weather-image
15°

»Absolute Seelenlieder«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Auf seiner Solotournee begleitet den Liedermacher und Musiker Werner Schmidbauer sein Sohn Valentin. Das Vater-Sohn-Gespann wurde im Waginger Zirkuszelt stürmisch gefeiert. (Foto: Rasch)

23 Jahre lang war das Duo »Schmidbauer & Kälberer« sehr erfolgreich unterwegs, bevor es im vergangenen Jahr getrennte Wege ging. Nach dieser langen Zeit und 35 Jahren Liedermacherei war es für Werner Schmidbauer an der Zeit für eine persönliche Zäsur: Dem 56-Jährigen war es ein drängendes Bedürfnis, mit seinen Liedern alleine auf der Bühne zu stehen. Eine längere Kreativpause hat er genutzt, um Kraft für ein Soloprogramm zu tanken.


Auf das Programm »Bei Mir« wartete das Publikum im Waginger Zirkuszelt gespannt. Dem begeisterten Applaus nach zu urteilen schaffte es Werner Schmidbauer, die Erwartungen der Fans zu erfüllen – auch wenn ab und zu das gewisse Gefühl fehlte, das Schmidbauer mit Kälberer versprüht hatte.

Werner Schmidbauer präsentierte sich aber spielsicher und sympathisch wie eh und unterstrich dabei sein Anliegen, Lieder zu singen, die ihm besonders am Herzen liegen und ein authentisches Bild von ihm zeichnen. Leider waren die Texte zum Teil sehr schlecht verständlich. In seinen Liedern und Arrangements wurden persönliche Erinnerungen wach – von seiner Tochter Anna, der er nie lange böse sein konnte und sehr treffend widmete er sich den Männern seiner Generation. Werner Schmidbauer fing spezielle Momente ein, die er Freunden widmete und sprach über die Trennung von seiner ersten Frau. »Alles absolute Seelenlieder«, erklärte Schmidbauer.

Seinen reichen Liederschatz ergänzt er auch mit dem bekannten »Momentensammler« aus seinem gleichnamigen Album und dem Song »Mandela«, den der Songwriter aus Bad Aibling dem im Dezember 2013 verstorbenen südafrikanischen Freiheitskämpfer gewidmet hat.

Das »Zeltln«-Festival war nach der Premiere in Niederbayern der zweite Auftritt seiner Solotournee, auf der ihn ein besonderer Gast begleitet: sein Sohn Valentin, ein ebenso begnadeter wie charmanter Musiker und Songwriter. Neben einigen gemeinsamen Liedern stellte der 30-Jährige auch einige seiner eigenen vor.

Das Vater-Sohn-Gespann löste beim Publikum stürmische Begeisterung aus. Mit seinem Sohn hat Werner Schmidbauer auch eine neue Version seines Liedes »Zeit der Deppen« aufgenommen. Herausgekommen ist eine generationsübergreifende Meldung an die »Deppenschwemme« in den weltpolitischen Führungsetagen.

Am Ende des rund zweistündigen Programms forderten die Zuschauer mehrere Zugaben, die selbstverständlich erfüllt wurden. Schmidbauer, der bereits zum dritten Mal beim Festival in Waging aufgetreten ist, stellte das besondere Ambiente des Zirkuszelts heraus und regte an, den eingeschlagenen Weg aus einer Mischung von Konzerten, Kabarett und Show fortzuführen: »Ihr habt's a super Festival, behalt's euch des!« Gabi Rasch