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Abenteuerlicher Abstieg mit Notbiwak

4.2
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Schönau am Königssee – Ein Bergabenteuer, das noch einmal gut ausging, erlebten an den letzten Tagen drei junge Damen und eine weitere dreiköpfige Bergsteigergruppe. Ihnen gelang am Donnerstag und Freitag bei erheblichen Neuschneemengen und tiefen Temperaturen der Abstieg vom Kärlingerhaus nach St. Bartholomä. Sogar ein Notbiwak überstanden sie unbeschadet.


Bereits am Mittwochabend hatte ein Bergsteiger bei der Bootsüberfahrt von St. Bartholomä zur Seelände einem Bediensteten der Schifffahrt mitgeteilt, dass er am Dienstag am Kärlingerhaus drei junge Damen getroffen hatte, die die Nacht auf Mittwoch und auch noch die Nacht auf Donnerstag im Winterraum verbringen wollten. Die Frauen im Alter von etwa 25 Jahren waren lediglich mit leichten Bergschuhen ausgerüstet und hatten auch keine Schneeschuhe dabei.

Als die Polizeiinspektion Berchtesgaden davon erfuhr, beriet sie sich mit der Bergwacht Berchtesgaden über das weitere Vorgehen. Von den Frauen waren weder die Namen noch Anschriften bekannt, auch waren sie von niemandem als vermisst gemeldet worden. Da anzunehmen war, dass die Frauen keine Telefonverbindung hatten und somit auch selbstständig keinen Notruf hätten absetzen können, wurde aufgrund der erheblichen Neuschneemengen angenommen, dass die Frauen aus eigener Kraft nicht absteigen können.

Am Freitag gegen 9 Uhr wurde dann die Polizeihubschrauberstaffel alarmiert. Der Hubschrauber befand sich bereits im Anflug zum Funtensee, als die Wirtsleute von St. Bartholomä mitteilten, dass die drei Damen den See erreicht hatten. An der Seelände wurden die unverletzten Frauen zu ihrem Abenteuer befragt. Sie gaben an, dass am Mittwoch nochmals drei Personen am Funtensee eingetroffen waren, die eigentlich mit ihren Schneeschuhen zum Riemannhaus wandern wollten. Gemeinsam hatte man sich dann am Donnerstag dazu entschieden, bei Schneetreiben und Lawinengefahr über die Saugasse abzusteigen. Tatsächlich gelang der Abstieg, wenn auch mit einer zusätzlichen, bitterkalten Übernachtung in einem Notbiwak. Alle Beteiligten hatten die Wetterprognosen für die Dreikönigwoche falsch beurteilt und deshalb die Hüttenwanderung wie geplant unternommen. fb

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