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94 Gesellen verstärken das heimische Elektro-Handwerk

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Ehrung für die Besten der Gesellenprüfung der Elektro-Innung: Innungsbester der Winterprüfung ist Sebastian Westner (Zweiter von rechts). Ausgezeichnete Leistungen erreichten auch Christoph Schustermann (Mitte) und Simon Manzinger (Zweiter von links). Obermeister Otto Zach (links) und Lehrlingswart Hermann Stadler überreichten die Gesellenbriefe und anerkennende Geschenke für die erfolgreichen Gesellen. (Foto: Wittenzellner)

Palling – Kräftige Verstärkung für die heimischen Betriebe des Elektro-Handwerks: 94 Gesellen sind gemäß einer jahrhundertealten Tradition von den Pflichten ihres Lehrverhältnisses freigesprochen und in den Gesellenstand erhoben worden.


Der deutliche Zuwachs an Gesellen zeige auch, dass junge Leute das Handwerk, aber gerade auch den Beruf des Elektronikers in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik als attraktiven Berufszweig ansehen. Im voll besetzten Saal des Gasthofs Michlwirt in Palling saßen Vertreter der Berufsschulen, der Betriebe und Bildungszentren sowie Angehörige der erfolgreichen Gesellen zusammen. Gemeinsam feierte man den Meilenstein im Berufsleben der jungen Fachkräfte.

Otto Zach, Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Traunstein, in der sich die Betriebe der Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf zusammengeschlossen haben, sagte in seiner Festrede: »Die abgeschlossene Berufsausbildung ist ein wichtiger Meilenstein für ein selbstbestimmtes Leben.« Die Ausbildungsbetriebe hätten maßgeblich Anteil an dem Erfolg der Gesellen. Die Zeit der wirtschaftlichen Erfolge mit einem scheinbar ungebrochenen Boom lasse schwierige Zeiten wie das Jahr 2009 während der Finanz- und Wirtschaftskrise fast vergessen.

Die Wirtschaft und gerade auch das Elektro-Handwerk würde gerade in den vergangenen Jahren kräftig boomen. Die Digitalisierung laufe fast unbemerkt kräftig voran, der Internethandel habe hohe Zuwachsraten. Alte Berufe würden verschwinden, neue Berufsfelder sich entwickeln. »Auch das Kundenverhalten und die Ansprüche der Kunden steigen«, so der Obermeister. Man müsse in dem Handwerksberuf kreativ sein, man arbeite lösungsorientiert. An die jungen Gesellen gerichtet sagte er: »Ihr habt eine wichtige Hürde genommen, das, was ihr jetzt macht, dafür seid ihr selbst verantwortlich.«

Stellvertretend für die beteiligten Berufsschulen und Bildungseinrichtungen betonte Wolfgang Kurfer, Schulleiter der Gewerblichen Berufsschule Traunstein: »Elektroniker Fachrichtung Gebäudetechnik – der Titel hört sich schon mal gut an. Und er unterstreicht, wie viel Engagement sie in den vergangenen Jahren aufgebracht haben.« Mit dem Abschluss ihrer Ausbildung hätten sie einen großen Schritt in Richtung eines eigenständigen, selbstbestimmten Lebens getan. In den dreieinhalb Jahren Ausbildungszeit hätten die jungen Fachkräfte die Themen Photovoltaik, intelligente Haustechnik, aber auch das einfache Montieren von Steckdosen erlernt.

Lehrlingswart Hermann Stadler gab Details zur Prüfung an die Anwesenden weiter. 79 Teilnehmer nahmen an der Winterprüfung teil, 78 schlossen diese erfolgreich ab. Der Notendurchschnitt lag bei 3,1. Zur Sommerprüfung waren 16 Auszubildende angetreten, alle bestanden. Der Notendurchschnitt lag bei 2,1.

Prüfungsbester in der Winterprüfung ist Sebastian Westner vom Ausbildungsbetrieb Schletter in Kirchdorf mit der Note 2,0. Prüfungsbester in der Sommerprüfung ist Christian Rötzer vom Ausbildungsbetrieb Elektro Kaiser in Töging mit der Note 1,6. Speziell gewürdigte, gute Leistungen erzielte Christoph Schustermann vom Ausbildungsbetrieb Schupfner in Fridolfing mit einem Notendurchschnitt von 1,7. Das gleiche gute Ergebnis erreichte Simon Manzinger vom Ausbildungsbetrieb Zach Elektroanlagen in Tacherting.

Stadler bedankte sich bei den Mitgliedern des Prüfungsausschusses, die wieder mit hohem Engagement ihr ehrenamtliches Amt begleiteten. Danke sagte er auch zu den Vertretern der Berufsschulen, Bildungszentren und den Ausbildungsbetrieben, die wie auch das familiäre Umfeld dazu beitrugen, dass die jungen Menschen ihre Ausbildung erfolgreich absolvierten.

Erfreulich war auch, dass zwei junge Spanier, die im Rahmen des Projekts »Career BY« in die Region gekommen waren, ihre Prüfung erfolgreich absolvierten. Zünftig und festlich wurde nach der offiziellen Freisprechungsfeier weitergefeiert. Den richtigen Ton dazu lieferte die Emertshamer Blaskapelle. awi