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Adamyan ärgert Bayern - Wirbel um Kovac-Satz zu Müller

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Bayern München - 1899 Hoffenheim
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Die Hoffenheimer Spieler jubeln über die Führung in München beim Auswärtsspiel beim FC Bayern. Foto: Matthias Balk/dpa Foto: dpa

Was für ein Absturz: Nach dem grandiosen 7:2 gegen Tottenham kassiert der FC Bayern die erste Heimniederlage seit einem Jahr - und das vorm Oktoberfestbesuch. Hoffenheim feiert seinen glücklichen Matchwinner.


München (dpa) - Thomas Müller war ganz schnell weg, Manuel Neuer sprach von einem »Warnhinweis« für den FC Bayern. Die Vorfreude auf den gemeinsamen Oktoberfest-Besuch und eine Tabellenführer-Maß war bei den Münchner Meister-Kickern schlagartig weg.

Der Hoffenheimer Sargis Adamyan versetzte trägen Bayern-Stars vier Tage nach der 7:2-Gala in der Champions League gegen Tottenham im Bundesliga-Alltag einen argen Stimmungsdämpfer. Der Angreifer sorgte beim 2:1 (0:0) als zweifacher Torschütze (54./79. Minute) für den überraschenden Premierensieg der TSG 1899 Hoffenheim in München.

»Wir wollten zeigen, dass wir in der Bundesliga jeden Gegner schlagen können«, sagte der glückliche Armenier Adamyan, der in der letzten Saison noch in der 2. Liga für Jahn Regensburg spielte.

Das elfte Saisontor von Torjäger Robert Lewandowski (73.) reichte den Bayern nicht einmal, um die erste Heimniederlage seit einem Jahr abzuwenden. »Das war ein Warnhinweis für uns«, kommentierte Kapitän Neuer. Von einem Einstellungsproblem mochte der Keeper aber nichts wissen. »Die Motivation war da«, erklärte der Nationaltorhüter.

»Wir sind noch nicht so weit, das gute Spiel alle vier Tage zu bringen«, urteilte Trainer Niko Kovac. Ihn ärgerten die Ballverluste vor den Gegentoren. »Die zweite Halbzeit hat mir gar nicht gefallen.«

Kovac änderte die erfolgreiche Elf der Tottenham-Toreshow nur durch die Hereinnahme von Thiago für den in London verletzten David Alaba. Müller musste wieder auf die Ersatzbank. Dazu traf der Bayern-Coach in einem Sky-Interview vor Anpfiff eine Aussage, die dem Angreifer gar nicht gefallen dürfte: »Wenn Not am Mann sein sollte, wird er mit Sicherheit auch seine Minuten bekommen.« Zündstoff mochte Kovac nach dem Spiel in dem Satz nicht sehen: »Sie müssen da nichts draus zaubern.« Müller äußerte sich nicht, sondern verschwand ganz schnell.

Ex-Nationalspieler Jérôme Boateng war rechtzeitig fit geworden - und das war zunächst gut für die Münchner. Der 31-Jährige vereitelte vor 75.000 Zuschauern in der Anfangsphase einen Bayern-Rückstand, als er den nach einem Pass von Ihlas Bebou allein auf Neuer zulaufenden Adamyan sprintend einholte und entscheidend am Abschluss störte.

Ansonsten bestimmten die Bayern das Spiel, das aber weitgehend vor sich hinplätscherte. Es fehlten Tempo, Spielwitz sowie Präzision und Entschlossenheit in den Münchner Offensivaktionen. Ein Abseitstor von Serge Gnabry wurde nicht aberkennt (24.). Spektakel gab es anders als gegen Tottenham nicht. Die Hoffenheimer schlossen mit großer Laufbereitschaft und diszipliniertem Teamwork gut die Räume.

Nach der Pause gab's Münchner Hilfestellung: Tolisso verlor wie schon zuletzt beim ersten Gegentor in London den Ball leichtfertig. Dennis Geiger bediente Adamayan, der seine zweite große Torchance eiskalt nutzte. Kovac reagierte, setzte mit Müller und Ivan Perisic auf noch mehr Offensive. Die Bayern zündeten aber nicht richtig. Philippe Coutinho war kein Faktor. Lewandowski köpfte übers Tor (70.). Aber der zweite Kopfball des Polen saß - nach präziser Flanke von Müller.

Doch nicht der Meister legte nach, sondern Hoffenheim schlug ein zweites Mal zu, wieder durch Adamyan. Aus 16 Metern überwand der Stürmer nach feinem Zuspiel von Robert Skov Nationaltorhüter Neuer. »Ich bin sehr, sehr stolz auf unsere Leistung. Ich habe ein großes Herz bei meinen Spielern gesehen. Ich bin sehr froh, dass ich Trainer bei dieser Mannschaft bin«, sagte 1899-Coach Alfred Schreuder.

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