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Überseer Blasmusikanten standen als »Blues Brothers« auf der Bühne

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Die Blasmusikanten »stilecht« als »Blues Brothers«. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Eine Rekordzuschauerkulisse von rund 550 Besuchern, Bravo-Rufe und sogar stehende Ovationen gab es beim Frühjahrskonzert der Überseer Blasmusikanten in der Turnhallen-»Philharmonie« der Gemeinde. Das grandiose Spiel der 50-köpfigen Kapelle erfüllte alle Erwartungen.


Der große Besucherstrom ließ den Musikvereinsvorsitzenden Christian Kroner staunen: »Dass uns tatsächlich die Stühle ausgehen, habe ich noch nie erlebt.« Schließlich hatten alle einen Sitzplatz und die Chronik der Frühjahrskonzerte einen neuen Besucherrekord.

Jugendkapelle eröffnete Konzertabend

Den Auftakt des musikalischen Feuerwerks machte die 20-köpfige Jugendblaskapelle unter ihrem Leiter und Dirigenten Constantin Zill mit einem mitreißenden Querschnitt aus dem Romeo-und-Julia-Musical der »West-Side-Story« von Leonhard Bernstein. Insgesamt brachten die Jugendlichen in einer beeindruckend konzentrierten Leistung fünf Musikstücke zu Gehör, darunter den »Jäger aus Kurpfalz« von J. G. Rode, den Walzer »Ein Strauß für dich« von J. Strauß und »Bist du bei mir« von J. S. Bach. Sehr viel Beifall erhielten die Jugendlichen für ihr Medley aus dem Musical »Phantom der Oper« von Andrew Lloyd Webber. Erstmals moderierte und informierte Sabrina Ehnle über die Stücke der Jugendblaskapelle.

»Heute spielen wir zum ersten Mal ohne Aushilfen aus der großen Kapelle«, sagte der Dirigent nicht ohne Stolz. Das Anwachsen der Jugendblaskapelle sei ebenso eine Erfolgsgeschichte wie die neue Bläserklasse in der vierten Grundschulklasse. Laut Zill liefen zur Zeit Pläne für eine sogenannte »Erwachsenenbläserklasse«. Hier haben Einsteiger jeden Alters die Chance, musikalisch aktiv zu werden. Entsprechende Infos gibt es beim Tag des offenen Musikheims am 7.  Juni ab 18 Uhr.

Schwerpunkt lag auf tschechischen Komponisten

Mit den kraftvollen und virtuosen Klängen des Marschs »Bei der Mühle« von Frantisek Kmoch eröffnete dann das 50-köpfige Ensemble der Blaskapelle unter der Leitung von Thomas Lindlacher seinen Konzertteil. Insgesamt hatte er mit fünf von elf Stücken diesmal den Schwerpunkt auf tschechische Komponisten gelegt. So kamen in traditioneller Blasmusikkultur die Tarantella von Pavel Stanek, die Polka »Im Wäldchen« von Karel Sejk, die Dudelsackpolka von Jaroslav Novak und der Marsch »Trocadero« von Emil Stoik zu Gehör. Zum Glanzpunkt mit Bravo-Rufen geriet dabei die »Dudelsackpolka« mit den grandiosen Klarinettensolisten Franz Pichl und Thomas Strohmayer. Nicht enden wollender Applaus bewegte die beiden Musiker sogar zu einer Zugabe am Konzertende.

In die »Halle des Bergkönigs« aus der Per-Gynt-Suite von Edvard Grieg entführte Dirigent Lindlacher die Zuhörer ebenso wie zum »Dorfteich« von Hans Reiner Schmidt. Ganz präzise war das Spiel bei der Polka »Von Freund zu Freund« von Martin Scharnagl und bei den Volksweisen »Maxglaner Zigeunermarsch Reloaded« in der Bearbeitung von Christof Zellhofer.

In Verkleidung der Kultband geschlüpft

Dass die Blasmusikanten auch Modernes ausgezeichnet interpretieren können, bewiesen sie einmal mehr bei zwei Höhepunkten des Konzerts. Zum einen war es die »Blues Brother Revue« in der Bearbeitung von Jay Bocook, für die einige Musikanten sogar in die stilecht-coole Verkleidung der Ende der 70er Jahre gegründeten amerikanischen Kult-Band mit den dunklen Sonnenbrillen als »Markenzeichen« schlüpften. Mit grandiosen Zwischensequenzen trafen sie genau deren ursprünglich als Rhythm-and-BluesBand gegründeten Sound.

Zum anderen präsentierten die Blasmusikanten das Medley »Udo Jürgens live« in der Bearbeitung von Kurt Gäble. »17 Jahr, blondes Haar«, »Griechischer Wein«, »Das ehrenwerte Haus« und »Mit 66 Jahren« waren nur einige der bekannten Titel des 2014 verstorbenen Entertainers.

Abgerundet wurde das großartige Konzert von den geistreichen, humorvollen und wissenswerten Informationen von Moderator Martin Bauhofer. Und natürlich wollten die begeisterten Zuhörer die Blasmusikanten nicht ohne Zugabe gehen lassen. Neben einer kurzen Wiederholung aus der Dudelsackpolka der beiden Klarinettensolisten war es »Such a happy Day« von Steve Crosby, in Deutschland bekannter als Fliegerlied »So ein schöner Tag«. bvd