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»Unglaublich, wie beseelt schon kleine Kinder musizieren«

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Beim Wettbewerb »Jugend musiziert« zeigen die jungen Musiker wie hier Anna und Mathias Pihusch an Klavier und Geige ihr Können. (Foto: Effner)

»Es gibt keine bessere Gelegenheit, so vielen begabten Kindern und Jugendlichen beim Musizieren zuzuhören«, sagt Silke Aichhorn, die im Auftrag des Landratsamts Traunstein den 57. Regionalwettbewerb von »Jugend musiziert« organisiert hat. Er findet am morgigen Samstag und Sonntag, in den Räumen des Annette-Kolb-Gymnasiums Traunstein statt.


Beim europaweit größten Musizierwettbewerb unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten nehmen in Traunstein rund 175 junge Musiker aus fünf Landkreisen teil – Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Traunstein und Rosenheim. Der Traunsteiner Regionalwettbewerb ist einer der größten überhaupt.

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In den verschiedenen Schulräumen des Gymnasiums finden die Wettbewerbe in fünf verschiedenen Altersgruppen an beiden Tagen zwischen 9 und 18 Uhr statt. Organisatorin Silke Aichhorn legt großen Wert darauf, dass die Teilnehmer in guter Atmosphäre möglichst ohne Angst und Stress vorspielen können. Jedes Kind bekommt doppelt so viel Einspielzeit für sich, als es danach vorspielt. Immer soll der eigene Musiklehrer dabei sein, der natürlich nicht mitspielen darf und nichts bei der Wertung mitzureden hat.

Bei den Solo-Wertungen in den fünf Gruppen Klavier – mit rund 60 Teilnehmern die größte Gruppe – Drum-Set (Pop), Gesang, Gitarre (Pop) und Harfe spielen die kleinen Kinder ab vier Jahren sechs bis zehn Minuten vor, die 13- und 14-Jährigen zehn bis 15 Minuten und Teilnehmer ab 15 Jahren 15 bis 20 Minuten.

Eine dreiköpfige Jury aus Musikern und Musiklehrern verteilt zwischen 7 und 25 Punkten. Die Abstimmung ist geheim. Die Juroren sitzen dabei unauffällig im Publikum. »Wir zählen nicht die Fehler«, sagt Silke Aichhorn. Bewertet wird die Ausstrahlung, wie ein Kind spielt und ob es Spaß am Musizieren hat. »Es ist unglaublich, wie beseelt schon kleine Kinder musizieren«, meint Silke Aichhorn.

Nach dem Vorspielen gibt es immer ein individuelles Beratungsgespräch mit Lehrer, Eltern und Teilnehmer. Neben den Solo-Wertungen gibt es auch Ensemble-Wertungen für Streicher, Holz- und Blechbläser.

»Der wirkliche Gewinn des Wettbewerbs ist nicht, den wievielten Platz einer macht, sondern die monatelange Vorbereitung der Stücke auf das Vorspielen«, sagt Silke Aichhorn, die heute als Harfenisten zu den Größten ihres Faches zählt. Auch sie selbst habe als Kind und Jugendliche immer wieder bei »Jugend musiziert«, auch auf Landes- und Bundesebene, teilgenommen und dabei enorm profitiert.

Bei der Wertung insgesamt könne man vorher nie wissen, wie viele 1. oder 2. Preise es gibt. Das sei auch nicht so wichtig. Wichtig sei lediglich, dass sich einer getraut habe, sich vorbereitet und sein Bestes gegeben habe. »Nicht für alle Kinder und Jugendliche muss so ein Wettbewerb das Richtige sein«, sagt die Harfenistin. Es gebe Teilnehmer, die einfach zu viel Angst oder Lampenfieber hätten, was aber nicht unbedingt am Druck der Eltern liegen müsse. Solchen Kindern müsse man einfach Zeit geben und sie nicht zwingen. Kleine Preise und eine Urkunde gibt es bei der Preisverteilung für jeden. Das gute Gefühl, mit gemacht zu haben, sei in jedem Fall das Wichtigste.

Der Landeswettbewerb Bayern von »Jugend musiziert« findet vor Ostern vom 3. bis 6. April in Regensburg statt und der Bundeswettbewerb in den Pfingstferien vom 28. Mai bis 4. Juni in Freiburg im Breisgau.

Wer den musizierenden Nachwuchs kennenlernen möchte, kann die Gelegenheit nutzen und am Samstag und Sonntag bei den verschiedenen Vorspielen zuhören. Natürlich darf nicht gesprochen, nicht fotografiert und das Vorspiel nicht aufgenommen werden. Für die beiden Wettbewerbstage gibt es im Internet ein genaues Programm mit Uhrzeiten, Namen und Raumangaben. Christiane Giesen