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Handwerk ist auf Fachkräfte angewiesen

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Für jahrzehntelange Mitgliedschaft in der Metall-Innung erhielt Christian Mayr (links) von Obermeister Franz Pfeffer einen Goldenen Meisterbrief überreicht. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – »Die ersten Einbrüche sind da, die fetten Jahre sind vorbei.« Das betonte der Obermeister der Metall-Innung Traunstein–Berchtesgadener Land, Franz Pfeffer, bei der Jahreshauptversammlung der Innung im Hofbräuhaus Traunstein mit Blick auf die generelle Geschäftslage der Metallbetriebe. 72 Betriebe gehören der Innung an.


Kritisch äußerte sich Pfeffer über die Arbeitsmarktsituation. Habe das Metallhandwerk in der Vergangenheit doch regelmäßig Gesellen an die Industrie verloren, was insbesondere finanzielle Gründe durch das höhere Lohngefüge in der Industrie habe. Gleichwohl sei das Handwerk auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten ein stabiler und verlässlicher Arbeitgeber. Das Handwerk sei auf Fachkräfte angewiesen. Man brauche nicht die »Abbrecher der Abiturienten« sondern die »Durchhalter bei den Mittelschulen«. Politisch schimpfte er über die kalte Progression, die auch die Fachkräfte im Handwerk negativ betreffen und finanzielle Anreize meist auffressen würde.

Zum Thema »grenzüberschreitendes Arbeiten« monierte Pfeffer, dass es hier eine gefühlte Ungleichbehandlung im bayerisch-österreichischen Wirtschaftsverkehr gebe. »Der EU-Wahnsinn in Sachen Feinstaub hat jetzt auch das Handwerk erreicht« sagte er im Bezug auf Schweißen im Betrieb. Hier werde versucht, dass Haftungsfragen von der Berufsgenossenschaft auf die Betriebe verlagert würden.

Vorstandsmitglied Wolfgang Petry warb dafür, bei der jährlichen Berufsinformationsmesse (BIM) in der Handwerkskammer starke Präsenz zu zeigen. Als »Königsklasse im Handwerk« wolle man sich hochwertig und professionell präsentieren. Ein gutes Auftreten habe auch für Nachfrage und Interesse bei Auszubildenden gesorgt.

Dagmar Sinzinger von der Kreishandwerkerschaft legte die Jahresrechnung für das vergangene Jahr vor. Die Zahlen zeigten eine gesunde finanzielle Situation der Innung.

An Neuwahlen standen der Prüfungsausschuss-Meisterbeisitzer Feinwerkmechaniker an. Rupert Steiner, Alfons Plereiter und Erich Hochrainer wurden wieder in das Ehrenamt gewählt. Und auch die beiden bisherigen Rechnungsprüfer wurden wieder gewählt. Eine besondere Ehrung wurde Metallbaumeister Christian Mayr aus Saaldorf zuteil, der für seine jahrzehntelange Mitgliedschaft in der Innung mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnet wurde.

Den Blick in die Zukunft richtete Gabriele Zandler von der HypoVereinsbank, die in ihrem Fachvortrag den Fokus auf das Thema Unternehmensnachfolge legte. Eine langfristig gelingende Regelung sei auch für die Sicherung der Fachkräfte existenziell. Diese würden nur in Betriebe gehen, in denen die Zukunft langfristig geregelt ist. Bundesweit 27 000 Firmenübergaben stünden jährlich im Schnitt an. Für Käufer wie auch Verkäufer seien Steuer- und Rechtsberater unverzichtbar im Prozess der Übergangsphase. »Das Thema ist heiß. Jeder kennt das Problem, jeder hat das Problem« sagte Vorstandsmitglied Petry ergänzend: »Man will, dass der Betrieb auch nach einer Übergabe gut weiter geht.« awi