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Klosterkirche öffnet ihre Pforten: Kultureller Paukenschlag zur Vor-Premiere

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Traunstein: Klosterkirche öffnete ihre Pforten: Kultureller Paukenschlag zur Vor-Premiere
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Blick in den renovierten Kirchenraum, der zentraler Bestandteil des neuen »Kulturforums Klosterkirche« in Traunstein ist. (Foto: Effner)

Traunstein – Die Spannung war groß vor der Doppel-Premiere der besonderen Art: Mit einer weltweit wohl einzigartigen Teppich-Ausstellung als kulturellem Paukenschlag öffneten sich jetzt erstmals seit dem Beginn der Umbauarbeiten im März 2017 die Tore des neuen Kulturforums Kloster­kirche für die Öffentlichkeit. Außerdem gibt es kurz vor der Fertigstellung des Ensembles noch einmal eine weitere Kostensteigerung um rund 300.000 Euro.


Im Rahmen der Vernissage für die »Botschafter aus dem Orient« nutzten rund 300 Besucher die Gelegenheit, den frisch renovierten Kirchenraum in Augenschein zu nehmen. In ihm sollen ab sofort Ausstellungen, Konzerte, Filmvorführungen, Lesungen, private und Firmenfeste sowie Kongresse stattfinden. Die neue Internetseite www.kulturform-traunstein.net informiert über das aktuelle Programm. Was genau geplant ist, erklärte Alexandra Birklein den Besuchern. Die neue Kulturmanagerin des Areals nutzte die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen.

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Die aktuelle Ausstellung, die bis 6. Oktober zu sehen ist, stellt sozusagen eine Voreröffnung dar. Aktuell fertiggestellt ist bisher nur die Klosterkirche. Dahinter herrscht noch Baustelle. Das gesamte Areal mit Städtischer Galerie und Foyer soll voraussichtlich im Januar 2020 mit einem Festakt offiziell eingeweiht werden. Auf 13,35 Millionen Euro belaufen sich die Kosten des knapp dreijährigen Umbaus – inklusive einer erneuten Kostensteigerung um rund 300.000 Euro.

Auf das ungewöhnliche Raumambiente und die geschichtliche Tradition der Klosterkirche verwies Traunsteins dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner: »Mit dem Kulturforum Klosterkirche erhält die Stadt einen multifunktionalen Veranstaltungsort, an dem Kunst und Kultur in seiner unglaublichen Vielfalt zu erle-ben ist.«

Der Anschluss an das Fernwärmenetz der neuen Hackschnitzelheizung an der Brunnwiese sorge dafür, dass die Kirche jetzt auch in den Wintermonaten als Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden kann. Seit der Einweihung 1690 durch den Salzburger Fürsterzbischof Ernst Graf von Thun habe die Kirche das Stadtbild geprägt und viele Funktionen gehabt, unter anderem als Getreidespeicher, Mädchenschule der »Englischen Fräulein« und Schulküche.

Wiesholler-Niederlöhner bedankte sich im Namen der Stadt bei der Kulturfördervereinigung ARTS und speziell deren Vorsitzender Sigrid Ackermann. Nach dem Kauf der Klosterkirche durch die Stadt habe der Verein den Raum seit mehr als 20 Jahren mit kulturellen Höhepunkten weit über die Region hinaus mit Leben erfüllt und bekannt gemacht.

Ackermann erinnerte an die Gründung der Kulturfördervereinigung ARTS 1992, die die erste Renovierung des im Inneren ruinösen Kirchenbaus auf den Weg gebracht hatte. In dem rund 27-jährigen Wirken für die Kultur »schätzten regionale wie Weltklassekünstler die Größe und Weite des sakralen Raums, auch die Akustik, die wir mit Vorhängen zauberten, und auch unsere Improvisationskünste«. ARTS sei sehr dankbar, die neu hergerichtete Klosterkirche im Rahmen eines Abkommens mit der Stadt für zwölf Wochen im Jahr mietfrei nutzen zu dürfen.

Im Rahmen der Reihe »ARTS Akzente« steht auch die Organisation der ak­tuellen Teppich-Ausstellung in enger Kooperation mit dem einheimischen Sammler-Ehepaar Silke und Roland Weise. Die in nahezu 40 Jahren aufgebaute Privatsammlung, die weltweit ihresgleichen sucht, umfasst textile Kunstwerke und Raritäten aus zwei Jahrtausenden. Teppich-Experte Weise erinnerte an das hohe Maß an Improvisationsgeschick, Toleranz und Engagement, das Konzeption und Aufbau der Ausstellung aufgrund der Bauverzögerungen geprägt hatte.

Umso größer sei seine Freude gewesen, dass einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Schau ein Experten-Gremium mit 60 Teilnehmern aus zehn Ländern den »Botschaftern aus dem Orient« in Traunstein einen Besuch abgestattet hatte. Die Fachleute waren im Rahmen der internationalen Teppich-Konferenz in fünf ausgewählten Museen und Sammlungen zu Gast und wurden von Oberbürgermeister Christian Kegel empfangen. eff