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Stadt will Gebäude der Kirche mieten oder pachten

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Der Kindergarten St. Oswald ist noch bis Herbst 2021 in seiner angestammten Unterkunft am Kellerweg untergebracht. Dann ziehen die Gruppen in einen Neubau, den die Stiftung St. Michael auf dem Wartberg errichtet. Das Gebäude am Kellerweg will dann die Stadt nutzen – und zwar ebenfalls zur Kinderbetreuung. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt interessiert sich für das Gebäude am Kellerweg, das bis Herbst 2021 noch den katholischen Kindergarten St. Oswald beherbergt. Wenn die Gruppen ausziehen, dann möchte sie den Bau mieten oder pachten. Die Stadt wolle das Gebäude am Kellerweg dann nutzen und dort Mädchen und Buben im Krippen- oder Kindergartenalter betreuen, so Pressesprecherin Agnes Giesbrecht auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts.

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Die Kirchenverwaltung St. Oswald kennt die Wünsche im Rathaus. Sie unterstütze das Vorhaben der Stadt, so der Vorstand, Dekan Georg Lindl. Sie lege der Pfarrpfründestiftung St. Oswald nahe, die Entscheidung im Sinne von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer zu treffen und das Gebäude dann der Stadt zu vermieten oder zu verpachten.

Die Stiftung Erzbischöfliches Studienseminar St. Michael baut auf dem Wartberg einen neuen Kindergarten. Die Arbeiten haben vor einigen Wochen begonnen (wir berichteten). Die Stiftung geht davon aus, dass das Gebäude im September des nächsten Jahres bezugsfertig ist. Der Kindergarten, den die Pfarrei St. Oswald betreibt, zieht dann mit Sack und Pack in diesen Neubau – womit der Träger der Einrichtung die bisherige Unterkunft dann nicht mehr benötigt.

Doch leer stehen wird das Haus dann voraussichtlich nicht. Denn die Stadt hat ein Auge auf das Gebäude am Kellerweg geworfen. Weil sie wächst und wächst – der Zuzug hält an –, muss sie immer wieder neue, zusätzliche Kinderbetreuungsplätze schaffen. Und vor diesem Hintergrund hat sie nun den Bau am Kellerweg in den Blick genommen.

Die Stadt Traunstein ist guter Dinge, in den anstehenden Verhandlungen den gewünschten Erfolg erzielen zu können. Laut Giesbrecht rechnet sie fest damit, dass sie das Gebäude anheimgestellt bekommt. »Die Stadt wird das Gebäude am Kellerweg für die nächsten Jahre nutzen können, um dort Krippen- oder Kindergartenkinder zu betreuen«, so die Pressesprecherin. »Die Details über ein eventuelles Miet- oder Pachtverhältnis werden in den nächsten Wochen ausgearbeitet.«

Oberbürgermeister Dr. Hümmer freut sich, dass der Stadt dadurch für die nächsten Betreuungsjahre ausreichend Platz für die Kinder zur Verfügung stehe. Zu verdanken sei diese Perspektive der »erneut guten Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche, auf die wir uns stets verlassen können.« Nun könnten Stadtverwaltung und Stadtrat gemeinsam eine langfristige Lösung entwickeln.

Eine Vermietung oder Verpachtung könne sich die Kirchenverwaltung gut vorstellen, betonte Lindl. Der Oberbürgermeister habe angefragt, ob die Stadt das Gebäude am Kellerweg nach dem Auszug des Kindergartens St. Oswald nutzen könne – und die Kirchenverwaltung wolle helfen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht. »Wir wollen ein verlässlicher Partner sein«, betont der Dekan, Stadtpfarrer und Vorstand der Kirchenverwaltung St. Oswald. Traunstein sei – was die Darstellung von Kinderbetreuungsplätzen betrifft, die die Eltern für ihre Mädchen und Buben sogar einklagen können – in einer »Notlage«. Und in dieser Situation sei die Kirchenverwaltung gerne bereit, zu helfen.

In diesem Zusammenhang betont Lindl, dass – was oft fälschlicherweise immer angenommen werde – jedoch nicht die Kirchenstiftung die Entscheidung treffe, was mit dem Gebäude am Kellerweg geschieht. Das Heft in der Hand halte vielmehr die Pfarrpfründestiftung

Schon einige Jahrzehnte hat das Gebäude auf seinem Buckel. Lindl sagt, dass der Bau Ende der 60er oder Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts entstanden sei.

Den seitdem gestiegenen Anforderungen an die Kinderbetreuung entspreche die Gestaltung heute nur noch bedingt. So verfüge das Gebäude beispielsweise über keinen eigenen Speisesaal.

Auch wenn das Haus selbst Jahrzehnte nach seinem Bau da und dort einige Schwachstellen aufweist – so fehlen etwa eine Isolierung und ein Wärmeschutz – , so betont Lindl aber, dass das Gebäude nach wie vor »funktionstüchtig« sei. Und er beteuert: »Wir haben es gepflegt.« Und etwas anderes ist seinen Angaben zufolge sowieso spitze: »Das Gelände ist klasse.« pü