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Anspruchsvolle klassische Werke

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Ein gemischtes Ensemble unter der Leitung von Jutta Gerl (Zweite von rechts an der Trompete) spielte Händels Wasser- und Feuerwerksmusik beim Klassikkonzert der Musiklehrervereinigung. (Foto: Eder)

Über 60 Mitwirkende haben im voll besetzten Saal des Gymnasiums Stein das Klassikkonzert der Musiklehrervereinigung gestaltet – ein neuer Rekord, wie Sven Schnoor, der Vorsitzende der Musiklehrervereinigung, bei der Begrüßung bemerkte.


Zu Beginn erstrahlten Händels Wasser- und Feuerwerksmusik, dargeboten von einem Ensemble unter der Leitung von Jutta Gerl. Die nächsten Beiträge waren dem Soloinstrument Klavier gewidmet. Laura Bernauer begann mit einem zart bewegten Stück mit dem Titel »Windspiele« des Komponisten J. Vogt, gefolgt von Genovefa Maier, die mit einem exakt artikulierten Sonatinensatz von Tobias Haslinger aufwartete. Weiter ging es mit dem Präludium C-Dur von J. S. Bach, vorgetragen von Stessy Haaf, gefolgt von Lisa Selbertinger, die einen Walzer von Frederik Chopin sehr gefühlvoll darbot.

Daniel Götz zeigte mit seinem fehlerfreien Vortrag des Eingangssatzes aus einer Partita von Giuseppe Antonio Brescianello, dass auch eine Gitarre allein den großen Raum mit wunderschönen Klängen ausfüllen kann. Sophie Ganter setzte die Klavierriege fort und erfreute mit einer perlenden Sonate von Domenico Scarlatti. Den nächsten Beitrag mit dem Titel »Das ungehorsame Echo« von Gustav Gunsenheimer gestalteten Aliyah Schmitt und Veronika Wimmer auf ihren Altblockflöten. Ihr Vortrag erfrischte durch die unsichtbare Platzierung der Echospielerin hinter einem Vorhang.

Danach entführte die jugendliche Sopranistin Sophia Ollmaier die Zuhörer mit dem »Frühlingstraum« aus Franz Schuberts »Winterreise« in tragische Gefühlswelten. Ein weiterer Beitrag kam von Zina Rafalsky, die mit großer Dramatik und Souveränität den 3. Satz der Suite für Klavier solo von Bela Bartok zum Leben erweckte. Das Ensemble »Woodeons« erfreute mit einem Walzer von Dimitri Schostakowitsch – komplexe Musik fröhlich dargeboten unter der Leitung von Jutta Gerl.

Die Sopranistin Anna Reischl hatte sich das bekannte Lied »Gretchen am Spinnrade« von Franz Schubert ausgesucht, dessen Text aus Goethes »Faust« sie sehr authentisch darstellte. Danach folgte ein Gitarren-Solostück des Komponisten A. Barios Mangoré mit dem Titel »La Catedral«, mit dem Tina Haas eine mystisch-beruhigende Stimmung vermittelte.

In die Renaissancezeit versetzt wurde das Publikum, als Marina Rainer mit sehr fein und sauber geführter Sopranstimme das Lied »Toda mi vida os amé« von dem Lautenisten L. Milan sang, sehr einfühlsam begleitet von Conny Kretschmar (Gitarre) und Heinz Lichtmannegger (Bass-Gitarre). Reizvoll war eine weitere Interpretation eines Walzers von Frederik Chopin, mit der Laura Tejada Heidenhaim das Publikum erfreute.

Das Finale bildeten zwei Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy: Zunächst sangen Anna Reischl und Sophia Ollmaier sehr passend ein »Abendlied«. Zum krönenden Abschluss präsentierte dann unter der Leitung von Bertram Weihs ein voll besetztes Sinfonieorchester – das Ensemble »Crescendo« – den ersten Satz aus dem Klavierkonzert Nr. 1 in g-Moll. Die erst 14-jährige Sarah Heigermoser glänzte mit ihrer virtuosen Solostimme und wurde für ihre herausragende Leistung vom Publikum begeistert gefeiert.

Sven Schnoor betonte, dass es wohl »gar nicht so uncool« sei, anspruchsvolle klassische Werke mit viel Durchhaltevermögen einzustudieren und dann vor Publikum zu präsentieren. Vor allem würdigte er das Engagement der Ensemble-Spieler und -Leiter, denn »es braucht schon viel Idealismus von allen Beteiligten, damit solche Projekte zur Bühnenreife gelangen. Das ist dann ein besonders beglückendes Ereignis.« Hans Eder