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»Zauber der Zither« verzaubert die Besucher

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Die drei Organisatoren der Zithertage im Siegsdorfer Pfarrsaal (von links, vorne): Willi Huber beim Solovortrag, Lisbeth Genghammer und Peter Graspeuntner. (Foto: Krammer)

Zwei Tage ganz im Zeichen der »zauberhaften Zither« haben die Freunde dieses »vielsaitigen« Instruments bei »Zauber der Zither – Traunstein-Siegsdorf« in einem Abendkonzert im Traunsteiner Pfarrzentrum sowie bei einem Gottesdienst und einer anschließenden Matinee in Siegsdorf genossen.


Willi Huber aus München, der Präsident des 2013 gegründeten Vereins »Zither in Bayern« hat es sich mit seinen Mitstreitern zur Aufgabe gemacht, das traditionelle bayerische Instrument mit seinem einmaligen Klang wieder stärker in das Interesse der Öffentlichkeit und vor allem der Jugend zu bringen. Peter Graspeuntner aus Siegsdorf und die Musiklehrerin und Zitherexpertin Lisbeth Genghammer aus Vachendorf hatten den Vereinspräsidenten erneut bei den Konzerten als Organisatoren unterstützt.

Die Geschichte der Zither in Bayern

Den Traunsteiner Konzertabend bereicherte Willi Huber als unterhaltsamer und informativer Sprecher und virtuoser Zithersolist, der mit bekannten Zither-Themen wie »Der Weg zum Herzen« von Georg Freundorfer oder der »Amalienpolka« von Zither-Wegbereiter Herzog Max von Bayern seine Ausführungen zur Geschichte der Zither in Bayern eindrucksvoll untermalte.

Das »Ensemble Vielerlei« mit Lisbeth Genghammer (Altzither), Peter Graspeuntner und Hildegard Schuhbauer (Diskantzithern) sowie Andreas Schillinger an der seltenen Basszither eröffnete mit der »Thernberger Tafelmusik« (Menuett), unternahm mit »Romantica« von Leo Gach einen Schwenk in den Jazz und kehrte mit dem »Marsch vom Kiem Pauli« zur Volksmusik zurück, die auch von der »Kaltenbach Zithermusi« aus Bad Reichenhall eindrucksvoll präsentiert wurde. Martin Hinterseer, Roland Behrens und Gerhard Lexhaller an ihren »Kerschensteiner« Zithern und Falk Lexhaller mit der Kontragitarre vertraten die traditionelle Art der Zithermusik und beeindruckten mit kernigem Spiel.

Mit der Besetzung Zither (Wolfgang Kupferschmied), Knopf-Akkordeon (Martha Höllwarth) und Kontragitarre (Helmut Höllwarth) setzte das »Trio Höllwarth-Kupferschmied« einen weiteren Akzent. Die Musiker interpretierten schwungvoll und einfühlsam eingängige Titel von Georg Freundorfer, Rudi Knabel und Heinz Kulzer, wie sie früher in den Wirtshäusern gespielt wurden. Abgerundet wurde der Konzertabend vom kräftigen Gesang der Rimstinger Sänger, die mit ihren jahreszeitlich angepassten Herbst- und Liebesliedern überzeugten.

Peter Graspeuntner und Franz Dunst mit Zither und Kontragitarre sowie Bettina Obermeier (Zither und Gesang) begleiteten den Sonntagsgottesdienst in der Siegsdorfer Pfarrkirche und ließen ihn zu einem besonderen Erlebnis für Herz und Seele werden, bevor das »Wochenende der Zither« mit einer gut besuchten Matinee im Saal des Pfarrheims St. Josef ausklang.

Auch hier ließ Willi Huber als Solist mit der selbst geschriebenen »Second Ballad«, einer »Träumerei« von Robert Schumann und dem »Pfeif Landler« von Rudi Knabl noch einmal seine ganze Routine aufblitzen. Lisbeth Genghammer überraschte zusammen mit Peter Graspeuntner und Franz Dunst als »Haunertinger Zithermusi« mit einem »Bayerischen Foxtrott« der Tegernseer Musikanten und dem »Dirndl Boarischen« aus der Feder von Lisbeth Genghammer ebenso eindrucksvoll wie mit der Erstaufführung des »Traunsteiner Schrammelmarsch« des Traunsteiner Musiklehrers Georg Westermeier (1890 bis 1935).

Abschied mit einem wunderschönen Wiegenlied

Als »Dreigesang Döpper-Genghammer« erfreute Lisbeth Genghammer zusammen mit Johanna und Markus Döpper das Publikum mit dem Tanz-Liebes-Lied »Eh dass i mei Dirndei an andan Buam liaß« und dem melancholischen »Wann i in da Fruah aufsteh« ebenso wie beim »Traurigen und Verliebten Knecht«. Sie verabschiedeten sich mit einem wunderschönen Wiegenlied »Büabale-Liabale«.

Das erst wenige Monate alte »Ensemble Vielerlei« glänzte noch einmal mit den Stücken aus dem Konzertabend, ihre Darbietungen nutzte Willi Huber zur Darstellung der vielschichtigen Bauarten der gesamten Zither-Familie und rückte das »Wunderwerk der Handwerkskunst« auch mit beeindruckenden Zahlen ins rechte Licht.

Den lang anhaltenden Applaus der begeisterten Matinee-Besucher belohnte Willi Huber mit dem Film-Klassiker »Der dritte Mann« bevor die »Haunertinger Zithermusi« mit dem »Weiß-Blau-Marsch« vom Kiem Pauli einen furiosen Schlusspunkt setzte. Franz Krammer