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Alte Hits und eine junge, kraftvolle Stimme

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Musik der fünfziger und sechziger Jahre, aber auch moderne Songs, brachten die Musiker von »Petty Four« beim Konzert in Siegsdorf. (Foto: Kewitsch)

»Wow, was für eine Stimme.« Damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt. Doch wir wollen dem Informationsbedürfnis des Lesers Folge leisten und die Geschichte im Gesamtzusammenhang darstellen. Normalerweise betritt der erfahrene Weinmüller-Stammgast entspannt das Lokal, nimmt die Lebhaftigkeit lässig, aber betont cool zur Kenntnis und stürzt sich irgendwann, mehr oder minder »nebenbei« ins Getümmel, um zu tanzen, zu rocken, zu singen oder einfach nur gemütlich zu ratschen.


Doch dieses Mal ist es anders. Schon mit dem ersten Ton wurde klar: wow, was für eine Stimme. Anders, fein, kraftvoll, selbstbewusst. Keine 0815-Party-Mucke, kein Cover-Regen – nicht, dass das schlecht wäre – aber der Auftritt von »Petty Four« war die »berühmte Schippe« obendrauf. Stimmlich war das Konzert vom Feinsten, zumal der Sound der 50er und 60er ohnehin nur noch selten gehört werden kann. Umso schöner ist es, wenn die Tonlage mitten ins Herz trifft.

Zunächst jedoch gab es sogar ein kleines Vorprogramm Wolfgang – »Wanted Wolf« – Fischer präsentierte seinen selbst komponierten »dreckigen Country Blues« und legte damit schon einmal die Saat für den kommenden Abend.

Harald Leuhuber (Bass), Gastspieler Simon Bauer und Miche Summerer (Gitarren) überzeugten mit akustischer Untermalung und waren der Klangteppich, auf dem Veronika Angerer sich nach Herzenslust »lümmeln« konnte. Stilsicher waren alle vier Musiker, sowohl was die Interpretation der alten Songs anging als auch in Bezug auf die Abendgarderobe. Doch nicht nur die Band, auch das Publikum präsentierte sich (zum Teil) dem Motto entsprechend mit Petticoat, Hosenträgern und Schiebermütze.

Songs von Elvis, Wanda Jackson oder Little Walter zeigten eindrucksvoll, dass vergangene Tage noch längst nicht zum alten Eisen gehören müssen. Lebendig gehalten wurden die Interpretationen jedoch in erster Linie durch die wunderbare Stimme von Veronika Angerer. Spätestens als »These boots are made for walking« von Nancy Sinatra und »Can't help falling in love« von Elvis erklang, stieg das Stimmungsthermometer. Als das schon fast neuzeitlich anmutende »Summertime Sadness« von Lana del Ray ertönte, war es um die Anwesenden geschehen. Lauthals wurde mitgesungen, wobei keiner der Laien-Sänger den Ton so schön traf wie Frontfrau Vroni – ja »wow, was für eine Stimme«. Udo Kewitsch