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Übers ganze Jahr 2018 wird Jubiläum gefeiert

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Felix Breyer (links) und Christian Simonis beim Pressegespräch. (Foto: Aumiller)

2018 ist das Jubeljahr, in dem das Bad Reichenhaller Orchester 150 Jahre alt wird. Das Fest wird gefeiert. Ein ganzes Jahr lang. »Fest« prangt auch in magentafarbenen Lettern auf dem Titel der neuen Programmbroschüre. Und ab 1. Januar 2018 werden aus der bisherigen Philharmonie die Bad Reichenhaller Philharmoniker.


Das hat damit zu tun, dass mit Philharmonie oft ein Gebäude gemeint ist. Im Orchester haben wir es aber mit Menschen zu tun, genau gesagt mit 44 Musikern, erläuterte Geschäftsführer Felix Breyer beim Pressegespräch die Entscheidung zur Namensänderung. Die Zeit des Wandels hat auch im Orchester Einzug gehalten. »Denn nichts ist so beständig wie der Wandel«, begründete Breyer. Generalmusikdirektor Christian Simonis zitierte einen Ausspruch Breyers, dem er voll zustimmte: »Unser Maßstab ist die Qualität der Werke und die Ernsthaftigkeit der Aufführung. Sonst nichts!«

1868 Philharmoniker und Kurgarten gegründet

Heimatforscher Dr. Johannes Lang habe das Jahr 1868 als besonders produktiv und brodelnd herausgefunden, was zur Gründung der Philharmoniker und des Kurgartens führte, berichtete Simonis und verwies außerdem auf bedeutende Persönlichkeiten wie Thomas Bernhard, Marie Ebner-Eschenbach oder Elias Canetti, die zur Geschichte Reichenhalls dazugehörten.

Das Fest zum Jubiläum wirke das ganze Jahr hindurch in die Konzerte hinein. Simonis wies auf die Verbundenheit und Vernetzung des Orchesters in der Region hin, in der Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, mit der Bad Reichenhaller Akademie, mit den Chören, der Stadtkapelle und den Schulen. Auch bildende Kunst und Theater würden miteinbezogen. Er meinte: »Im Laufe des Jahres kommen wir mit allen Menschen im Umfeld in Kontakt und der Blick in die Geschichte zeigt uns, dass wir sie lebendig halten und gleichzeitig aktuell sind mit Musicals, Uraufführungen und Filmmusik.« Die Programmzusammenstellung des Festkonzertes am 6. Februar habe Symbolcharakter. Ein Gemeinschaftskonzert des Münchner Symphonieorchesters Wilde Gungl und der Bad Reichenhaller Philharmoniker im Münchner Prinzregententheater sei von besonderem Reiz in Erinnerung an den Komponisten und Dirigenten Josef Gungl. Ein Gang zum Friedhof solle Erinnerung an frühere Kollegen wachrufen, an Menschen, die Positives geleistet haben.

2018 werden außerdem 100 Jahre Freistaat Bayern gefeiert. Auch zu diesem Gedenken solle in jeder Veranstaltung musikalisches Leben pulsieren. »Die Musik hat vielen innere Kraft gegeben und Menschen, die ihr ganzes Leben Musik als Partner hatten, zeichnen sich im Alter durch inneren Reichtum aus. Die Essenz, die die Kunst schenkt, wollen wir in verschiedenen Facetten zum Ausdruck bringen«, ist Simonis’ künstlerische Perspektive.

Verbindung mit den Musikhochschulen

Das Verhältnis zum Nachwuchs werde im weitesten Sinne gepflegt, berichtete Felix Breyer weiter. Durch die Verbindung mit den Hochschulen von München, Nürnberg und dem Mozarteum gibt es Dirigentenklassen und junge Künstler bekommen die Gelegenheit, solistisch aufzutreten. Spezielle, inhaltlich abgestimmte Programme werden für Schulen angeboten. Highlights sind dabei die Gastspiele, wie etwa für »Bestnoten hören« mit den Gewinnern von »Jugend musiziert«. Außerdem werden kostenlose Probenbesuche für Schulen angeboten und ein Wahlabo für 27 Euro, bei dem Schüler drei Veranstaltungen besuchen können.

Breyer wies noch auf drei besondere Jubiläums-Highlights hin: Ein Buch zum Jubiläum wird herauskommen, eine Jubiläumschronik mit einem Rückblick auf die 150 Jahre des Bestehens, aber auch mit einem Ausblick in die Zukunft. Am 6. Februar wird der Gründungstag mit einer Festveranstaltung gefeiert und am 20. Oktober 2018 findet der Philharmonikerball statt, den es früher schon gab und dessen Tradition wieder aufleben soll. Anzumerken ist noch, dass das diesjährige Konzert der philharmonischen Weihnacht am 20. Dezember 2017 mit dem Weihnachtsoratorium nicht wie ursprünglich angekündigt im Theater, sondern im Alten Kurhaus stattfindet.

Der gemeinnützige Trägerverein wird weiterhin unter Bad Reichenhaller Philharmonie e.V. geführt. Er hat 250 Mitglieder, was als tragende Grundlage eine beachtliche Zahl und ein breites Engagement darstelle, befand Breyer, der über Aktivitäten und Zahlen einen Überblick gab: Die regionale Zusammenarbeit ist wichtig, was zahlreiche Gastspiele im Umkreis belegen. Neu ist eine Kooperation mit den Festspielen Immling.

Eine Besonderheit stellt die Verbindung zur Kurmusik dar. Ganzjährig wird klassische Unterhaltung mit einem breiten Spektrum abgedeckt. 230 Konzerte im Jahr sind eine stolze Zahl für ein Orchester dieser Größenordnung, dazu 100 weitere, delegiert an Kammermusik und kleinere Ensembles, die im Rahmen der Kurmusik auftreten. Fördergelder geben die Stadt Bad Reichenhall, der Landkreis Berchtesgadener Land, der Bezirk Oberbayern und der Freistaat Bayern mit einer Fördersumme von rund 2,186 Mio. Euro. Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf rund 3,27 Mio. Euro. Die Eigenwirtschaftlichkeit liegt mit rund 32 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Elisabeth Aumiller