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Adam Raffertys virtuoses Gastspiel

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Adam Rafferty nutzte seine Gitarre auch für kleine Trommeleinlagen, trotzdem schonte er die Gitarrensaiten im Magazin 4 nicht. (Foto: Kewitsch)

Musik vom Band? Playback? Es dauert eine Weile bis Auge und Ohr soweit koordiniert sind und realisieren: da steht tatsächlich nur ein Mann mit nur einer Gitarre auf der Bühne. In der Tat: Adam »Raf« Rafferty macht das ganz alleine. Das Rätsel der zwei Mikrofone ist spätestens beim zweiten Song gelöst: hier, auf der linken Seite, zelebriert Adam »Raf« seine Schlagzeugeinlagen. Unglaublich, aber wahr. Willkommen bei einem virtuosen Konzert des Adam Rafferty aus den Vereinigten Staaten.


Der sympathische New Yorker hat sich hochgearbeitet. Vom Straßenmusiker im U-Bahn Dschungel von Manhattan bis hin zu Engagements in den angesagten Jazz Clubs seiner Heimatstadt war es ein langer, von starkem Willen geprägter Weg. Fleiß, Ausdauer und auch das Internet sind dann aber ursächlich für den steten Aufstieg des Adam Rafferty, der mittlerweile eine sehr große Fangemeinde auf Youtube hat und hier ein vielgeklickter Künstler ist. Von den Straßen Harlems gelingt ihm der Tour-Ritt rund um den gesamten Erdball.

Sein Gespür für den perfekten Groove und seine doch einzigartige Fusion von simultaner Melodie, stampfender Basslinie und gelegentlichen »Beatbox«-Einlagen auf dem Korpus seiner Gitarre lassen ihn zum Ausnahmetalent werden. Seine Mimik während des Spiels zeigt die Hingabe, sein Spiel ist eine Art Dauer-Solo, die Songs begeistern und sind kurzweilig – instrumental ist eben alles andere als langweilig.

Der sympathische Kerl spielt sich durch sein Programm, gibt Klassiker zum Besten, moderiert viele Songs an und erzählt auch so manche Geschichte. Dass er auch singen kann, beweist er bei einer herrlichen Interpretation eines Songs von Ray Charles und auch später bei »Summertime« wird deutlich: hier spielt einer mehr als nur Gitarre. Hier zelebriert einer den »Raf«-Style. Das vielleicht etwas sulzig wirkende »Dancing Queen« von Abba wird vom Publikum dankbar mit passendem »summ summ« begleitet und auch Michael Jacksons »Billy Jean« ist, nur auf der Gitarre kredenzt, eine ganz besondere Nummer.

Ein Höhepunkt war jedoch eindeutig die funky-funky Version von Stevie Wonders »Superstition«. Genial als Adjektiv ist hier erlaubt. So bekommt ein gut besuchtes Magazin 4 ein außerordentliches Konzert mit großer Handwerkskunst. Von wegen »Musik vom Band« oder gar Playback. Udo Kewitsch