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Ruhpoldinger Ex-AfD-Fraktionschef Plenk steht nach Morddrohungen unter Polizeischutz

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Markus Plenk erhält nach Austritt aus AfD Morddrohungen
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Der Ruhpoldinger Abgeordnete Markus Plenk, bis zuletzt Fraktionschef der AfD im bayerischen Landtag, erhält nach seinem Austritt Hassbriefe und Morddrohungen. Deshalb steht er inzwischen unter Polizeischutz. (Foto: Matthias Balk/dpa)

München/Ruhpolding – Der ehemalige Fraktionschef der AfD im Bayerischen Landtag, Markus Plenk, steht nach eigenen Angaben inzwischen unter Polizeischutz. Er habe nach seinem am Freitag angekündigten Austritt aus Fraktion und Partei Hassbriefe und Morddrohungen erhalten.


»Ich habe sehr viele Hassmails und Drohungen bekommen«, sagte der 49-jährige Abgeordnete aus Ruhpolding am Montag in München. »Bis zu Morddrohungen war alles dabei.« Am Montag sei er nun offiziell aus der Landtagsfraktion der AfD und der Partei selbst ausgetreten. »Mit sofortiger Wirkung«, so Plenk gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Plenk, er habe wegen seiner Entscheidung mit Anfeindungen gerechnet – »aber nicht in dieser Intensität«. Der Hass, der ihm nun entgegen gebracht werde, »zeigt, dass es im Dunstkreis von AfD-Sympathisanten einige Extremisten mit sehr vielen Gewaltfantasien geben muss«. Neben Drohbriefen lese Plenk im Netz außerdem zahlreiche Verleumdungen und Beleidigungen.

Markus Plenk will zunächst als fraktionsloser Abgeordneter Mitglied des Landtags bleiben, hatte zeitgleich mit seinem Austritt aber schon angekündigt, zur CSU wechseln zu wollen. Dort könnte er vorerst womöglich zum Mitglied auf Probe ernannt werden. Er selbst sagt dazu: »Bei der CSU wäre ich kein Rechtsaußen, sondern in der Mitte anzusiedeln.«

Die CSU hatte Plenks Austritt und seinen Wechselwillen zunächst nicht kommentiert. Einen Tag später, am Samstag, erklärte CSU-Generalsekretär Markus Blume, dass eine Aufnahme in die CSU »zwingend eine glaubwürdige Distanzierung von der Gesinnung der AfD« voraussetze – neben einem »uneingeschränkten Bekenntnis zu unseren Grundwerten.« Letztlich müsse man jeden Einzelfall individuell betrachten und entscheiden, grundsätzlich wolle man aber nicht jedes wechselwillige Mitglied der AfD ablehnen.

red/dpa/lby