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Ehemaliges Vorzeigehotel soll bis Ostern verschwinden – Eigentümer Dr. Bartl Wimmer: »Wieder touristische Nutzung geplant«

Abriss der »Geiger«-Ruine startet diese Woche

Bischofswiesen – Diese Woche beginnen an der Ruine des ehemaligen Hotels »Geiger« in Stanggaß die Abrissarbeiten. Das bestätigte Dr. Bartl Wimmer, der die Immobilie vor rund einem halben Jahr ersteigert hatte, gegenüber unserer Redaktion.

Bis Ostern soll die Ruine des ehemaligen Hotels »Geiger« endgültig verschwunden sein. (Foto: Pfeiffer)

»Der Zustand ist erbärmlich und steht in deutlichem Kontrast zu dem, was das Haus einmal war«, erklärt Wimmer. Deshalb rücken nun die Bagger an. Das ehemalige Wohnhaus, einen Steinwurf von der Dependance entfernt, wird platt gemacht. Ebenso das in Teilen zusammengefallene Bettenhaus. Zudem das Schwimmbad und jener Teil, in dem die ehemalige Hotel-Küche zu finden war.

Der Abriss wird viel Zeit in Anspruch nehmen. »Ungefähr bis Ostern«, sagt der Unternehmer, der als Grünen-Politiker sowohl im Berchtesgadener Gemeinderat als auch auf Kreisebene aktiv ist. Auch wenn Wimmer eine Abrissgenehmigung für das gesamte Hotel hat, so möchte er für einige Bereiche zunächst eine Untersuchung des Landesamtes für Denkmalschutz abwarten, die derzeit läuft. Erst dann werde entschieden, »ob und was gegebenenfalls stehen bleibt«. Denkbar sei, einzelne Bereiche zu erhalten, die dann, bei einer künftigen Nutzung, integriert werden könnten. Der Reichenhaller Ingenieur Christian Baumann wird den Abriss koordinieren.

Und auch in Sachen Grobplanung des Bebauungsplans hat sich Bartl Wimmer für einen Mann entschieden, der in Berchtesgaden nicht nur bekannt, sondern auch seit Jahren aktiv ist und mit dessen Hilfe das Ortsbild und damit der Markt von Berchtesgaden entscheidend geprägt wurde: Architekt und Stadtplaner Manfred Brennecke.

Bartl Wimmer sagt, dass auf dem Gelände des ehemaligen Hotels auch künftig eine touristische Nutzung stattfinden werde. Eine Änderung des Flächennutzungsplans strebt er nicht an. Damit sind Gerüchte, dass dort ein Altenwohnheim entstehen könnte, vom Tisch. Betreutes Wohnen oder gar eine neue Klinik? Gestrichen. Das seien zwar alles gute Ideen. »Diese sind aber alle nicht zulässig, es gibt dafür kein Baurecht«, betont Wimmer.

Verfolgt werden soll hingegen der »alte Nutzungszweck samt Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten«. Etwa Mitte des Jahres soll klar sein, »was es am Ende wird«. Erst dann könne man in die Bebauungsphase gehen. Fakt ist auch, dass 2018 nicht mehr gebaut wird. Ebenso widerspricht Bartl Wimmer allen Vermutungen hinsichtlich einer Zusammenarbeit: »Es gibt derzeit keine Kooperation mit Immobilienprojektentwicklern.«

Druck hat der Unternehmer nicht. Schon nach Bekanntgabe der Ersteigerung hatte der 57-Jährige klar gemacht, dass ihm die Zeit nicht im Nacken sitze. Wichtig sei allein ein »vernünftiges und für den Ort verträgliches Konzept«. Kilian Pfeiffer