weather-image
19°

Weniger Wachstum und eingetrübte Stimmung in der regionalen Wirtschaft

4.0
4.0
Baustelle
Bildtext einblenden
Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Landkreise – Die Unternehmen in Südostoberbayern sind mit eingetrübter Stimmung in das neue Jahr gestartet. Wie aus einer aktuellen Umfrage der IHK für München und Oberbayern hervorgeht, ist der IHK-Konjunkturindex um sieben Zähler auf 126 Punkte gesunken.


„Die Wirtschaft in Südostoberbayern bleibt aber weiterhin in guter Verfassung. Es gibt keinen Grund zum Schwarzsehen“, betont Irene Wagner, Sprecherin des IHK- Regionalforums Südost.

Die Betriebe blicken nun jedoch spürbar vorsichtiger in die Zukunft. „Die Wirtschaft wächst weiter, aber nicht mehr so stark wie in den letzten Monaten. 20 Prozent der Befragten rechnen mit einer Belebung der Geschäfte, 13 Prozent mit einer Eintrübung. Gegenüber der letzten Befragung haben sich die Erwartungen im Saldo damit von 14 auf sieben Punkte halbiert“. Abgenommen hat ebenfalls die Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage. Hier ist der Saldo zwischen zufriedenen und unzufriedenen Unternehmern seit Herbst von 56 auf 49 Punkte gesunken. Dies ist aber immer noch ein ausgesprochen hoher Wert.

Größtes Risiko bleibt der Fachkräftemangel: 61 Prozent und damit fast genauso viele wie im Herbst (62 Prozent) nennen den Engpass auf dem Arbeitsmarkt als Gefahr. Auf Platz zwei liegen mit 46 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. „Internationale Faktoren wie der Brexit oder der Handelskonflikt zwischen den USA und China spielen natürlich eine große Rolle. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es mit der hohen Bürokratie auch eine hausgemachte Wachstumsbremse gibt, bei der wir dringenden Handlungsbedarf haben. Bei dieser Aufgabe muss die Politik endlich ernst machen“, fordert Wagner.

An Bedeutung gewonnen haben außerdem die konjunkturellen Risiken. Über ein Drittel sieht in der Eintrübung der Inlandsnachfrage ein Risiko, im Herbst lag der Wert noch bei 28 Prozent. Trotz dieser Risiken bleiben die wirtschaftlichen Perspektiven für die Landkreise Altötting, Mühldorf, Traunstein, Rosenheim und Berchtesgadener Land weiter sehr gut.

„Zweifel am Standort sind unbegründet. Ein Drittel der Betriebe plant eine Erhöhung ihrer Investitionen, nur neun Prozent eine Reduzierung“, erklärt die Unternehmerin aus Marktschellenberg. Mit 22 Prozent bleibt auch die Bereitschaft, neue Jobs zu schaffen, weiter stabil. Gleichzeitig von vier auf neun Prozent gestiegen ist hingegen die Anzahl der Betriebe, die Stellen abbauen wollen. Damit wird der Stellenaufbau etwas langsamer, der Arbeitsmarkt bleibt jedoch weiter robust.

red/IHK München und Oberbayern