. Als attraktive Preise werden – neben drei Preisgeldern – zwei deutsch-französische Meisterbögen als Leihgaben für ein Jahr vergeben.

In der ersten Runde waren 35 und in der Finalrunde 20 Teilnehmer aus aller Welt dabei. Die Jury war sich bei der Vergabe des 1. Preises sofort einig wegen der herausragenden, künstlerischen Leistung von Antonia. Sie spielte die Sonate für Kontrabass in D-Dur von Johannes Matthias Sperger, eines niederösterreichischen Bassisten und Komponisten (1750 bis 1812), die »Invocation für Kontrabass solo« des 1948 geborenen Tschechen Miloslav Gajdos und die sehr virtuose Tarantella für Bass und Klavier des Italieners Giovanni Bottesini (1821 bis 1889). Das Programm war frei wählbar ohne Pflichtstücke; nur die Spielzeit von 30 Minuten war vorgegeben. Antonia hängte damit die »Konkurrenz« mit Leichtigkeit ab, den Deutschen Andreas Ehelebe (2. Preis) sowie die Tschechin Indi Stivin und Wen Zhelin aus China (beide 3. Preis). Antonia Hadulla ist das jüngste von vier Kindern des Traunsteiner Musiker-Ehepaars Stephan und Martha Hadulla. Stephan Hadulla ist in den Kreisen Traunstein und Berchtesgadener Land vielfältig aktiv, unter anderem als Leiter des Teisendorfer Chors »VokalExpress«. Bereits die zwei Schwestern von Antonia studieren Musik: Leonie Fagott und Gesine Geige.

Bereits mit sieben Jahren lernte Antonia Kontrabass und spielte seit ihrer Kindheit im Mozarteum-Kinderorchester mit. Auch Klavier und Cello erlernte sie – das Cello erst nach dem Kontrabass – doch eines Tages entschied sie sich zwischen Cello und Bass für das größte Streichinstrument. Nachdem sie zuerst als Jungstudentin am Mozarteum in Salzburg war, wechselte sie zum Schuljahresanfang ans Hochbegabtenzentrum der Hochschule Franz-List in Weimar. Ihr Kontrabass-Lehrer ist dort Professor Dominik Greger.

Trotz ihrer Jugend ist sie gefragte Bassistin in zahlreichen Orchester- und Kammermusikformationen und spielt auch im Bundesjugendorchester. Solistische Engagements hatte Antonia unter anderem bei den Kinderfestspielen Salzburg und den Familienkonzerten München. Eine besondere Freude und Bestätigung war es für sie, als sie 2016 einen Bundespreis bei »Jugend musiziert« gewann und damit auch einen Sonderpreis des Kammerorchesters der TU Darmstadt: Sie durfte als Solistin mit diesem Orchester auftreten. Veronika Mergenthal