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Traunstein: Kapelle in Froschham muss saniert werden

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Die Kapelle liegt wunderschön auf einer Lichtung im Wald und ist nur zu Fuß erreichbar. Der Traunsteiner Stadtrat vergab in seiner jüngsten Sitzung den Auftrag für die Sanierung des Dachs.

Traunstein – Die denkmalgeschützte Kapelle in Froschham muss saniert werden. Das wurde in der jüngsten Stadtratssitzung deutlich. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 45 500 Euro. Die Arbeiten sollen im September beginnen.


Die Kapelle liegt wunderschön auf einer Lichtung im Wald zwischen Kammer und Otting in der Nähe eines Wanderwegs. Sie ist nur zu Fuß erreichbar und für Besucher immer geöffnet. Gottesdienste finden in ihr nicht statt, denn es handelt sich um kein geweihtes Gotteshaus. »Hin und wieder gibt es Andachten«, sagt Carola Westermeier, die Pressesprecherin der Stadt. »Die Kapelle ist Eigentum der Stadt, liegt aber gerade nicht mehr auf Traunsteiner Stadtgebiet.«

An der Stelle, wo heute die Kapelle steht, stand früher eine Kirche. Die erste bildliche Darstellung stammt aus dem Jahr 1560 und ist von Philipp Apian. Unterlagen aus früherer Zeit gibt es keine mehr; sie wurden vermutlich beim Brand des Ottinger Pfarrhofs im Jahr 1624 vernichtet.

Das Gotteshaus wurde 1790 abgebrochen. Als 1786 wegen erheblicher Baumängel eine kostspielige Sanierung anstand, kam die Frage auf, ob die Kirche überhaupt noch gebraucht werde.

Der damalige Ottinger Pfarrer Franz Wernspacher hielt nicht viel vom Froschhamer Kircherl. Seine Stellungnahme für das Konsistorium, die kirchliche Behörde in Salzburg, dürfte den Ausschlag für den Abriss gegeben haben. Die Kirche sei eng und ungeräumig, hatte er mitgeteilt. Kaum 300 Menschen hätten darin Platz und sie sei schlecht eingerichtet. Daraufhin folgte der Abriss.

Doch die Kirchengemeinde hatte ihr Gotteshaus in Froschham lieb gewonnen. Knapp 40 Jahre nach dem Abriss wurde beschlossen, an gleicher Stelle die Kapelle zu errichten. Wie aus Unterlagen im Pfarrarchiv Otting hervorgeht, wurde das Bauwerk 1838 fertiggestellt. Die Kapelle wurde wieder Johannes dem Täufer gewidmet; wie früher schon die Kirche in Froschham.

Im Traunsteiner Stadtrat wurden nun die ersten Aufträge für die nötige Sanierung vergeben. Zunächst stehen die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten an. In einem zweiten Bauabschnitt folgen dann die Maurer- und Putzarbeiten. Der Stadtrat vergab den Auftrag einhellig an die Zimmerei Georg Reiter aus Seeon.

Vergeben wurde auch der Auftrag für die Reinigung der öffentlichen Gebäude der Stadt. Die Glasreinigung übernimmt für die nächsten vier Jahre die Firma GBS GmbH zum Angebotspreis von rund 9000 Euro im Jahr. Die Firmen Götz Gebäudemanagement Süd GmbH & Co. KG und die Münchner Gebäudereinigung K.E. Müller GmbH reinigen 26 Objekte der Stadt für insgesamt rund 360 000 Euro im Jahr. Der Stadtrat stimmte dem einhellig zu, auch wenn Sepp Kaiser (UW) und Robert Sattler (SPD) fragten, ob man das künftig nicht auch in Eigenregie machen könnte? Das sollte geprüft werden. Angesprochen wurde vor allem der Schutz der Mitarbeiter. Putzfirmen würden zwar Mindestlohn bezahlen, aber oft müssten die Mitarbeiter unbezahlte Überstunden machen. Oberbürgermeister Christian Kegel sagte zu, den Wunsch der beiden prüfen zu lassen – »auch wenn es einen anderen Stadtratsbeschluss gibt«, betonte er. Damit sprach der Oberbürgermeister einen Beschluss von vor zwei Jahren an, in dem es hieß, dass Personalkosten eingespart werden müssten. KR/-K.O.-