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Aichenurin und Globbolli

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Mit »Aichenurin und Globbolli« heilt die Aileen, die von Metzgereifachverkäuferin auf Heilpraktikerin umgeschult hat, und mit dem »Goggl« und dem »Fazzebuck« werden nicht nur Fragen beantwortet, und Kontakte hergestellt, auch der Kauf einer Flasche von einem überteuerten, klebrigen Ramazotti an einer Tankstelle in Österreich kann im Anschluss Freundschaftsanfragen des Tankstellenbesitzers mit sich bringen.


So bunt und verwirrend das Leben in seiner Vielfalt manchmal auch ist, der Comedian Michl Müller aus dem Frankenland, hat nicht nur zu allem etwas im breitesten Fränggisch zu sagen – »des wollt ich noch erzählen« –, sondern er unterhielt das Publikum in der gut gefüllten Traunsteiner Chiemgauhalle auch mit Reggaeliedern im schönsten Dialekt. »I brauch kein Marihuana, i sauf liaba an Silvana« oder die zugespielte Rumba, zu der er »Und dann machen wir uns a Heringsdösle auf« sang und bei der er mit seiner »Beinarbeit« im Publikum haltloses Gelächter und fassungslose Pruster auslöste, bereiteten zwischen all seinen fantasievollen Ausschweifungen auflockerndes Vergnügen. Das Publikum zeigte sich zudem erstaunlich sangesfreudig bei den Refrains, da war die Sympathie für einander auf beiden Seiten groß. So groß, dass der Künstler erst nach satten drei Stunden – «Mit einer Zugabe fang i erst gar net an« – sein Programm »Das wollt ich noch sagen« beendete.

Mit den mittlerweile bei seinen Fans Kult gewordenen Liedern »Ich will 'n Kloß mit Soß«, dem »Vollwärmeschutz der Liebe« und der »Fleischereifachverkäuferin« machte der »Dreggsagg« aus Franken, der auch bestens das unkorrekte Politikerbashing beherrscht, den Lachmuskeln seines Publikums noch einmal ordentlich Dampf. Nach dem abgewandeltem Motto »Man muss Gott für alles danken, besonders für diesen Franken« verabschiedete sich das Publikum von Michl Müller trotz der Überlänge des Programms mit herzlichstem und begeistertem Applaus. Barbara Heigl