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Abschiedstournee vorbei: 1860 trennt sich von Funkel

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1860 München trennte sich von Trainer Friedhelm Funkel. Foto: Tobias Hase Foto: dpa

München (dpa) - 1860 München hat die Abschiedstournee von Friedhelm Funkel nach nur einem Spiel vorzeitig beendet und sich mit sofortiger Wirkung von seinem Cheftrainer getrennt.


Wenige Stunden nach dem desolaten 0:3 (0:2) im Heimspiel gegen den Karlsruher SC beendete der Fußball-Zweitligist die Dienstzeit des 60-Jährigen. Erst vier Tage zuvor hatten die »Löwen« bekanntgegeben, den nach der Saison auslaufenden Vertrag mit Funkel nicht verlängern zu wollen. Zu groß ist beim Tabellenneunten die Enttäuschung über die erneut früh geplatzten Aufstiegshoffnungen. Die Übungseinheiten soll vorerst der bisherige Co-Trainer Markus von Ahlen leiten.

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Erst im September 2013 hatte Funkel das Traineramt von Alexander Schmidt übernommen. Den hohen Anforderungen im Verein und Umfeld konnte der Trainer-Veteran jedoch nicht gerecht werden. Nur im Aufstiegsfall hätte er eine Option für eine Vertragsverlängerung besessen. Doch die enorme Erfahrung des Fußballlehrers reichte nicht. Weit über 1000 Spiele in der 1. und 2. Liga hat Funkel als Spieler und Trainer vorzuweisen, als Coach arbeitete er bereits bei Eintracht Frankfurt, Hertha BSC, dem MSV Duisburg, dem VfL Bochum und dem 1. FC Köln.

Gegen Karlsruhe wirkten die Sechziger am Sonntag jedoch keinesfalls erstligareif. Die drei Tore von Rouwen Hennings (19./32./53 Minute) wahrten für den KSC fast im Alleingang die Chancen auf den Sprung ins Oberhaus - und kosteten Funkel den Job.

Für die Münchner war es die dritte Heimniederlage nacheinander - jeweils ohne eigenen Torerfolg. »Es ist bitter, wenn man zu Hause 0:3 verliert«, sagte Funkel. Der 60-Jährige konnte die Frage, ob er auch am Montag definitiv auf dem Trainingsplatz stehen werde, schon nicht mehr beantworten: »Die Frage müssen Sie nicht mir stellen.« Am Abend war seine Amtszeit mit einer knappen Pressemitteilung offiziell vorbei.

Die Sechziger waren vor 19 100 Zuschauern optisch überlegen, aber der reifere KSC setzte mit Kontern effektive Nadelstiche. 1860 half zudem in Person des jungen Markus Schwabl bei den ersten zwei Gegentoren mit. Beim Foulelfmeter zum 0:1 brachte der 23 Jahre alte Innenverteidiger Daniel Gordon im Strafraum zu Fall. »Das war der Knackpunkt der Partie«, meinte Funkel. Vor Hennings zweitem Streich unterlief Schwabl einen langen Ball.

Auch nach der Pause ließen sich die offensiv einfallslosen Sechziger wie beim fulminanten 0:3 von Hennigs auskontern wie eine Schülermannschaft. »Heute waren wir von Anfang an nicht gut«, gestand Kapitän Guillermo Vallori. Das habe aber nichts mit dem unter der Woche verkündeten Abschied von Funkel zu tun gehabt, versicherte Vallori. Hennings vergab sogar noch die Chance auf sein viertes Tor (87.). »Wir haben die Tür einen kleinen Spalt geöffnet«, sagte KSC-Coach Markus Kauczinski zum Thema Aufstieg.