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Sozialwohnungen und Bildungseinrichtung in Haslach

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Auf der Fläche zwischen Franz-Xaver-Steber-Straße (Südspange), Kreisverkehr beim Fachmarktzentrum und Hochstraße südlich des Kreisverkehrs bis Seiboldsdorf sollen nach dem Willen des Planungsausschusses ein neues Verwaltungsgebäude der Sparkasse, sozialer Wohnungsbau und eventuell ein neues Verwaltungsgebäude des Landkreises Traunstein oder die eine oder andere Bildungseinrichtung entstehen. (Foto: Hohler)

Traunstein braucht dringend Wohnraum – und den will der Landkreis Traunstein in Haslach zwischen der Franz-Xaver-Steber-Straße und der Hochstraße in Seiboldsdorf schaffen. Der Planungsausschuss gab dem Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung schon einmal grünes Licht – vorbehaltlich der Zustimmung auch des Stadtrats in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag.


Demnach beschloss das Gremium die Aufstellung eines Flächennutzungsplans zur Ausweisung eines Sondergebiets Verwaltung und Bildung sowie eines Allgemeinen Wohngebiets. Gleichzeitig segneten die Ausschuss-Mitglieder bei einer Gegenstimme die Aufstellung eines Bebauungsplans ab. Sobald die notwendigen Gutachten vorliegen, könnten beide Entwürfe in die vorgezogene Öffentlichkeitsbeteiligung gehen.

Preisgünstiger Wohnraum »zu begrüßen«

Nach Angaben der Verwaltung will die CS Wohnbau und Gewerbebau GmbH auf der Fläche sozialen Wohnungsbau (eher im südlichen Teil nahe Seiboldsdorf), Flächen für Verwaltungs- und schulische Zwecke sowie für ein zentrales Verwaltungsgebäude der Kreissparkasse entwickeln. Gegen eine Bebauung gebe es aus städtebaulicher Sicht keine grundsätzlichen Bedenken. Gerade auch die geplante Schaffung von preisgünstigem, sozial gefördertem Wohnraum sei »ausdrücklich zu begrüßen«, so Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) in der Sitzung.

»Zu denken gibt mir die Frage, ob beim geplanten Bau des neuen Verwaltungsgebäudes der Sparkasse auch die Innenstadtentwicklung mit bedacht wurde«, so Burgi Mörtl-Körner (Grüne), die darauf verwies, dass der Landesentwicklungsplan die Verwertung innerstädtischer Flächen vor der Bebauung im Außenbereich favorisiere. »Da wird es in der Stadtmitte sicher eine sehr sinnvolle Nachnutzung geben«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD). Und dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) trat Spekulationen entgegen, Sparkassen-Kunden müssten demnächst für Bankgeschäfte an den Stadtrand fahren. »Das wird nicht der Fall sein, es ist ja nur ein Verwaltungsgebäude.«

Uwe Steinmetz (UW) fragte, wer sich denn da noch dazu gesellen werde. Dazu sagte Kegel, es handle sich hier um den Antrag des Investors. Es gehe um ein Sondergebiet Bildung und Verwaltung. Und Wiesholler-Niederlöhner sagte, »Discounter wollen wir hier auf keinen Fall.« In der Stadtmitte werde auch etwas für die Bürger entstehen.

Bildung am Bahnhof und auch außen?

Mörtl-Körner zeigte sich verwundert: »Wir entwickeln am Bahnhof einen Bildungscampus, und noch bevor wir da konkrete Pläne haben, weisen wir schon außen wieder was aus.« Dass das eine nichts mit dem anderen zu tun habe, betonte Kegel daraufhin. Der soziale Wohnungsbau sei absolut zu begrüßen. Das sei eine »insgesamt sehr schöne Entwicklung«.

Auch Josef Kaiser (UW) war »absolut dabei bei dem Verwaltungsgebäude« der Bank. Genauere Informationen zu den Planungen erbat er im nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Von einer »Fläche, die geradezu danach schreit, irgendwann genutzt zu werden« sprach Karl Schulz (CSU): »Das war ja schon klar, als das Fachmarktzentrum kam. Nur deshalb haben wir ja den Straßenbau auch so gefördert gekriegt.«

Auf Nachfrage erklärte Landratsamts-Pressesprecher Michael Reithmeier, konkret seien die Pläne des Landkreises noch gar nicht. Man habe die Fläche bereits gekauft unter der Bedingung, dass die Bauleitplanung die vom Landkreis angedachte Entwicklung ermögliche. »Wir haben da zwei Optionen«, so Reithmeier. Denkbar sei beispielsweise ein neues Verwaltungsgebäude für den Landkreis. Das Landratsamt sei derzeit auf die Hauptstelle und vier oder fünf Außenstellen verteilt.

»Da ist aber noch überhaupt nichts spruchreif«

Auch die eine oder andere Bildungseinrichtung – auf Nachfrage nach dem Zusammenhang mit dem neuen Wohnraum bestätigte er die Idee neuer Schulen – könne dort entstehen. »Da ist aber noch überhaupt nichts spruchreif. Wir haben uns das einfach als strategische Fläche gesichert für spätere Entwicklungsmöglichkeiten.« Die Fläche an der Gabelsbergerstraße beispielsweise habe der Landkreis noch unter Altlandrat Leonhard Schmucker gekauft, »und heute steht das AKG drauf«.

Bezüglich des sozialen Wohnungsbaus habe eine erste Machbarkeitsstudie den Bau von 40 bis 50 Wohnungen in drei Mehrfamilienhäusern für möglich erachtet. Natürlich müsse das alles städtebaulich gut durchdacht und sich in die Umgebung der nördlichsten Häuser von Seiboldsdorf einfügen. Die Erschließung sei über die Hochstraße südlich des Kreisverkehrs angedacht. Außerdem gebe es an der Hochstraße bereits eine Bushaltestelle, »da ist also schon etwas da.« coho