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Dringender Handlungsbedarf bei Kita-Plätzen

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Viele Bürger waren zur ersten von insgesamt vier Bürgerversammlungen der Marktgemeinde Waging gekommen und hatten zahlreiche Fragen. Für Bürgermeister Matthias Baderhuber (am Pult) war es eine Premiere. (Foto: Hobmaier)

Waging am See – Die Premiere des frischgewählten Rathauschefs Matthias Baderhuber in der ersten Bürgerversammlung der Marktgemeinde ist geglückt: Es gab zahlreiche Bürgerfragen, die er souverän beantwortete. Eines der Hauptanliegen war die Forderung von Gerhard Feil nach einer Lösung zur sicheren Überquerung der Staatsstraße bei Gaden.


Viele Interessierte waren in den Waginger Pfarrsaal gekommen, um sich den umfangreichen Bericht des Bürgermeisters anzuhören. Er informierte unter anderem darüber, dass die Gemeinde schuldenfrei sei und Rücklagen für zukünftige Projekte habe bilden können. Stolz zeigte sich Matthias Baderhuber über das ehrenamtliche Engagement der Waginger Bürger. In den 70 Vereinen habe man im abgelaufenen Jahr viel bewegt und großartige Feste gefeiert. Das größte Fest sei dabei das 150-jährige Gründungsfest der Feuerwehr Waging gewesen, so Baderhuber.

»Wichtige wirtschaftliche Säule«

Die Gemeindebücherei habe Anfang des Jahres ihre neuen Räume bezogen und binnen eines Jahres die Anzahl der Ausleihen um 18 Prozent steigern können. Im Mai habe man die Wiedereröffnung des Bajuwarenmuseums gefeiert. Als eine »wichtige wirtschaftliche Säule« bezeichnete der Rathauschef den Tourismus. Mit 436 500 Übernachtungen habe man ein neues Rekordergebnis und ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt.

Zahlreiche Baumaßnahmen der Gemeinde konnten im letzten Jahr angestoßen beziehungsweise fertiggestellt werden, betonte Baderhuber. Die Vorarbeiten zum Bauhofneubau seien abgeschlossen und die eigentlichen Bauarbeiten würden Anfang April aufgenommen.

Mit der Eröffnung des »Bergader Betriebskindergartens« habe man 13 zusätzliche Krippenplätze und 25 Kindergartenplätze schaffen können. Insgesamt seien letztes Jahr 238 Kinder in allen gemeindlichen Einrichtungen betreut worden. Der Bedarf an Kita-Plätzen sei allerdings nicht gedeckt, es besteht hier, den Worten Baderhubers zufolge, dringender Handlungsbedarf für die Marktgemeinde.

Das Seniorenheim sei zu 95 Prozent ausgelastet gewesen und habe mit einem positiven Geschäftsergebnis abgeschlossen. Auf ein arbeitsreiches Jahr könnten die Gemeindewerke zurückblicken, sagte Baderhuber. In den vier Kernfeldern »Strom«, »Wasserversorgung«, »Abwasserbeseitigung« und »Wärmeversorgung« seien große Anstrengungen unternommen worden, die Infrastruktur zu erneuern und auszubauen. Der Gemeindewerkeleiter Heinrich Thaler werde in den Ruhestand gehen, seine Nachfolge übernimmt Patrizia Hund. Gleiches gelte für den langjährigen Bauhofleiter Richard Fischbacher, dessen Nachfolger werde Konrad Posch.

Rund 300 Aktive leisten in den fünf gemeindlichen Feuerwehren Dienst. Der Bürgermeister lobte deren Einsatz ausdrücklich und dankte allen, die Tag und Nacht bereit seien, um schnelle Hilfe zu leisten. Dies gelte auch für die beiden ehrenamtlich geführten Wasserwachtstationen des Roten Kreuzes am Waginger See.

Die anschließende Diskussionsmöglichkeit wurde rege genutzt. Gerhard Feil nahm den tödlichen Unfall eines kleinen Buben an der Staatsstraße bei Gaden zum Anlass, um nochmals seiner Forderung nach einer Querungshilfe oder einer Unterführung an der Abzweigung zum Campingplatz am »Schwanenplatz« Nachdruck zu verleihen. Bürgermeister Baderhuber sagte, dass die Gemeinde derzeit mit allen Behörden an einer Lösung des Problems arbeite. Der gewünschte Zebrastreifen am Friedhof werde dagegen nicht kommen. Hier habe die Polizei Bedenken vorgebracht, dass dieser eine nicht vorhandene und somit trügerische Sicherheit mit sich brächte, hieß es in der Versammlung.

Angelika Mangs prangerte indes das Parkverhalten von Besuchern bei Veranstaltungen am Sportgelände an. Ihren Worten zufolge werden dort rücksichtslos alle Gehwege zugeparkt. Roland Obermaier stören die häufigen Falschparker entlang der Bahnhofsstraße, »die nicht nur den Verkehr behindern, sondern ein ordnungsgemäßes Parkverhalten unmöglich machen«.

»Die Fußgänger müssen zur Seite springen«

Scholastika Leitner forderte eine bessere Beschilderung des Fußgängerwegs entlang der Strandbadallee. »Viele Radfahrer missbrauchen den Gehweg und die Fußgänger müssen zur Seite springen«, so ihre Worte.

Gabi Deglow äußerte den Wunsch nach einem »kleinen Bankerl« entlang der Angerpoint-Runde. Es gäbe weit und breit keine Sitzmöglichkeit und der Weg würde wunderbare Ausblicke auf den See oder den Mühlberg ermöglichen. Matthias Baderhuber versprach, die Möglichkeiten prüfen zu lassen.

Maria Girlitz machte darauf aufmerksam, dass die Energiesäulen im Kurpark bei Verwendung von Starkstrom nicht verschlossen werden könnten und hier eine Missbrauchsmöglichkeit bestünde. »Die Gemeinde wird sich dem Problem annehmen und Abhilfe schaffen«, sagte der Bürgermeister.

Christine Kaindl kritisierte, dass bereits seit Herbst letzten Jahres die Bauteile für den Spielplatz an der Römerstraße der Witterung ausgesetzt gelagert würden. Sie zeigte sich verwundert, wie sorglos hier mit Steuergeldern umgegangen werde. Dieses Problem sei bekannt, so Baderhuber. Man habe aber im Zuge der Abrissarbeiten des alten Bauhofs keine Lagerungsmöglichkeiten gehabt. Er sicherte aber zu, dass die Spielplatzgeräte in den kommenden Wochen aufgebaut würden.

Eine Prüfung der rechtlichen Möglichkeiten durch die Gemeinde erfolgt aufgrund einer zweiten Anfrage von Scholastika Leitner. Sie zeigte sich sehr enttäuscht darüber, dass man zum Spazierengehen am Kurhaus – ohne die Absicht, das Strandbad nutzen zu wollen – eine Gebühr von 2,50 Euro entrichten müsse. hob