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1001 Perspektive – Informationstag für Beruf und Studium im AlpenCongress

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Heike Mechelhoff vom »Jugend-Treff.5«-Förderverein organisiert die Ausbildungsmesse seit acht Jahren. (Fotos: Spranger)
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Die Steigenberger Akademie bietet eine Top-Ausbildung für die Hotellerie. Die private Institution ist allerdings nicht billig.
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Immer zu einem Späßchen aufgelegt, die Jungs von der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei, denen die Arbeit offensichtlich Spaß macht.
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Haben ihre Traumjobs bereits gefunden: Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein (l.) und Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschoßmann.
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Stahlwerk Annahütte. Hier wird nicht nur Stahl gewalzt, sondern 580 Mitarbeiter schmieden eine stahlstarke Zukunft und bilden in fünf Berufen aus.

Berchtesgaden – Der Informationstag für Beruf und Studium am Samstag im AlpenCongress war eine eindrucksvolle Leistungsschau von Wirtschaft, Verwaltung, privaten wie öffentlichen Schulen und Handwerk. Auffallend war die Präsenz von Bildungseinrichtungen aus dem nahen Österreich, die das Ausbildungsangebot positiv aufwerteten. Aber auch öffentliche Institutionen wie Kur GmbH, Landratsamt, Bayerisches Innenministerium, Staatliches Bauamt, Vollzugsdienst und Polizei sowie Sparkasse, Barmer, AOK, IHK und die Agentur für Arbeit zeigten berufliche Möglichkeiten.


Die Milchwerke Berchtesgadener Land, das Stahlwerk Annahütte, die Südwestdeutschen Salzwerke, Schmölzl und viele aus der Hotellerie wie die Hotels Kempinski, Edelweiss, Klosterhof, Grünberger sowie die Steigenberger Akademie und Tourismusschulen verdeutlichten das breite Spektrum einer beruflichen Bildung.

Bei der Messe wurde deutlich, dass die einst starren Systeme längst einer innovativen Flexibilität gewichen sind. Egal, welchen beruflichen Einstieg man heute wählt, fast immer ist Veränderung möglich, von der Weiterbildung bis zum Studium oder auch seine Karriere im Ausland fortzusetzen. Es standen an den meisten Ständen Auszubildende oder Praktiker für offene Gespräche bereit.

Ein Schnitzschüler zum Beispiel sagte, dass sich heute viel mehr junge Menschen aus idealistischen Gründen für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden würden. Dabei biete besonders der Werkstoff Holz viel Potenzial für Kreativität. Gleich nebenan präsentierten sich Beamte aus dem Vollzug, also einer völlig andere Sparte. »Das ist bei der Messe gewollt«, erläuterte Heike Mechelhoff, die Initiatorin der Messe. »Wir wollen bewusst die Gewerke vermischen um die berufliche Vielfalt und Lebendigkeit zu zeigen.« Das ist im AlpenCongress Berchtesgaden gut gelungen, die Räumlichkeiten sind für Ausstellungen und kleine Messen ideal.

Kleine Kritik

Einziger Schwachpunkt war, dass die Moderation von »Bayernwelle Südost« mit halbstündigen Interviews in den drei großen Hallen nicht zu hören war. Dabei gab es im Eingangsbereich erstmals einen kleinen »Biergarten« mit Buffet.

An einem Stand weiter stellte die Fachhochschule Salzburg ihre 18 Bachelor- und zwölf Masterstudiengänge vor. Je Semester ist an der FH mit rund 380 Euro Gebühren zu rechnen. Etwas exotischer ist da schon die Modeschule Hallein, die sich selbst als einzigartig in Österreich bezeichnet und zu fast allen Theatern gute Beziehungen pflegt. Die »ganz große Nummer« ist die Höhere Lehranstalt für Hairstyling, Visagistik und Maskenbildnerei, die mit einer Reife- und Diplomprüfung und einer abgeschlossenen Berufsausbildung endet. Darüber hinaus gibt es die Internationale Modeklasse und ein berufsbegleitendes sechssemestriges Kolleg.

Gleich um die Ecke ging es dann bodenständiger zu. Dort präsentierten sich die Milchwerke Berchtesgadener Land an einem großen Stand. In sieben Berufen bildet der Betrieb in Piding aus. Spezielles Wissen wird etwa als Milchtechnologe verlangt.

In den führenden Hotels des Landkreises, die fast alle auf der Messe vertreten waren, sucht man ebenfalls nach guten Nachwuchskräften. »Ja, es ist anspruchsvoll, die Arbeitszeit etwas ungewöhnlich, doch dafür die Perspektiven gut«, sagte etwa eine Managerin vom Hotel »Edelweiss«. Bei der Steigenberger Akademie hingegen sieht es wieder etwas anders aus, denn die Privatschule kostet Geld, deutlich mehr als ein Studium an der FH. Dafür zählt die Akademie mit zu den besten in Europa, »und gut ausgebildete Fachkräfte aus der Branche, vor allem aus Deutschland, werden weltweit gesucht«, weiß Linda Pfeiffer von der Studienberatung und vom Marketing.

Landratsamt zeigt sich als Top-Arbeitgeber

Auch die Kur GmbH Bad Reichenhall präsentierte sich im AlpenCongress. In fünf Berufen wird ausgebildet, doch vor allem werden Zierpflanzengärtner gesucht. Drei charmante Frauen präsentierten das Landratsamt. Die Frage nach dem Image der Behörde als Arbeitgeber, wurde entschieden gekontert. »Wir haben moderne Arbeitsplätze, selbst höhenverstellbare Schreibtische, Gleitzeit, Home-Office, beste Möglichkeiten der Weiterbildung und selbst ein Wechsel in eine andere Abteilung, falls man sich verändern möchte, ist in der Regel möglich.«

Selbst traditionsreiche Betriebe sind auf der Suche nach Auszubildenden. Etwa das Autohaus Bachfrieder, das für 2020 noch sieben Ausbildungsstellen zu vergeben hat und aktuell noch einen Auszubildenden zum Zweiradmechatroniker sucht. Mit einem besonderen Tipp wartete der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice auf. Auf seiner Homepage finden sich unter »Beruf & Karriere« zwei Links, die alle Stellen im näheren Umfeld zeigen. Erster Ansprechpartner bleibt natürlich die Agentur für Arbeit, auch sie war in Berchtesgaden vertreten. Gerd Spranger