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Mittelschule will eine offene Ganztagsklasse einführen

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Traunstein: Mittelschule Franz-von Kohlbrenner will offene Ganztagsklasse einführen
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Wie alle anderen Schulen ist auch die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule in den Tagen der Corona-Krise geschlossen. Doch die Planungen gehen weiter: Die Schulleitung will ihr Ganztagsangebot erweitern und nach zwei gebundenen nun auch eine offene Klasse anbieten. Als Sachaufwandsträger hat die Stadt über den Antrag zu entscheiden. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Franz-von Kohlbrenner-Mittelschule will ihr Ganztagsangebot erweitern. Zusätzlich zu den beiden gebundenen Ganztagsklassen möchte sie nun auch eine offene einführen. Die Stadt Traunstein ist Sachaufwandsträger der Mittelschule und hat über die Erweiterung zu entscheiden. Im Rathaus stößt die Schulleitung mit ihrem Wunsch auf offene Ohren: Einstimmig hat der Hauptausschuss des Stadtrats den Antrag auf Einführung einer offenen Ganztagsklasse befürwortet.


Die endgültige Entscheidung fällt nun im Stadtrat. Geplant war ursprünglich, dass sich das Gremium in der Sitzung am Donnerstag mit der Angelegenheit befasst – am Montag aber beschloss man im Rathaus, diese Sitzung, bedingt durch die Corona-Krise, zu streichen.

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In einer gebundenen Ganztagsklasse ist der Pflichtunterricht auf den Vor- und Nachmittag aufgeteilt. Ebenfalls über den gesamten Tag verstreut sind zusätzliche Angebote wie Übungs- und Lernzeiten, Förderunterricht sowie sportliche, musische und künstlerische Aktivitäten. In der offenen Ganztagsklasse erfolgt der Unterricht wie gewohnt am Vormittag. Im Anschluss stehen dann am Nachmittag eine Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangebote auf dem Programm.

Die Leitung der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule hat die Einführung einer offenen Ganztagsklasse beantragt. Rektor Stefan Bauer teilte mit, dass die Eltern befragt worden seien. Ergeben habe sich, dass Bedarf für eine Ganztagsklasse gegeben sei. Im Bereich der Turnhalle stehe auch ein geeigneter Raum zur Verfügung.

Um eine offene Ganztagsklasse zu schaffen, benötigt die Schule einen Kooperationspartner, der die Betreuung der Kinder übernimmt. Die Beauftragung liegt in der Zuständigkeit der Schulleitung. Die Stadt ist daran interessiert, wie sie in diesem Zusammenhang betont, dass ein und derselbe Kooperationspartner das offene Ganztagsangebot an all ihren Schulen unterstützt. In die Zuständigkeit einer Kommune – und damit auch der Stadt Traunstein – fallen neben der Mittel-, auch die Grundschulen.

Bereits im Jahr 2017 hatte die Stadt zusammen mit der damaligen Leitung der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule festgestellt, dass im Falle der Beauftragung nur eines Kooperationspartners eine schulübergreifend gleiche Qualität erreicht werden könne. Innerhalb von Traunstein könnten damit Chancengleichheit und pädagogische Durchgängigkeit über die Jahrgangsstufen eins bis vier in den Bereich der Mittelschule hinein erreicht werden.

Eine offene Ganztagsklasse, wie sie die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule anbieten will, kostet pro Schuljahr voraussichtlich rund 33.000 Euro. Der Anteil der Kommune beläuft sich auf etwa 6000 Euro. Zu diesen Ausgaben kommen weitere hinzu. Denn für die Schülerbeförderung im Rahmen der offenen Ganztagsklasse ist ebenfalls die Kommune zuständig.

Die Pläne, an der Mittelschule nun auch eine offene Ganztagsklasse anzubieten, stießen im Hauptausschuss des Stadtrats auf große Zustimmung. Oberbürgermeister Christian Kegel sprach von einer »äußerst guten Sache«.

Schulleiter Bauer, der Rederecht eingeräumt bekam, beteuerte, dass er im Benehmen mit der Stadt einen Kooperationspartner suchen wolle. Kegel stellte dann jedoch klar, dass diese Aufgabe allein in die Zuständigkeit der Schule falle. »Die Stadt sucht keinen Kooperationspartner.«

Dritte Bürgermeister Waltraud-Wiesholler-Niederlöhner legte der Schule dringend nahe, den vorgegebenen Kostenrahmen nicht zu sprengen und »sich an die Zahlen zu halten«. Die dritte Bürgermeisterin weiter: »Mehr gibt's nicht.«