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Heitere und lyrische »Bachblüten-Gedichte«

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Rosemarie Mußner (von links), Waltraud Schögler, Josef Stadler und Sabine Rosenberg beim Literaturtreffen des Vereins »Chiemgau-Autoren e.V.«.

Beim zweiten monatlichen Literaturtreffen der »Chiemgau-Autoren« waren wieder Lesen und Zuhören angesagt. Im Studio 16 in Traunstein führte die Moderatorin des Abends, Rosemarie Mußner, gut gelaunte Autoren und Gäste durch den Abend.


Sabine Rosenberg als vorangemeldete Autorin, eine durch Los ausgewählte Autorin und ein durch Los ausgewählter Gast präsentierten in jeweils zehn Minuten ihre selbst verfassten Texte. Sabine Rosenberg erschien als Zauberin. Die am Goethe-Institut tätige, studierte Germanistin, Anglistin und Musiktherapeutin schreibt vor allem Gedichte. Darin werden Lebensfreude und Dankbarkeit, Selbstreflexion und Selbstfindung, die wunderbare Natur des Chiemgaus und dazu immer auch die Liebe thematisiert. Gerne tritt die Lyrikerin zusammen mit Musikern auf, die sich darauf verstehen, die zarten, blütenhaften Gebilde ihrer Worte durch passende Klänge zu erhöhen.

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Die Zuhörer im Studio 16 hörten an diesem Abend eine Auswahl ihrer »Blütengedichte«. Darin geht es lyrisch und durchaus heiter um die energetische Wirkung der 38, als Bachblüten bekannten, Essenzen. Der »Odermennig« zur Förderung innerer Fröhlichkeit, das »Drüsentragende Springkraut« für die Übung in Geduld und der »Einjährige Knäuel« für das innere Gleichgewicht waren manchem Zuhörer sicher noch nicht bekannt. Mit einer kurzen Geschichte zum Thema »Frieden« rundete die Autorin ihren Vortrag ab.

Die zweite Geschichte mit dem Titel »Mitten im Leben« las die in Graz gebürtige und seit 2008 in Trostberg lebende Autorin Waltraud Schögler. Sie studierte Journalistik und machte eine Ausbildung zur Dipl.-Shiatsu-Praktikerin. Ihre besondere Liebe gilt den Pferden, die sie als Seelen-Heiler betrachtet. Sie hat sich ausbilden lassen zur »Heldenreise-mit-Pferden-Trainerin« und arbeitete an einem Buchprojekt über Archetypen, Krafttiere und Heldenreisen mit, um sich selbst und anderen Menschen mit traumatischen Erfahrungen helfen zu können. »Mitten im Leben« handelt von den traumatischen Kriegserlebnissen ihres Opas. Symbolisch erscheint ein einsamer Wolf, der keine Ruhe findet. Die Enkelin sieht sich mit Schmerz und Schuldgefühlen belastet, leidet unter den ererbten Traumata. Sie spricht darüber mit den Pferden. Deren kollektives Unterbewusstsein hilft ihr, die Lasten der Vergangenheit loszuwerden. Sie findet zurück zur Einheit von Körper, Geist und Seele.

Josef Stadler, ein gebürtiger Traunsteiner, schreibt gerne Reiseberichte. Für die Zuhörer im Studio 16 las er den Bericht über seine Kuba-Reise. Er war drei Wochen auf der Insel, die bekannt ist für ihre zuckerweißen Strände und ihre weiten Tabakfelder. Mehr als über die Hauptstadt Havanna mit ihrer charakteristischen Architektur im Stil der spanischen Kolonialzeit erfuhren die Zuhörer von einem Bus-Ausflug in das Valle de Viñales. Auf die Lesungen folgte das schon traditionelle Ratespiel. Trotz der biografischen Hinweise auf die gesuchte Autorin kamen die Zuhörer nicht auf den Namen Keto von Waberer. Aus deren erstmals 2011 veröffentlichten Roman »Seltsame Vögel fliegen vorbei« las die Moderatorin Rosemarie Mußner sodann noch einige Zeilen vor.

Das nächste Literaturtreffen der Chiemgau-Autoren findet am 30. März um 19 Uhr im Studio 16 statt.

Hans-Peter Kreuzer