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Abwasser in Teisendorf wird deutlich billiger

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Das wird die Teisendorfer freuen: Der Gemeinderat beschloss eine deutliche Senkung der Abwassergebühren. Unser Bild zeigt die Kläranlage der Marktgemeinde. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Über eine Senkung der Abwassergebühren um rund 25 Prozent können sich die Bürger der Marktgemeinde freuen. Demnach beträgt die Abwassergebühr rückwirkend ab dem 1. Januar dieses Jahres 1,42 Euro je Kubikmeter statt wie bisher 1,62 Euro.


Die Grundgebühr pro Zähler reduziert sich um 25 Prozent und ist wie bisher nach Zählergröße gestaffelt. Für die Fäkalschlammentsorgung fallen 30 Euro je Kubikmeter an. Dies beschloss der Marktgemeinderat in seiner Sitzung einstimmig.

Der Markt Teisendorf setzt die Gebühren für Abwasser und Fäkalschlammentsorgung im zweijährigen Turnus neu fest. Letztmals war dies im Januar 2016 geschehen. Eine Gebührenanpassung stand somit 2018 wieder an. Erfreulich ist, dass dieser Beschluss nicht zur Erhöhung, sondern zur Senkung der Gebühren eingesetzt werden kann. Grund dafür ist der Ausgleich von Überschüssen der vergangenen Jahre beim Kanalnetz und bei der Kläranlage. Insbesondere die Aufwendungen für den Unterhalt sind sehr viel geringer ausgefallen als in der Kalkulation von 2016 angenommen und auch die Frischwassermengen sind gestiegen.

Hier ist ein Ausgleich vorzunehmen

Im Bereich Fäkalschlammentsorgung ist die Situation zwar gegenteilig, mit einer leichten Unterdeckung aufgrund rückläufiger Mengen und etwas höherer Kosten. Da aber bisher ein zu großer Anteil der Gesamtkosten auf die Fäkalschlammentsorgung umgelegt wurde, ist hier ein Ausgleich vorzunehmen, der letztendlich auch zu einer Kostensenkung führt.

Trotz der geringeren Gebühren ist die Finanzierung von Maßnahmen, die bei der Kläranlage Teisendorf und dem Kanalnetz in nächster Zeit anstehen, nicht gefährdet. Wie Maria Scheurl-Böhnlein, stellvertretende Kämmerin, dem Marktgemeinderat erläuterte, sind zum Beispiel 150 000 Euro für die Erneuerung der Rechenanlage und 120 000 Euro für die Errichtung eines Fällmittellagerbehälters bei der Kläranlage eingeplant. Für die Erneuerung des Wasserrechtsverfahrens mit Umweltverträglichkeitsprüfung sind 140 000 Euro vorgesehen, für die Schlammentsorgung durch thermische Verwertung rund 32 000 Euro. Mit Kosten von rund 65 000 Euro wird für die Sanierung des Pumpwerks Warisloh gerechnet. Auch ein weiterer Mitarbeiter soll zusätzlich zu dem vorhandenen Personal bei der Kläranlage eingestellt werden. Nach Berücksichtigung aller Kosten ergibt sich für die vergangenen zwei Jahre eine Überdeckung von rund 285 000 Euro. Diese wird in gleichen Teilen auf 2018 und 2019 gebührensenkend angerechnet.

Wasserzähler müssen geeicht und verplombt sein

Grundlage für die Gebührenermittlung sind zum einen alle Kosten, die für den Betrieb der Kläranlage, des Kanalnetzes und die Einrichtungen der Fäkalschlammentsorgung anfallen, zum anderen die anfallenden Mengen an Abwasser und Fäkalschkamm. Die Abwassermenge zum Beispiel wurde aufgrund der Werte aus den Vorjahren mit rund 409 Tausend Kubikmeter veranschlagt. Der größte Teil davon kommt von Grundstücken, die sowohl Schmutz- als auch Niederschlagswasser einleiten. Für Grundstücke, die nur Schmutzwasser einleiten, oder solche, die eine eigene Vorklärung haben, wird ein Gebührenabschlag von neun Prozent gewährt. In diesem Rahmen wurde auch darauf hingewiesen, dass gemäß Satzung alle Wasserzähler geeicht und verplombt sein müssen und dass die Gemeinde nur mit den Eigentümern abrechnet und nicht auch mit den Mietern

Es sei sehr erfreulich, dass trotz der Mittel, die man für die Sicherstellung einer nachhaltigen Abwasserversorgung im Markt aufbringt, eine deutliche Senkung der Gebühren für die Bürger möglich sei, betonte Bürgermeister Thomas Gasser und war sich darin mit allen Gemeinderäten einig. Die Zustimmung zur geänderten Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerung- und Fäkalschlammentsorgung war demnach nur mehr eine Formsache.

Neuerlass der Entwässerungssatzung

Neben der Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung stand auch der Neuerlass der Entwässerungssatzung des Markts Teisendorf auf der Arbeitsagenda des Marktgemeinderats. Sie regelt Begrifflichkeiten und Fragen zur Benutzung der öffentlichen Kanalisation durch die Bewohner der Marktgemeinde. Die derzeitige Satzung stamme aus dem Jahr 1999, so der Leiter des Hauptamts, Johann Thanbichler. Eine Anpassung an die aktuelle Rechtslage insbesondere bei der Bayerischen Gemeindeordnung, dem Wasserhaushaltsgesetz, dem Bayerischen Wassergesetz und der Klärschlammverordnung sei notwendig geworden. Es handele sich dabei vor allem um Änderungen bei technischen Begrifflichkeiten und um die Anpassung bestimmter Paragrafen an höherrangiges Recht. Größtenteils entsprechen die Regelungen des neuen Satzungsentwurfs aber den Regelungen, die schon bisher in der Entwässerungsatzung enthalten waren. kon