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A Musi fürs Herz und fürs Gemüt

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Mit Volksmusik aus dem 18. und 19. Jahrhundert und klassischen Stücken von Wolfgang Amadeus Mozart begeisterte das Ensemble Gabi Augsbach (von links), Elisabeth Bäuml, Hans Kain, Rudi Leitermann und Barbara Unterreithmeier bei einem Konzert im Chieminger Heimathaus. (Foto: Rasch)

Das feine Gespür für die Zither hat Rudi Leitermann auch noch mit über 80 Jahren nicht verloren – obwohl er unter einer starken Sehschwäche leidet und die Noten nicht mehr lesen kann.


Aber die Liebe zu seinem Instrument ist stärker. Mit Unterstützung seiner Tochter Gabi ist es ihm gelungen, Stücke auswendig für ein letztes Konzert mit befreundeten Musikanten im Heimathaus Chieming einzustudieren. »Eine starke Leistung«, fand nicht nur der Vorsitzende des Freundeskreises Heimathaus Chieming, Hubert Steiner. Auch die zahlreichen Besucher bewunderten die Willensstärke des 81-Jährigen. Dafür gab es einen Extraapplaus.

Dass der frühere Musiklehrer an der Sing- und Musikschule Traunwalchen auch ein Faible für Alte Musik besitzt, ist hinlänglich bekannt. Inspiriert vom zitherspielenden Herzog Max in Bayern, dessen bekannte Tochter Sisi das Instrument sogar an den Wiener Hof brachte, aber auch von mozärtlichen Klängen, hat Leitermann ein abwechslungsreiches und ansprechendes Programm zusammengestellt. Unter der Mitwirkung von Barbara Unterreithmeier und seiner Tochter Gabi Augsbach (Hackbrett), Elisabeth Bäuml (Harfe) und Hans Kain (Gitarre) erlebten die Zuhörer Saitenmusik vom Feinsten. Höfisch-elegant und zuweilen beschwingt präsentierte sich das Ensemble mit Werken aus der Volksmusik aus dem 18. und 19. Jahrhundert und klassischen Stücken von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Instrumentalisten überzeugten durch hohe Musikalität und ein feines Gespür für Harmonien.

Mit dem Menuett Nr. 2, KV 250 von Wolfgang Amadeus Mozart eröffnete das Ensemble den Konzertreigen. Auf das Sachranger Menuett und dem »Schlafata Landler« von Tobi Reiser, folgten unter anderem der Pongauer Walzer und die Amalien Polka von Herzog Max in Bayern. Das Stück »Deutscher mit Trio« nur mit Zither und Hackbrett gespielt, widmete Leitermann dem im letzten Jahr verstorbenen Musiker und Journalisten Engelbert Kaiser.

Zu den Höhepunkten des zweiten Teils gehörten überlieferte Flötenstücke aus der Steiermark. Dazwischen streute das in jeder Hinsicht gefestigte Ensemble das bekannte Marienmenuett und den »Scheiwei Boarischen« ein. Dem Andante aus dem Divertimento von Mozart als Zugabe folgte abschließend eine Jodler Polka, bei der auch das Publikum zum Mitjodeln aufgefordert wurde. Anekdoten und eingestreute Zitate von Volksmusikanten und Komponisten, gaben dem Konzert zugleich einen literarischen Anstrich. Die Zuhörer bedankten sich mit einem langen Applaus und schwärmten in höchsten Tönen: »A Musi fürs Herz und fürs Gemüt.« Gabi Rasch