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30 Jahre und kein bisschen leise

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Die Cappuccino Jazz Band besteht aus (von links) Bruno Backes, Robert Gierlinger, Robert von Siemens, Reinhard Thussbas, Julia Fehenberger, Max Pastötter und (im Hintergrund verdeckt) Gerhard Herrmann am Kontrabass. (Foto: Heel)

Ein spannendes Konzert, das sich kontinuierlich steigern werde, kündigte Bandleader (und Saxophonist) Robert von Siemens an, kaum dass er die Bühne in der ausverkauften Traunsteiner Kulturfabrik NUTS betreten hatte.


Eine Ansage, die sich mehr als bestätigen sollte. Denn zunächst spielte die Band nur zu viert auf, präsentierte Robert von Siemens zusammen mit Max Pastötter an der Gitarre, Gerhard Herrmann am Bass und Reinhard Thussbas am Schlagzeug etliche Jazzstandards von Komponisten wie Wayne Shorter oder Horace Silver, transparent, satt dynamisch und mit feinem Gespür für Improvisationen und rhythmische Spannung. Dann, kurz vor der Pause, stießen Bruno Backes und Bernhard Gierlinger hinzu, um mit Posaune respektive Trompete den Sound weiter anzuheizen.

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Glänzten nun alle sechs mit fast schon inbrünstiger Freude am Spielen, gepaart mit technischer Virtuosität. Ergänzt wurde das Sextett schließlich von der Sängerin Julia Fehenberger, die seit 15 Jahren mit der Band auftritt und mit Songs wie »I’m So Glad I’m Standig Here Today« zusätzlich für Schwung sorgte. Höhepunkt war hierbei ihre Noir-Version des Klassikers »Ain’t No Sunshine …«, bei der sie sich mal leise, verhalten und melodiebetont, dann wieder expressiv-verzerrt gab.

Ähnlich intensiv und spannungsreich fiel auch der Rest des gut zweistündigen Konzerts aus, bot die Band neben einigen Eigenkompositionen noch Stücke von Keith Jarrett (»Country«) oder den Jazz Messengers bzw. Art Blakey. Nicht verwunderlich ist es also, dass die 1985 gegründete Formation seit Langem zu den erfolgreichsten Jazz-Bands in der Region zählt. Als Zugabe beglückte sie das begeisterte Publikum noch mit »It’s So Quiet«, einem Big-Band-Klassiker aus den 50er Jahren, der in der Version von Björk zum Welthit avancierte. Und auch Julia Fehenberger hatte noch einen tollen Auftritt mit ihrem rauschhaften Trip auf der unverwüstlichen »Route 66«. Wolfgang Schweiger

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