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50 Kameras für die Suche nach Gams und Reh

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Im Rahmen des deutschlandweiten Forschungsprojektes »Schalenwildmonitoring in deutschen Nationalparken« wurden in neun Großschutzgebieten insgesamt 550 Wildkameras aufgestellt. Der Nationalpark Berchtesgaden ist Teil des nationalen Projektes, hier wurden 50 Kameras abseits der Wanderwege und – wie die Nationalparkverwaltung versichert – unter Wahrung des Datenschutzes angebracht. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Wie hoch sind die Bestände beim Schalenwild, betreffend Rot-, Reh- und Gamswild, im Nationalpark Berchtesgaden? Welchen Einfluss haben sie auf die Waldentwicklung? Und lässt sich aus dem Monitoring ein sinnvolles Management der Bestände ableiten? Diese und weitere Fragen wollen neun Großschutzgebiete gemeinsam im Rahmen eines neuen, deutschlandweiten Forschungsprojekts beantworten.


»Ziel des Vorhabens mit dem Titel ›Schalenwildmonitoring in deutschen Nationalparken‹ ist es, die Zusammenhänge zwischen den Populationsgrößen und der Wirkung der Tierarten auf das Ökosystem zu erforschen«, erläutert Nationalparkleiter Dr. Roland Baier.

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In einem ersten, einjährigen Testlauf werden ab Herbst 2019 bundesweit 550 automatische Wildtierkameras installiert. Dieser Umfang ist beim Schalenwildmonitoring bislang einmalig.

»Gemeinsam sind die Chancen bei der Suche nach optimalen Vorgehensweisen größer, denn alle Schutzgebiete stehen bei den Fragen der Regulierung der Wildbestände vor den gleichen Herausforderungen«, betont Baier die Bedeutung der deutschlandweiten Kooperation. Die Finanzierung des Projektes stellt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn sicher.

Im Nationalpark Berchtesgaden wurden in den vergangenen Wochen im Waldbereich der Kern- und Pflegezone an zufällig ausgewählten Standorten abseits der Wege 50 Wildtierkameras ausgebracht und eingerichtet. Die Umsetzung erfolgte unter der Leitung von Nationalpark-Mitarbeiter Bernd Becker: »Derzeit suchen wir alle Standorte der Wildkameras erneut auf, um frische Batterien und neue Speicherkarten einzusetzen. Damit sind die Wildkameras fit für den Winter.«

Die Verwendung der Fotofallen findet ausschließlich im Rahmen der Wildtierforschung statt, der Datenschutz wird laut Nationalparkverwaltung gewahrt. »Sollten zufällig Personen aufgenommen werden, so sind diese Bilder umgehend zu löschen«, verspricht Becker.

Am Probebetrieb des deutschlandweiten Forschungsprojektes nehmen die Nationalparke Berchtesgaden, Bayerischer Wald, Schwarzwald, Hainich, Kellerwald-Edersee, Hunsrück-Hochwald und Müritz sowie das Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide teil. fb

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