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Heimische Bundestagsabgeordnete streben Wiederwahl an

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Traunstein: Bundestagsabgeordnete aus Landkreis streben Wiederwahl an
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Die Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Ramsauer (l. im Bild, CSU), Dr. Bärbel Kofler (Mitte, SPD) und Hansjörg Müller (r., AfD) streben eine Wiederwahl an.

Alle drei Bundestagsabgeordneten aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land streben im nächsten Jahr jeweils die Wiederwahl an: Dr. Peter Ramsauer (CSU), Dr. Bärbel Kofler (SPD) und Hansjörg Müller (AfD) möchten – wie sie auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts mitteilten – in den Bundestag einziehen, den die Bürger 2021 wählen. Sie hoffen, in den Aufstellungsversammlungen ihrer Parteien nominiert zu werden.


Einem »Urgestein« im deutschen Parlament gleicht der heimische Abgeordnete aus Traunwalchen: Schon seit 1990 vertritt Ramsauer die Bürger in der Region im Bundestag. Von 1998 bis 2005 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, von 2005 bis 2009 ihr Vorsitzender. Von 2009 bis 2013 war er Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Seitdem leitete beziehungsweise leitet er die Ausschüsse für Wirtschaft und Energie beziehungsweise für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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Keineswegs denkt der 66-Jährige ans Aufhören. Im Gegenteil, er will weitermachen und 2021 wieder das Direktmandat im Stimmkreis 225 holen. Auf Vorschlag des Kreisvorsitzenden Siegfried Walch habe der CSU-Kreisverband Traunstein, wie Ramsauers Referentin Marlene Weber mitteilte, im Juli in einer Konferenz des Kreisvorstands und der Ortsvorsitzenden Ramsauer einstimmig für eine Nominierung zur Bundestagswahl 2021 vorgeschlagen. Und Ram-sauer habe diesen Vorschlag, so Weber weiter, »gerne als großen Vertrauensbeweis und Verpflichtung angenommen«.

CSU stellt Kandidaten im März auf

Erst im nächsten Jahr geht die heimische CSU an die Aufstellung des Kandidaten für die Bundestagswahl. So erläutert Traunsteins Kreisgeschäftsführer Konrad Baur, dass die Ortsverbände ihr Hauptversammlungen bis 31. Januar abhalten sollen.

»Im Anschluss daran werden im Februar und März die beiden Kreisverbände ihre Versammlungen durchführen«, so Baur weiter. Die Delegiertenversammlung im Bundeswahlkreis 225 für die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land zur Aufstellung des Kandidaten erfolge dann – voraussichtlich – am 19. März.

Ebenso wieder ihren Hut in den Ring werfen will Dr. Kofler. »Sie möchte wieder kandidieren«, sagt Simon Eder, Mitarbeiter im Wahlkreisbüro Traunstein. Auch die 53-Jährige hat schon seit geraumer Zeit Sitz und Stimme im Bundestag: Die gebürtige Freilassingerin kam 2004 als Nachrückerin ins Plenum.

SPD plant Nominierung im November

Seit 2016 ist sie die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe. 2017 kam Kofler wieder über die Liste der SPD in den Bundestag.

Wie die Kandidatur von Ramsauer ist auch die von Kofler – formal betrachtet – noch nicht in trockenen Tüchern. Auch die Aufstellungsversammlung der SPD ist noch nicht über die Bühne gegangen. Eder sagt, dass die Ortsvereine die Delegierten bestimmen. Womöglich erfolge die Aufstellung dann im November – doch in Corona-Zeiten wisse man nie genau, ob man die Termine dann auch tatsächlich halten kann.

»Ob ich bei der Bundestagswahl 2021 wieder für den Stimmkreis 225 antreten werde, entscheiden die AfD-Mitglieder im Wahlkreis durch demokratische Wahl bei der Aufstellungsversammlung zum Direktkandidaten.«, sagte Hansjörg Müller, der 2017 über die Liste der AfD in den Bundestag einzog. Diese Versammlung werde vor Jahres-ende stattfinden. Und der 52-Jährige, der in Bayeren erster Stellvertretender Landesvorsitzender der AfD ist, betont, dass er seine Kandidatur anbieten werde.

Einen neuen Anlauf für die Aufstellung eines Kandidaten nehmen die Grünen. Nach Angaben von Helga Mandl, der Sprecherin des Kreisverbands Traunstein, war geplant, die Entscheidung in einer Versammlung am Freitag in Teisendorf zu treffen. Dann aber hätten die Corona-Neuinfektionen im Berchtesgadener Land zugenommen und die Abhaltung der Veranstaltung unmöglich gemacht. Die Aufstellungsversammlung werde nun zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Im Kreis der Grünen beginnt sich unterdessen laut Mandl bereits ein Kandidat abzuzeichnen: Wolfgang Ehrenlechner aus Teisendorf möchte ihren Angaben zufolge kandidieren.

Die Linke werde mit einem eigenen Kandidaten für die Bundestagswahl 2021 antreten, führte Denis Holl für den Vorstand des Kreisverbands Traunstein/Berchtesgadener Land aus. »Derzeit ist aber noch nicht geklärt, wann eine entsprechende Aufstellungsversammlung stattfinden wird.«

FDP hat die Weichen schon gestellt

Als einzige Partei im Stimmkreis 225 hat die FDP bereits einen Kandidaten aufgestellt. Im September fiel in Teisendorf die Entscheidung: Die Liberalen schickten Patrick Weiß ins Rennen.

Auch die Bayernpartei will einen Direktkandidaten für die Bundestagswahl aufstellen. Wie Heinrich Wallner, der Vorsitzende des Kreisverbands Traunstein mitteilte, hat Stefan Glas aus Reichenhall die Absicht erklärt, seinen Hut in den Ring zu werfen. Die Aufstellungsversammlung erfolge Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres.

Offen ist, ob die ÖDP im Stimmkreis 225 wie 2017 auch 2021 wieder mit einem Direktkandidaten in die Bundestagswahl geht. In den vergangenen Tagen machte sie keine Angaben.