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25 Jahre Leckeres aus der Jazzkantine

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Jazzkantine
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Abwechslungsreiche Bustour mit der Jazzkantine. Foto: Marc Stantien Foto: dpa

Seit 25 Jahren wird in der Braunschweiger Jazzkantine eine leckere Stil-Mixtur zusammengekocht. Sein Jubiläum feiert das Crossover-Projekt nun »Mit Pauken und Trompeten«. Lässiger kann Sommermusik kaum klingen.


Berlin/Braunschweig (dpa) - »25 Jahre? Silberhochzeit? Leute, wie die Zeit vergeht«, schreibt die Jazzkantine im Booklet ihres neuen Albums.

Und erinnert sich ohne Wehmut, aber mit dem für diese Band so typischen Humor: »Saßen wir nicht eben noch im Doppeldecker von München nach Wien? Mit 18 Betten, Schnaps und Bier? Da durfte sogar noch geraucht werden im Bus, egal was.«

Doch, es ist tatsächlich schon ein Vierteljahrhundert mit über 1500 Konzerten her, dass sich die Braunschweiger Crossover-Truppe von US-Projekten wie Jazzmatazz und Us3 oder dem Veteranen Quincy Jones zu einer deutschen Mixtur aus Jazz, Funk, Soul und Hip-Hop inspirieren ließ. Knackige Bässe und Beats, Scratching und Soli, Reime mit Wortwitz: Auch das neue Werk »Mit Pauken und Trompeten« bietet davon wieder jede Menge - und es klingt fast so frisch und originell wie am ersten Tag.

»Es ist Jazz« - das nimmt die Jazzkantine um die Rapper Cappuccino und Tachi sowie Bandleader Christian Eitner auch jetzt wieder für sich in Anspruch. Es gibt ein paar schöne Balladen (»Die Zeit bleibt stehen«), Instrumentals, viele Rhythmen aus dem Fundus der schwarzen Musik. Und natürlich pfiffige Texte wie im Erziehungs-Ratgeber »Lass sie doch«.

In »Eine Ehre« blicken die derzeit neun Kantinen-Köche gut vier Minuten lang zurück und bedanken sich: »Hey hey an alle Wegbegleiter, (...) es war uns eine Ehre und so soll es immer sein«. Künstler wie Top-Posaunist Nils Wogram, die Sängerinnen Pat Appleton und Maike Jacobs oder Albert N'Sanda stehen Spalier.

»Für mich stellte sich 1994 die Frage: Bekommt man so etwas auch mit deutschen Jazzern und Rappern hin?«, sagt Bassist und Produzent Eitner über seine gewagte Mischung. Das Jazzkantine-Debüt schaffte es in die Albumcharts und gewann einen German Jazz Award, später den Echo. Sehr erfolgreich waren danach auch »Geheimrezept« (1998) und »Hell's Kitchen« (2008).

»Wir waren ein Teil derer, die den traditionellen Jazz entstaubt haben«, sagt Eitner heute nicht ohne Stolz. Damit darf die Jazzkantine gern noch weitermachen.

Tourdaten: 19.10. Brilon, Jazznacht, 20.10. Kassel, Theaterstübchen, 23.10. Braunschweig, Westand, 24.10. Berlin, frannz, 25.10. Hamburg, Fabrik, 26.10. Minden, Jazzclub, 27.10. Würzburg, Jazzfestival, 28.10. Aschaffenburg, Colos Saal, 29.10. Osnabrück, Lagerhalle, 01.11. Freiburg, Jazzhaus, 02.11. Stuttgart, BIX, 03.11. München, Technikum, 05.11. Nürnberg, Hirsch, 06.11. Ravensburg, Landesjazzfestival Baden-Württemberg, 07.11. Duisburg, Mercatorhalle, 08.11. Braunschweig, Westand

Website Jazzkantine