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Ansichtskarte aus dem Jahr 1907: Der Gasthof »Brennerbascht«

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Bischofswiesen – Der bekannte Gasthof »Brenner-Bascht« liegt in der Ortsmitte, vor dem Lattengebirge mit der Schlafenden Hexe. Auf der Wiese steht der Maibaum, aber es fehlt der Kirchturm im Hintergrund.


Die verschachtelte Architektur des Anwesens scheint verwirrend, der natürliche Baumbestand bindet das Dorf in die Umgebung ein. Die Durchgangsstraße, damals noch eine wunderschöne Dorfallee, verläuft links vom Wirtshaus. Ein Kiesweg führt zuerst durch den Biergarten, dann direkt am kleinen Grutscherhäusl vorbei, um den Stadel und zum dahinterstehenden Zickellehen.

Bartholomäus Mittner, ein Branntweinbrenner aus Tirol, hatte das ganze Anwesen 1842 gegründet. Brennerei und Wirtshaus waren bald überall unter dem Begriff »Brennerbascht« bekannt. Auch Sohn Michael wurde Enzianbrenner und Gastwirt, sogar Bürgermeister von Bischofswiesen. In seiner Amtszeit wurde 1888 die Bahnstrecke eröffnet. An Rang und Ansehen übertraf Michael seinen Vater, an der unglaublichen Leibesfülle aber nicht.

Auf dem Foto (Balkon) sieht man bereits Georg Neudecker mit seiner Frau Maria, geborene Mittner. Das Gasthaus ist auf dem Bild noch traditionell schindelgedeckt, das langgezogene Salettl darunter hat schon ein Blechdach. Weiteren Umbauten wich das Grutscherhäusl, weiter hinten entwickelte sich später Entscheidendes: Das Zickellehen verschwand, dort entstand 1926 das Rathaus. Gleichzeitig bekam der Ort endlich eine eigene Kirche, seitdem grüßt der Kirchturm zum Brennerbascht herüber. Christoph Karbacher